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RUBENS 118

28. September 2007

Einen Versuch wert

Serie Ausbildungsberufe an der Ruhr-Uni: Physiklaborant


Mit 158 Auszubildenden ist die Ruhr-Universität drittgrößter Ausbildungsbetrieb in Bochum. Die Liste der 17 Ausbildungsberufe reicht vom Feinwerkmechaniker über den Tierpfleger bis hin zum Glasapparatebauer. Doch was genau steckt hinter diesen Bezeichnungen? RUBENS liefert die Antworten. Dieses Mal wird der Ausbildungsberuf Physiklaborant vorgestellt. Drei Azubis lernen momentan den Beruf.

Seit einem Jahr bildet die RUB Physiklaboranten aus. In die Rolle des Ausbilders schlüpfte Dr. Dirk Meyer, Leiter des Physikalischen Praktikums an der Fakultät für Physik und Astronomie. Die dreieinhalb Jahre dauernde Ausbildung findet dualistisch statt: Im Berufskolleg Mülheim wird die Theorie gelehrt, während die RUB die betriebliche Praxis übernimmt, eine zentrale IHK-Prüfung schließt die Ausbildung ab. Wer sich ausbilden lassen möchte, braucht die mittlere Reife, muss ein grundlegendes Interesse an Physik nachweisen sowie gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik.
Der angehende Physiklaborant lernt physikalische und elektronische Grundlagen, Feinmechanik für kleinere Reparaturen, Werkstoffbearbeitung und chemisches Grundwissen. Die Lehre findet nicht ausschließlich im Physikalischen Praktikum statt. Dirk Meyer bietet seinen Azubis ein breites Spektrum, darunter Praktika in der Industrie. Schließlich gehören Unternehmen zu den möglichen späteren Arbeitgebern. Physiklaboranten arbeiten vorzugsweise in der Qualitätskontrolle und prüfen beispielsweise die Oberflächen von Produkten in der Autoindustrie. Wer an der Uni bleibt, baut Versuche auf, führt sie durch, sammelt Ergebnisse und baut anschließend wieder ab. Das üben die Azubis während der Lehre ausgiebig, sie müssen dabei selbst entscheiden, welche Geräte sie benötigen und sicher stellen, dass diese auch funktionieren.

Angenehm überrascht

Momentan bildet Dirk Meyer drei Azubis zum Physiklaboranten aus. Von der Ausbildung hatten sie zufällig erfahren. Kevin Zarske hatte sich schon immer für Naturwissenschaften interessiert. „Ganz so hab’ ich mir das allerdings nicht vorgestellt“, sagt er jetzt. Er hatte erwartet, nur im Labor zu arbeiten, und war dann von der Vielfalt angenehm überrascht. Stephanie Vassilakis wollte zunächst Chemielaborantin werden und hatte dann die Ausbildung zum Physiklaboranten entdeckt. Marc Michalewski konnte schon im ersten Lehrjahr studentische Versuche im Physikalischen Praktikum mitbetreuen, er hat seine Lehre von Anfang an auf zweieinhalb Jahre verkürzt, im Sommer 2008 wird er fertig sein. Fürs spätere Berufsleben als Physiklaborant wünscht er sich weiterhin viel Abwechslung; außerdem möchte er eigenständig arbeiten. Insgesamt sind die Stellenaussichten für Physiklaboranten gut, der Beruf erlebt momentan einen Aufschwung.

PS: Zum 1. August 2007 hat die RUB 42 neue Auszubildende in zehn Berufen aufgenommen. Die meisten von ihnen lernen den Beruf des Feinwerkmechanikers (20) und des Fachinformatikers (11). Mehr Infos zur Ausbildung an der RUB: http://www.rub.de/auszubildende.




Kathrin Beckert
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Letzte Änderung: 28.9.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik