Einen Versuch
wert
Serie Ausbildungsberufe
an der Ruhr-Uni: Physiklaborant
Mit 158 Auszubildenden ist die Ruhr-Universität
drittgrößter Ausbildungsbetrieb in Bochum.
Die Liste der 17 Ausbildungsberufe reicht vom Feinwerkmechaniker
über den Tierpfleger bis hin zum Glasapparatebauer.
Doch was genau steckt hinter diesen Bezeichnungen? RUBENS
liefert die Antworten. Dieses Mal wird der Ausbildungsberuf
Physiklaborant vorgestellt. Drei Azubis lernen momentan
den Beruf.
Seit einem Jahr bildet die RUB Physiklaboranten aus. In
die Rolle des Ausbilders schlüpfte Dr. Dirk Meyer,
Leiter des Physikalischen Praktikums an der Fakultät
für Physik und Astronomie. Die dreieinhalb Jahre
dauernde Ausbildung findet dualistisch statt: Im Berufskolleg
Mülheim wird die Theorie gelehrt, während die
RUB die betriebliche Praxis übernimmt, eine zentrale
IHK-Prüfung schließt die Ausbildung ab. Wer
sich ausbilden lassen möchte, braucht die mittlere
Reife, muss ein grundlegendes Interesse an Physik nachweisen
sowie gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern
und Mathematik.
Der angehende Physiklaborant lernt physikalische und elektronische
Grundlagen, Feinmechanik für kleinere Reparaturen,
Werkstoffbearbeitung und chemisches Grundwissen. Die Lehre
findet nicht ausschließlich im Physikalischen Praktikum
statt. Dirk Meyer bietet seinen Azubis ein breites Spektrum,
darunter Praktika in der Industrie. Schließlich
gehören Unternehmen zu den möglichen späteren
Arbeitgebern. Physiklaboranten arbeiten vorzugsweise in
der Qualitätskontrolle und prüfen beispielsweise
die Oberflächen von Produkten in der Autoindustrie.
Wer an der Uni bleibt, baut Versuche auf, führt sie
durch, sammelt Ergebnisse und baut anschließend
wieder ab. Das üben die Azubis während der Lehre
ausgiebig, sie müssen dabei selbst entscheiden, welche
Geräte sie benötigen und sicher stellen, dass
diese auch funktionieren.
Angenehm überrascht
Momentan bildet Dirk Meyer drei Azubis zum Physiklaboranten
aus. Von der Ausbildung hatten sie zufällig erfahren.
Kevin Zarske hatte sich schon immer für Naturwissenschaften
interessiert. „Ganz so hab’ ich mir das
allerdings nicht vorgestellt“, sagt er jetzt.
Er hatte erwartet, nur im Labor zu arbeiten, und war
dann von der Vielfalt angenehm überrascht. Stephanie
Vassilakis wollte zunächst Chemielaborantin werden
und hatte dann die Ausbildung zum Physiklaboranten entdeckt.
Marc Michalewski konnte schon im ersten Lehrjahr studentische
Versuche im Physikalischen Praktikum mitbetreuen, er
hat seine Lehre von Anfang an auf zweieinhalb Jahre
verkürzt, im Sommer 2008 wird er fertig sein. Fürs
spätere Berufsleben als Physiklaborant wünscht
er sich weiterhin viel Abwechslung; außerdem möchte
er eigenständig arbeiten. Insgesamt sind die Stellenaussichten
für Physiklaboranten gut, der Beruf erlebt momentan
einen Aufschwung.
PS: Zum 1. August 2007 hat die RUB 42 neue Auszubildende
in zehn Berufen aufgenommen. Die meisten von ihnen lernen
den Beruf des Feinwerkmechanikers (20) und des Fachinformatikers
(11). Mehr Infos zur Ausbildung an der RUB: http://www.rub.de/auszubildende.
Kathrin
Beckert
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