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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Emil-verdächtig
Der Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft prämiert
regelmäßig gute Lehre
Seit 2004 zeichnet der Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft
in jedem Semester (seit 2006 in jedem Jahr) den besten
Lehrenden des Instituts aus. Als Lohn für die gute
Lehre gibt es den „Emil“, ein Bonsai-Bäumchen,
das es fortan genauso zu pflegen und hegen gilt wie die
Studierenden bzw. allgemein die Bildung. Maßgeblich
für die Preisvergabe ist das Votum der Studierenden.
Über die Idee dahinter sprach Arne Dessaul mit Anja
Rudek vom Fachschaftsrat.
RUBENS: Frau Rudek, welche Idee steckt ursprünglich
hinter dem Emil?
Anja Rudek: Der Emil wird an die Lehrende bzw. den Lehrenden
verliehen, der die Studierenden durch eine besonders gute
Lehrveranstaltung überzeugt hat. Es geht also um
die Qualität von Lehre aus studentischer Perspektive.
Die Studierenden können ihre Zufriedenheit mit den
Lehrveranstaltungen wirksam artikulieren. Die Dozenten
wählen eines ihrer Seminare aus, das sie evaluieren
lassen möchten und können sich so ein umfassendes
Feed-back für diese Veranstaltung einholen. Letztlich
sollen sie natürlich dazu motiviert werden, eine
qualitative und ansprechende Lehre anzubieten, mit der
die Studierenden zufrieden sind. Dieses Jahr haben wir
erstmalig den Emil-Report präsentiert, in dem die
Evaluationsergebnisse detailliert dargestellt werden.
Drei Kategorien
RUBENS: Was zeichnet ein gutes Seminar in Pädagogik
aus und wie lässt sich das so objektiv wie möglich
messen?
Anja Rudek: Die Kriterien, die ein gutes Seminar auszeichnen,
werden durch unseren standardisierten Fragebogen abgebildet.
Wir haben ihn in vier Untersuchungsebenen untergliedert,
um eine Veranstaltung möglichst umfassend in Bewertungskategorien
einfangen zu können. Beim ersten Bewertungsblock
geht es um die Ziele, die Inhalte und die Struktur der
Veranstaltung. Auf der zweiten Ebene werden die eingesetzten
Methoden und Medien bewertet, hier wird also auf die didaktische
Komponente von Lehrveranstaltungen abgezielt. Drittens
wird das Verhalten der Seminarleitung bewertet und viertens
der mit der Veranstaltung verbundene Lernerfolg eingeschätzt.
RUBENS: Was bedeutet „Verhalten“?
Anja Rudek: Ist ein Dozent offensichtlich gut vorbereitet,
sorgt er für eine angenehme Arbeitsatmosphäre
usw.
RUBENS: Alles klar. Und den Fragebogen hat der Fachschaftsrat
komplett entwickelt?
Anja Rudek: Ja, genau. Er macht die systematische Messung
der Qualitätskriterien von guter Lehre aus studentischer
Sicht möglich. Wir messen nur, was wir vorher selektiv
durch Bewertungskriterien festgelegt haben. Zu Beginn
zielte der Fragebogen auf Seminare, die vornehmlich durch
studentische Aktivitäten wie Referate und Präsentationen
geprägt sind. Wir haben ihn aber so modifiziert,
dass eher dozentenzentrierte Veranstaltungen nicht mehr
benachteiligt werden. Wir werden den Fragebogen aber noch
weiter entwickeln und offene Fragen einbauen. Das ermöglicht
die subjektive Deutung von Lehrveranstaltungen und die
individuelle Interpretation der Bewertungskriterien.
550 Bögen
RUBENS: Wie viele Lehrende und Studierende haben an
der letzten Abstimmung teilgenommen?
Anja Rudek: Wir hatten 550 ausgefüllte Fragebögen
für 19 Dozenten und zwei Lehrbeauftragte.
RUBENS: Welches Seminar bzw. welche Art Seminar hat Ihnen
persönlich bisher am besten
gefallen?
Anja Rudek: Das kann ich so pauschal nicht sagen. Ein
Seminargeschehen ist immer so multidimensional und es
gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum einem
ein Seminar gefällt. Vielleicht, weil es einem dazu
verhilft, sich fachtheoretisch enorm weiterzuentwickeln.
Vielleicht aber auch deshalb, weil es von einer wissenschaftlich
sehr renommierten Persönlichkeit veranstaltet wird,
von der man sehr beeindruckt ist. Vielleicht mag man ein
Seminar auch einfach, weil es in einer netten Gruppe abgehalten
wird und die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm ist.
RUBENS: Und für welches Seminar haben Sie beim letzten
Mal abgestimmt?
Anja Rudek: Für keines. Ich hatte nur Veranstaltungen
besucht, die nicht zur Abstimmung standen.
RUBENS: Sind die Messmethoden zur Qualität der Lehre
in der Pädagogik auf andere Fächer übertragbar?
Anja Rudek: Bei den Geisteswissenschaften auf jeden Fall,
in den Ingenieur- und Naturwissenschaften müsste
der Fragebogen modifiziert werden. Wir hatten auch schon
einige Anfragen von anderen Fachschaften.
RUBENS: Und, haben Sie den Fragebogen weitergegeben?
Anja Rudek: Ja, natürlich.
ad
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