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RUBENS 119

31. Oktober 2007



Kulturmeldungen


Tanz, Theater, Musik, Filme, Bücherausstellung


Werkschau gefilmt
Wenn Sportstudenten Johnny Depp als Piraten in den Schatten stellen oder wenn die Welt für vier Minuten nur aus tanzenden Zombies besteht, sollte keiner fehlen. Die jährliche Werkschau Tanz mit Prüfungsstücken der Sportstudenten ist ein Highlight im Veranstaltungskalender der RUB. Die Karten für die Show im Musischen Zentrum sind meist schnell vergriffen. Da auch die diesjährige Veranstaltung unter Leitung von Marianne Bäcker und Mechthild Schütte wieder ein großer Erfolg war und schon jetzt die Nachfragen nach der von Nils Eden und Kilian Kimmeskamp produzierten DVD enorm sind, laden die Akteure zu einer neuen Form der Präsentation ein: „Dancer on screen“ heißt es am 5. November, wenn wir im HZO 20 ab 19 h die komplette Werkschau auf Videoleinwand zeigen.
Zunächst präsentieren wir die besten Prüfungsstücke der Grundkurse Gymnastik und Tanz sowie einige Bewegungsstudien der Spezialfächler. Wie jedes Jahr waren die jungen Choreograph/innen wieder sehr kreativ in der Auswahl der Themen, die sie vertanzten. Neben einem Hauch von Bollywood erleben wir u. a. den modernen Sommernachtstraum, sehen ein ungewöhnliches Stück zum Thema „Der Kopf gibt die Bewegung vor“, staunen über Akrobatik mit Stühlen und über eine Reifenstudie zu spanischen Klängen.
Im zweiten Teil zeigen wir die viel gelobte Komposition des zehnköpfigen Spezialfachs Gymnastik. „Müll oder der Verfall der modernen Konsumgesellschaft“ hieß das Prüfungsthema, das die Studierenden diesmal umsetzen mussten. Der Kurs hat sich einiges dazu einfallen lassen. Statt mehrere Einzelstücke zu komponieren, wurde eine zusammenhängende 20-minütige Choreographie erstellt, die mit einigen Überraschungen begeistert.

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Studiogäste
Traditionell gehören die mittleren Monate des Semesters den freien Theatergruppen. Zwischen den Semesterproduktionen der Studiobühne bespielen sie die Bühne im Musischen Zentrum – so auch in diesem November. Den Anfang macht das Theater Jeudi mit dem Stück „Hotel zu den zwei Welten“ von Eric-Emmanuel Schmitt (3.11., 1930 h, Eintritt: 9 bzw. ermäßigt 6 Euro). Eine Hotelhalle. Kein Eingang. Kein Ausgang. Nur ein Fahrstuhl. Dem Fahrstuhl entsteigt ein Mann. Er ist verwirrt, weiß nicht, wie er hierher gekommen ist. Die anderen Gäste kommen ihm seltsam vor. Sie sind alle sehr gesprächig und überhaupt nicht verwundert, erzählen ihm von ihren letzten Erinnerungen, und irgendwann begreift er: Das ist gar kein Hotel, sondern eine Art Zwischenwelt, in der es heiter und besinnlich, komisch und dramatisch zugeht.
Eine Woche später (9.-11.11. je 19.30 h) präsentiert das Germanistische Institut unter Leitung von PD Dr. Benedikt Jeßing den „Triumph der Empfindsamkeit“ von Johann Wolfgang von Goethe. Das Singspiel, eine Literatursatire auf den Sturm und Drang, wurde am 30. Januar 1778 im Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Goethe nimmt damit die eigene, erst kurz vergangene Empfindsamkeitsepoche mitsamt dem Wertherfieber scharf aufs Korn; Empfindsamkeit und ihre Lese- und Theaterkultur werden lächerlich gemacht. Kostüme und Bühnenbild wurden im Germanistischen Institut gefertigt, die Musik wird von einem eigenen Orchester live gespielt.
Am 23. und 24.11. (je 19.30 h, Eintritt 6 Euro Vorverkauf bzw. 8 Euro Abendkasse) gastiert einmal mehr das Ensemble von Glassbooth im MZ. Es zeigt das Stück „Kubus“ nach einem 1969 uraufgeführten Fernsehspiel von Muppets-Erfinder Jim Henson und Jerry Juhl. Ein Mann erwacht im Inneren eines geschlossenen, quadratischen, weißen Raumes. Er hat keine Erinnerung daran, wie er in den Raum gelangt ist, der scheinbar keinerlei Türen und Fenster besitzt. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Infos: http://www.rub.de/mz-theater, http://www.glassbooth.de.

