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RUBENS 117

29. Juni 2007

Auf Tauchstation



Biologiestudierende erforschen Korallenriffe im Roten Meer



Nicht viele Studierende bekommen im Studium die „Oasen in den Wüsten der Meere“ zu sehen. Im Mai hatten jedoch 23 Biologiestudierende der Ruhr-Universität diese einmalige Gelegenheit: Auf Tauchgängen untersuchten sie 14 Tage lang die faszinierende Welt der Korallenriffe im Roten Meer.

Korallenriffe werden oft als „Oasen in der Wüste des Meeres“ bezeichnet. Dieses Bild beschreibt die hohe Diversität, den Farben- und Formenreichtum in den sonst nährstoffarmen Meeresgebieten. Korallenriffe sind als Resultat der Beziehung zwischen Korallen und ihren symbiontischen Algen die größten biogen entstandenen Strukturen und neben den Regenwäldern die artenreichsten Ökosysteme der Erde.
Prof. Dr. Ralph Tollrian (Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere) ermöglichte 23 seiner Studierenden, diesen einzigartigen Lebensraum mit eigenen Augen zu sehen. Das Motto ihrer 14-tägigen Exkursion im Sommersemester lautete „Ökologie und Biodiversität der Korallenriffe“. Ziel der Reise war die Sinai-Halbinsel (Ägypten).
Bei ihren Tauchgängen zu den Korallenriffen im Roten Meer erlebten die Biologen nicht nur eine spektakuläre Unterwasserwelt. Sie studierten zudem viele generelle Funktionen und Zusammenhänge von Ökosystemen und die Anpassungen der Organismen. Die Region des Sinai erwies sich als ideal für die Exkursion. Neben den Korallenriffen, die zu den spektakulärsten der Welt gehören, besuchte die Gruppe die Mangrovenökosysteme, die Wüste und das Gebirge des Sinai.

Fortsetzung folgt

Eine solche Expedition, bei der Studierende offiziell tauchen dürfen und dabei versichert sind, sei seines Wissens einzigartig in Deutschland, so Prof. Tollrian. Andere Universitäten würden höchstens Schnorchelexkursionen anbieten. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Hochschulsport der RUB konnten die Studierenden vorher günstig den notwendigen Tauchschein erwerben. Als Hauptsponsor stellte die Firma Mares kostenlos Tauchausrüstungen zur Verfügung. Condor/Thomas Cook erklärte sich bereit, die umfangreiche biologische Forschungsausrüstung kostenfrei zu transportieren.
Die Studenten arbeiteten täglich von morgens bis in die Nacht und absolvierten in dieser Zeit zwei bis drei Tauchgänge. Teilweise tauchten sie sogar bei Dunkelheit, um nachtaktive Organismen zu studieren. Nach den Tauchgängen traf sich die Gruppe zu weiterführenden Vorträgen und Diskussionen. Dabei profitierten die Studenten von den theoretischen, im vorher stattfindenden Seminar erworbenen Kenntnissen.
Da ein Korallenriff sehr viele für Biologen interessante Aspekte bietet, wurde die Erforschung mit Hilfe von Projekten gegliedert, die jeweils von allen Studierenden bearbeitet wurden. Die Projekte lenkten den Blick jeweils auf einzelne Teilaspekte und vermittelten aktuelle Arbeitsmethoden.
Ralph Tollrian, der schon in München Exkursionen dieser Art angeboten hat, war am Ende begeistert. „Die Studenten arbeiteten sehr gut mit, auch als Team. Alle haben die Abschlussklausur gut bestanden.“ Insgesamt sei das Ganze so positiv verlaufen, dass der Biologe die nächste Exkursion für das kommende Jahr plant. „Die Ruhr-Universität bietet den Studenten die nötige Infrastruktur, um Exkursionen dieser Art langfristig zu etablieren.“

 


Kathrin Beckert
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Letzte Änderung: 29.6.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik