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RUBENS 118

28. September 2007

Mutmacher

DFG-Vertrauensdozent Axel Schölmerich ermuntert Wissenschaftler, Forschungsanträge zu stellen

Für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gilt er als Bindeglied zur Hochschule. Den Wissenschaftlern einer Uni soll er eine wichtige Hilfe sein, wenn es beispielsweise um Forschungsanträge an die DFG geht. Deshalb gibt es an jeder Hochschule einen DFG-Vertrauensdozenten. An der RUB heißt er seit diesem Sommer Prof. Dr. Axel Schölmerich. Arne Dessaul sprach mit dem Entwicklungspsychologen über seine Aufgaben.

RUBENS: Herr Prof. Schölmerich, zunächst herzlichen Glückwunsch zur Ernennung. Wie kam das Rektorat auf Sie?
Prof. Schölmerich: Ich gehöre seit sieben Jahren der Universitätskommission für Forschung und Wissenstransfer an. Da konnte ich mir einen Überblick über Forschungsförderung und auch über den wissenschaftlichen Nachwuchs verschaffen. Das war sicher ein Argument für das Rektorat. Auch mein Vorgänger, der Kollege Prof. Bausch, war ja in dieser Kommission.

RUBENS: Was macht ein DFG-Vertrauensdozent?
Prof. Schölmerich: Für die DFG bin ich der erste Ansprechpartner an der Ruhr-Universität. Ich werde von dort über Neuigkeiten, zum Beispiel neue Programme oder Förderlinien, informiert und kann das weitergeben. Hier kann ich meine Kollegen beraten, sie beim Ausfüllen der Anträge unterstützen und ganz allgemein Fragen beantworten. Eine Beratung ist vor allem bei Erstantragstellern, beispielsweise kurz nach der Promotion sinnvoll. Es gibt spezifische Programme, die sich an diese Zielgruppe richten, aber die Antragsteller brauchen vielleicht am ehesten Unterstützung. Neben Forschungsstipendien werden beispielsweise auch eigene Stellen finanziert. Das ist ein Potenzial, das längst nicht ausgeschöpft wird. Die großen Fördergeschichten laufen ohnehin, da weiß jeder Bescheid. Es reicht, wenn ich über die Anträge und das Verfahren informiert werde.

Guter Start

RUBENS: Das heißt, Sie bekommen jeden Antrag in Kopie auf den Tisch?
Prof. Schölmerich: Genau, und wir sammeln das hier. Das erste offizielle Schreiben, das ich nach meiner Ernennung von der DFG bekommen habe, war die Annahme eines Antrages aus den Islamwissenschaften.

RUBENS: Ein guter Start.
Prof. Schölmerich: Ja, so kann es weitergehen.

RUBENS: Gibt es für Ihre Tätigkeit eine Vergütung?
Prof. Schölmerich: Nein, nein, das ein ehrenamtliche Aufgabe.

RUBENS: Wie viele Anträge haben Sie selbst schon bei der DFG gestellt?
Prof. Schölmerich: Ich habe bei der DFG zwei Anträge gestellt, von denen einer bewilligt wurde. Ansonsten beziehe ich meine Forschungsförderung eher aus dem Ausland und aktuell auch von der VW-Stiftung. Ich bin aber gelegentlich als Gutachter für die DFG tätig und kenne mich mit dem Antragswesen zumindest für meinen Bereich gut aus.

RUBENS: Welches sind die größten Hürden bei Anträgen auf Forschungsförderung?
Prof. Schölmerich: Da ist zum einen die Angst vor Ablehnung. Das ist ganz natürlich. Ich möchte dennoch potenzielle Antragsteller ermutigen, dieses Risiko einzugehen. Gerade die frisch Promovierten sollten keine Scheu haben. Sie sind aufgrund ihrer Forschung die Experten schlechthin für das Projekt, das gefördert werden soll. Sie sind optimal informiert über Literatur, den aktuellen Stand der Forschung und die eigenen Vorarbeiten. Das sind zugleich die wesentlichen Punkte des Antrags. Jetzt muss man nur noch die auf das Dissertationsthema aufbauende neue Forschungsfrage – ideal ist eine interdisziplinäre Frage – formulieren. Auch das sollte einem in dieser Phase der eigenen akademischen Entwicklung nicht allzu schwer fallen.

Auch das Dezernat 4 hilft

RUBENS: Es wird in den Anträgen doch gewiss auch bürokratische Aspekte geben?
Prof. Schölmerich: Ja, es werden unter anderem Kalkulationen erwartet für Wissenschaftlerstellen, für studentische Hilfskräfte oder für Geräte. Da allerdings hilft das Dezernat 4. Für vieles gibt es Richtwerte, die von der DFG meist problemlos akzeptiert werden. Das ist keineswegs endlos bürokratisch, davor sollte niemand zurückschrecken.

RUBENS: Meinen Sie, dass Ihre Funktion und auch die Programme der DFG an der RUB ausreichend bekannt sind?
Prof. Schölmerich: Vielleicht noch nicht ganz. Ich habe aber eine Idee, wie man etwas Werbung für diese doch so gute Sache machen könnte. Ich würde gerne mit dem Forschungsprorektor Prof. Awakowicz eine Tour durch alle Fakultäten machen. Dort könnten wir zum einen die Förderprogramme vorstellen, zum anderen erfahren, wo in den einzelnen Fächern spezieller Beratungsbedarf besteht. Ich denke, in persönlichen Gesprächen erreicht man da mehr als ausschließlich über Internetangebote.

RUBENS: Werden Sie auch eine Art Sprechstunde für DFG-Fragen einrichten?
Prof. Schölmerich: Ich denke, das ist nicht notwendig. Die Arbeit als Vertrauensdozent werde ich gut in meinen normalen Arbeitsablauf integrieren können. Ich bin immer per E-Mail erreichbar, um kurze Fragen zu beantworten oder um Termine für längere Gespräche zu vereinbaren.



Info: Prof. Axel Schölmerich ist am besten zu erreichen unter axel.schoelmerich@rub.de







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