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Jazz oder nie!
Am 16. und 17. November steigt auf der Bühne des Musischen Zentrums die zweite Ausgabe vom Jazzfest Bochum: Nachwuchsmusiker treffen auf renommierte Stars der Szene. Am ersten Abend spielt zunächst das (junge) Trio Zodiak, anschließend kommen mit der Formation 1000 des Saxophonisten Jan Klare und dem Milan Svoboda Quartett zwei seit langem erfolgreiche Bands auf die Bühne.
Neue Wege geht am zweiten Tag des Festivals die Formation Ha! mit ihrer viel versprechenden Besetzung aus Cello, Klavier und Schlagzeug. Der restliche Abend wird von Moritz Ecker und der mikronesischen Mafia sowie dem Duo Roman Babik/Dimitrij Markitantov bestritten. Das Jazzfest Bochum wird veranstaltet von Boskop, Jazzwerk Ruhr, b.itte jazz e.V. und dem Asta. Tageskarten gibt es an der Abendkasse für 10 bzw. ermäßigt 5 Euro. Weitere Infos: http://www.jazzfest-bochum.de/

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Kino im HZO

6. u. 7.11., 18 u. 20.30 h: „Full Metal Village“ (D 2006), Dokumentarfilm über ein friedliches Kaff in Norddeutschland, das einmal im Jahr zum Schauplatz des weltweit größten Metal-Festivals wird.
8. u. 13.11., 18 u. 20.30 h: „2 Tage Paris“ (F/D 2007) im Original, Paris mal nicht als Metropole der Liebe, dafür Daniel Brühl mit Kurzauftritt als freundlich-militanter Globalisierungsgegner.
15. u. 20.11., 18 u. 20.30 h: „Irina Palm“ (B/L/UK/D/F 2007) im Original, Marianne Faithfulls Debüt als Schauspielerin.
22. u. 27.11., 19 h, „Inland Empire“ (USA 2006), David Lynchs neuestes Werk, drei Stunden lang, deshalb pro Abend nur einmal gezeigt.
29.11., 18 u. 20.30 h: „Der große Ausverkauf“ (D 2006), kritischer Dokumentarfilm zu Gesellschaft, Konsum, Globalisierung etc.
Alle Filme werden im Hörsaal HZO 20 gezeigt, der Semesterausweis kostet 1,50 Euro, einzelne Filme zusätzlich 2,50 Euro, alles weitere: http://skf.speutel.de.


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Schöne Literatur
Wolfenbüttel oder Weimar sind für ihre Bücherschätze bekannt, aber Bochum? Wer mit diesem (Vor-) Urteil die Sonderausstellung „Alte Ausgaben alter Autoren“ in den Kunstsammlungen der Ruhr-Uni besucht, wird überrascht sein, wie viele zum Teil prachtvolle Ausgaben ab dem 16. Jahrhundert mit Werken der römischen Literatur hier zusammengetragen wurden. Möglich wurde dies, weil gerade in den Gründungsjahren der RUB das ehemalige Zentralantiquariat der DDR dazu überging, ganze Bibliotheken, in denen sich die wissenschaftliche Tradition der neuzeitlichen Gräzistik und Latinistik widerspiegelte, mit denen man aber aus ideologischen Gründen nichts mehr anfangen konnte, zu verramschen. So wurden selbst traditionsreiche Gymnasialbibliotheken seinerzeit im deutschen Osten gleich reihenweise aufgelöst.
Die Ausstellung lädt ein zu einem facettenreichen Spaziergang durch die Geschichte. Sie beginnt mit den berühmtesten Texten der römischen Prosa und Poesie vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis weit in die Kaiserzeit und führt über deren philologische Wiederentdeckung und Erforschung von der Renaissance bis zur Schwelle des Positivismus (16. bis 19. Jahrhundert). Zugleich illustrieren die gezeigten Bände die Arbeit der in diesen Jahrhunderten aufblühenden Verlage und Druckereien und das Zusammenspiel von Buchproduktion und Wissenschaft.
Dabei haben sich auf beiden Seiten, bei Gelehrten ebenso wie bei Buchhändlern und Druckern, regelrechte Dynastien herausgebildet, die nicht selten über mehrere Generationen reichten. Die Entwicklung der Buchillustration wird durch einige Titelkupfer und Darstellungen präsentiert, die teils der prachtvollen Dekoration, teils der Erläuterung und Belehrung dienten. Und selbst die Anfänge des Übersetzens antiker Texte ins Deutsche werden angedeutet.
Insgesamt belegt die Ausstellung, dass die Bemühung um die Überlieferung, Erklärung und Verbreitung römischer Literatur seit dem 16. Jahrhundert – mit ihren Schwerpunkten in Frankreich, Italien, den Niederlanden, England und Deutschland – ein gesamteuropäisches, zumindest westeuropäisches Phänomen war.
Die ausgestellten Bände aus dem Bestand des Seminars für Klassische Philologie der RUB werden durch Leihgaben aus einer Privatsammlung ergänzt. Prof. Gerhard Binder, Emeritus für römische Literatur und Altertumskunde sowie derzeitiger Vorsitzender des Vereins „Freunde der antiken Studien an der Ruhr-Universität“, hat die Ausstellung konzipiert und den begleitenden Katalog verfasst. Info: Sonderausstellung „Alte Ausgaben alter Autoren“, 1.11.07-15.01.08, Kunstsammlungen der RUB, geöffnet Di-Fr 11-17 h; Sa/So und feiertags 11-18 h, Eintritt frei.




 



 

 

 





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Letzte Änderung: 31.10.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik