Nur kurz auf Sendung
Was macht eigentlich … Susanne Brofazy?
Vor ein paar Jahren haben sie das Leben an
der Ruhr-Uni maßgeblich geprägt – in
Forschung, Lehre, Hochschulpolitik, Kultur usw. Doch
irgendwann sind sie aus dem Blickfeld verschwunden.
RUBENS hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht.
Diesmal haben wir Susanne Brofazy gefunden, die 1995
als Studentin der Film- und Fernsehwissenschaft das
Campusfernsehen Output mitgegründet hat.
Frau Brofazy, können Sie sich noch
an die Anfänge von Output erinnern?
Wir waren 1995 sieben Frauen und ein Mann, die einen
Verein gegründet haben, die Arbeitsgemeinschaft
RUB-Fernsehen e.V. Wir wollten Mitglieder suchen und
dann zusammen Fernsehen an der RUB machen. Anfangs lief
das ziemlich mau, weil wir nicht viele Fürsprecher
an der Uni hatten und niemand uns so richtig ernst genommen
hat. Ich glaube, Radio ct hatte es da wesentlich einfacher.
Besser lief es für uns erst, als ich Seminare zum
Thema Hochschulfernsehen gegeben habe. Dort habe ich
viele Mitstreiter gefunden, zwischenzeitlich waren wir
50 Leute.
Seminare? Ich dachte, Sie seien damals Studentin
gewesen?
Ich war im Hauptstudium und konnte die Seminare zusammen
mit Prof. Salje und Lothar Rhode machen. Die beiden
waren zugleich die wichtigsten Fürsprecher des
Hochschulfernsehens. Unser Thema war die Anwendung,
es war also eine medienpraktische Übung, die als
Seminar lief. Darüber kam auch die erste Sendung
zustande.
Keine Lust auf Verantwortung
Das war im Juni 1997. Da gab es die gefeierte
Premiere eines halbstündigen Magazins im HGA 10
und viele tolle Ideen für weitere, zum Teil regelmäßige
Sendungen. Doch auf einmal war Output von der Bildfläche
verschwunden. Wie kam es dazu?
Ich hatte mein Studium beendet und einige andere aus
der Anfangszeit ebenso. Es gab danach leider keine Leute
mehr, die die Verantwortung tragen wollten. Viele hatten
zwar Lust auf Praxis und auf eigene Beiträge. Aber
niemand wollte sich um Verwaltung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit
und so weiter kümmern. Außerdem gab es Raumprobleme
und wir mussten in ein Studio außerhalb der RUB
ausweichen. Deswegen war einfach irgendwann Schluss.
In welchem Jahr war das?
Mein Studium war im Wintersemester 98/99 beendet. Anfangs
konnte ich noch etwas helfen, aber dann hatte ich einen
Job in Köln und es ging einfach nicht mehr. Ich
denke, dass so Anfang 99 Schluss war.
Waren Sie damals traurig?
Ich fand es sehr schade, weil ich natürlich ganz
viel dorthinein gesteckt und dabei viel gelernt habe
und weil Output irgendwie zu meinem Leben gehörte.
Haben Sie später noch andere Film- oder TV-Projekte
gemacht?
Ja, ich habe zusammen mit einer Freundin einen Kurzfilm
für die Ausstellung „Ruhr-Uni Bochum Denkwürdige
Architektur“ in den Kunstsammlungen gedreht. Direkt
nach dem Studium bin ich in einer kleinen Filmproduktionsfirma
in Köln gelandet, habe dort Akquise und Öffentlichkeitsarbeit
gemacht. Die Firma gibt’s aber nicht mehr. Später
habe ich ein Buch über Hochschulfernsehen in Deutschland
geschrieben, das auf meiner Magisterarbeit aufbaute.
Sinnvolles Engagement
Nach Ihnen ist an der RUB niemand mehr
auf eine ähnliche Idee gekommen. Allerdings hat
das Multimedia Support Zentrum Imagefilme über
die Uni gedreht. Haben Sie einen davon gesehen?
Nein, nicht bewusst.
Halten Sie ansonsten Kontakt zur Ruhr-Uni?
Ich habe gerade den Flyer von Ruhr Alumni gefunden und
werde mir das mal anschauen. Der Bezug zur Uni ging
irgendwann mal verloren. Die Leute, die man kannte,
waren auch fertig mit dem Studium. Prof. Salje war ja
noch kurz vor meiner Abschlussprüfung gestorben.
Hat Ihr augenblickliches Leben noch etwas mit ihrem
Studium zu tun?
Ich arbeite in einer deutsch-niederländischen PR-Agentur
in Düsseldorf und mache Öffentlichkeitsarbeit
für ganz unterschiedliche Bereiche. Ich schreibe
Beiträge, organisiere Pressekonferenzen und Events.
Recherche gehört auch dazu und ab und zu begleite
ich Dreharbeiten.
Was hat Ihnen aus heutiger Sicht mehr gebracht: das
Studium oder Ihr Engagement bei Output?
Das ist nicht voneinander zu trennen. Beides hat mir
viel gebracht. Das effektive wissenschaftliche Arbeiten
vom Studium kann ich bei Recherchen in der Agentur prima
gebrauchen. Hinzu kommen viele Erfahrungen, die ich
neben dem Filmen bei Output gemacht habe: in der Öffentlichkeitsarbeit
oder auch beim Umgang mit Institutionen.
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