Mutmacher
DFG-Vertrauensdozent Axel Schölmerich ermuntert
Wissenschaftler, Forschungsanträge zu stellen
Für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
gilt er als Bindeglied zur Hochschule. Den Wissenschaftlern
einer Uni soll er eine wichtige Hilfe sein, wenn es beispielsweise
um Forschungsanträge an die DFG geht. Deshalb gibt
es an jeder Hochschule einen DFG-Vertrauensdozenten. An
der RUB heißt er seit diesem Sommer Prof. Dr. Axel
Schölmerich. Arne Dessaul sprach mit dem Entwicklungspsychologen
über seine Aufgaben.
RUBENS: Herr Prof. Schölmerich,
zunächst herzlichen Glückwunsch zur Ernennung.
Wie kam das Rektorat auf Sie?
Prof. Schölmerich: Ich gehöre
seit sieben Jahren der Universitätskommission für
Forschung und Wissenstransfer an. Da konnte ich mir
einen Überblick über Forschungsförderung
und auch über den wissenschaftlichen Nachwuchs
verschaffen. Das war sicher ein Argument für das
Rektorat. Auch mein Vorgänger, der Kollege Prof.
Bausch, war ja in dieser Kommission.
RUBENS: Was macht ein DFG-Vertrauensdozent?
Prof. Schölmerich: Für die
DFG bin ich der erste Ansprechpartner an der Ruhr-Universität.
Ich werde von dort über Neuigkeiten, zum Beispiel
neue Programme oder Förderlinien, informiert und
kann das weitergeben. Hier kann ich meine Kollegen beraten,
sie beim Ausfüllen der Anträge unterstützen
und ganz allgemein Fragen beantworten. Eine Beratung
ist vor allem bei Erstantragstellern, beispielsweise
kurz nach der Promotion sinnvoll. Es gibt spezifische
Programme, die sich an diese Zielgruppe richten, aber
die Antragsteller brauchen vielleicht am ehesten Unterstützung.
Neben Forschungsstipendien werden beispielsweise auch
eigene Stellen finanziert. Das ist ein Potenzial, das
längst nicht ausgeschöpft wird. Die großen
Fördergeschichten laufen ohnehin, da weiß
jeder Bescheid. Es reicht, wenn ich über die Anträge
und das Verfahren informiert werde.
Guter Start
RUBENS: Das heißt, Sie bekommen
jeden Antrag in Kopie auf den Tisch?
Prof. Schölmerich: Genau, und
wir sammeln das hier. Das erste offizielle Schreiben,
das ich nach meiner Ernennung von der DFG bekommen habe,
war die Annahme eines Antrages aus den Islamwissenschaften.
RUBENS: Ein guter Start.
Prof. Schölmerich: Ja, so kann
es weitergehen.
RUBENS: Gibt es für Ihre Tätigkeit
eine Vergütung?
Prof. Schölmerich: Nein, nein,
das ein ehrenamtliche Aufgabe.
RUBENS: Wie viele Anträge haben
Sie selbst schon bei der DFG gestellt?
Prof. Schölmerich: Ich habe bei
der DFG zwei Anträge gestellt, von denen einer
bewilligt wurde. Ansonsten beziehe ich meine Forschungsförderung
eher aus dem Ausland und aktuell auch von der VW-Stiftung.
Ich bin aber gelegentlich als Gutachter für die
DFG tätig und kenne mich mit dem Antragswesen zumindest
für meinen Bereich gut aus.
RUBENS: Welches sind die größten
Hürden bei Anträgen auf Forschungsförderung?
Prof. Schölmerich: Da ist zum
einen die Angst vor Ablehnung. Das ist ganz natürlich.
Ich möchte dennoch potenzielle Antragsteller ermutigen,
dieses Risiko einzugehen. Gerade die frisch Promovierten
sollten keine Scheu haben. Sie sind aufgrund ihrer Forschung
die Experten schlechthin für das Projekt, das gefördert
werden soll. Sie sind optimal informiert über Literatur,
den aktuellen Stand der Forschung und die eigenen Vorarbeiten.
Das sind zugleich die wesentlichen Punkte des Antrags.
Jetzt muss man nur noch die auf das Dissertationsthema
aufbauende neue Forschungsfrage – ideal ist eine
interdisziplinäre Frage – formulieren. Auch
das sollte einem in dieser Phase der eigenen akademischen
Entwicklung nicht allzu schwer fallen.
Auch das Dezernat 4 hilft
RUBENS: Es wird in den Anträgen
doch gewiss auch bürokratische Aspekte geben?
Prof. Schölmerich: Ja, es werden
unter anderem Kalkulationen erwartet für Wissenschaftlerstellen,
für studentische Hilfskräfte oder für
Geräte. Da allerdings hilft das Dezernat 4. Für
vieles gibt es Richtwerte, die von der DFG meist problemlos
akzeptiert werden. Das ist keineswegs endlos bürokratisch,
davor sollte niemand zurückschrecken.
RUBENS: Meinen Sie, dass Ihre Funktion
und auch die Programme der DFG an der RUB ausreichend
bekannt sind?
Prof. Schölmerich: Vielleicht
noch nicht ganz. Ich habe aber eine Idee, wie man etwas
Werbung für diese doch so gute Sache machen könnte.
Ich würde gerne mit dem Forschungsprorektor Prof.
Awakowicz eine Tour durch alle Fakultäten machen.
Dort könnten wir zum einen die Förderprogramme
vorstellen, zum anderen erfahren, wo in den einzelnen
Fächern spezieller Beratungsbedarf besteht. Ich
denke, in persönlichen Gesprächen erreicht
man da mehr als ausschließlich über Internetangebote.
RUBENS: Werden Sie auch eine Art Sprechstunde
für DFG-Fragen einrichten?
Prof. Schölmerich: Ich denke,
das ist nicht notwendig. Die Arbeit als Vertrauensdozent
werde ich gut in meinen normalen Arbeitsablauf integrieren
können. Ich bin immer per E-Mail erreichbar, um
kurze Fragen zu beantworten oder um Termine für
längere Gespräche zu vereinbaren.
Info: Prof. Axel Schölmerich ist
am besten zu erreichen unter axel.schoelmerich@rub.de
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