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RUBENS 119

31. Oktober 2007



Nur kurz auf Sendung


Was macht eigentlich … Susanne Brofazy?


Vor ein paar Jahren haben sie das Leben an der Ruhr-Uni maßgeblich geprägt – in Forschung, Lehre, Hochschulpolitik, Kultur usw. Doch irgendwann sind sie aus dem Blickfeld verschwunden. RUBENS hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht. Diesmal haben wir Susanne Brofazy gefunden, die 1995 als Studentin der Film- und Fernsehwissenschaft das Campusfernsehen Output mitgegründet hat.

Frau Brofazy, können Sie sich noch an die Anfänge von Output erinnern?
Wir waren 1995 sieben Frauen und ein Mann, die einen Verein gegründet haben, die Arbeitsgemeinschaft RUB-Fernsehen e.V. Wir wollten Mitglieder suchen und dann zusammen Fernsehen an der RUB machen. Anfangs lief das ziemlich mau, weil wir nicht viele Fürsprecher an der Uni hatten und niemand uns so richtig ernst genommen hat. Ich glaube, Radio ct hatte es da wesentlich einfacher. Besser lief es für uns erst, als ich Seminare zum Thema Hochschulfernsehen gegeben habe. Dort habe ich viele Mitstreiter gefunden, zwischenzeitlich waren wir 50 Leute.

Seminare? Ich dachte, Sie seien damals Studentin gewesen?
Ich war im Hauptstudium und konnte die Seminare zusammen mit Prof. Salje und Lothar Rhode machen. Die beiden waren zugleich die wichtigsten Fürsprecher des Hochschulfernsehens. Unser Thema war die Anwendung, es war also eine medienpraktische Übung, die als Seminar lief. Darüber kam auch die erste Sendung zustande.

Keine Lust auf Verantwortung

Das war im Juni 1997. Da gab es die gefeierte Premiere eines halbstündigen Magazins im HGA 10 und viele tolle Ideen für weitere, zum Teil regelmäßige Sendungen. Doch auf einmal war Output von der Bildfläche verschwunden. Wie kam es dazu?
Ich hatte mein Studium beendet und einige andere aus der Anfangszeit ebenso. Es gab danach leider keine Leute mehr, die die Verantwortung tragen wollten. Viele hatten zwar Lust auf Praxis und auf eigene Beiträge. Aber niemand wollte sich um Verwaltung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und so weiter kümmern. Außerdem gab es Raumprobleme und wir mussten in ein Studio außerhalb der RUB ausweichen. Deswegen war einfach irgendwann Schluss.

In welchem Jahr war das?
Mein Studium war im Wintersemester 98/99 beendet. Anfangs konnte ich noch etwas helfen, aber dann hatte ich einen Job in Köln und es ging einfach nicht mehr. Ich denke, dass so Anfang 99 Schluss war.

Waren Sie damals traurig?
Ich fand es sehr schade, weil ich natürlich ganz viel dorthinein gesteckt und dabei viel gelernt habe und weil Output irgendwie zu meinem Leben gehörte.

Haben Sie später noch andere Film- oder TV-Projekte gemacht?

Ja, ich habe zusammen mit einer Freundin einen Kurzfilm für die Ausstellung „Ruhr-Uni Bochum Denkwürdige Architektur“ in den Kunstsammlungen gedreht. Direkt nach dem Studium bin ich in einer kleinen Filmproduktionsfirma in Köln gelandet, habe dort Akquise und Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Die Firma gibt’s aber nicht mehr. Später habe ich ein Buch über Hochschulfernsehen in Deutschland geschrieben, das auf meiner Magisterarbeit aufbaute.

Sinnvolles Engagement

Nach Ihnen ist an der RUB niemand mehr auf eine ähnliche Idee gekommen. Allerdings hat das Multimedia Support Zentrum Imagefilme über die Uni gedreht. Haben Sie einen davon gesehen?
Nein, nicht bewusst.

Halten Sie ansonsten Kontakt zur Ruhr-Uni?
Ich habe gerade den Flyer von Ruhr Alumni gefunden und werde mir das mal anschauen. Der Bezug zur Uni ging irgendwann mal verloren. Die Leute, die man kannte, waren auch fertig mit dem Studium. Prof. Salje war ja noch kurz vor meiner Abschlussprüfung gestorben.

Hat Ihr augenblickliches Leben noch etwas mit ihrem Studium zu tun?

Ich arbeite in einer deutsch-niederländischen PR-Agentur in Düsseldorf und mache Öffentlichkeitsarbeit für ganz unterschiedliche Bereiche. Ich schreibe Beiträge, organisiere Pressekonferenzen und Events. Recherche gehört auch dazu und ab und zu begleite ich Dreharbeiten.

Was hat Ihnen aus heutiger Sicht mehr gebracht: das Studium oder Ihr Engagement bei Output?

Das ist nicht voneinander zu trennen. Beides hat mir viel gebracht. Das effektive wissenschaftliche Arbeiten vom Studium kann ich bei Recherchen in der Agentur prima gebrauchen. Hinzu kommen viele Erfahrungen, die ich neben dem Filmen bei Output gemacht habe: in der Öffentlichkeitsarbeit oder auch beim Umgang mit Institutionen.




 



 

 

 





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