500. Promotion
Fakultät für Bauingenieurwesen mit
Jubiläum
Ein ganz besonderes Jubiläum konnte die Fakultät
für Bauingenieurwesen am 21. Juni feiern: An diesem
Tag fand die mündliche Prüfung zur 500. Promotion
in der Fakultät statt. Als Jubilar konnte sich
Dipl.-Ing. Jochen Harding feiern lassen.
Am 30. Januar 1969 war in der damaligen Abteilung für
Maschinenbau und Konstruktiven Ingenieurbau das erste
Promotionsverfahren im Bauingenieurwesen abgeschlossen
worden. In der damaligen Dissertation ging es um die
Berechnung räumlicher Spannungszustände in
Hohlzylindern.
Bei den durchschnittlich 17 Promotionsverfahren, die
in jedem Jahr an der Fakultät erfolgreich abgeschlossen
werden, stellen computergestützte Simulationsmodelle
bis heute einen Themenschwerpunkt dar. Mit der Entwicklung
der Computertechnik und der breiten, interdisziplinären
Ausrichtung der Fakultät sind im Verlauf der letzten
Jahrzehnte immer neue Anwendungsbereiche hinzugekommen.
Diese Entwicklung wird durch die Beteiligung der Fakultät
an der Exzellenzinitiative der Ruhr-Universität
Bochum im Rahmen des Research Departments „Advanced
Computational Engineering“ weiter verstärkt
werden.
So behandelt auch die 500. Promotion ein Thema aus dem
Bereich der Computeranwendung: die Simulation des Autobahnverkehrs.
Jochen Harding hat ein Modell für das Verhalten
der Autofahrer auf Schnellstraßen entwickelt.
Durch Messungen im fließenden Verkehr wurde festgestellt,
wie die Fahrer ihren Abstand zum Vordermann wählen
und wann sie den Fahrstreifen wechseln.
Wie jeder Verkehrsteilnehmer aus eigener Erfahrung weiß,
ist das Verhalten eines Autofahrers nur bedingt berechenbar.
Deshalb werden die Handlungsweisen durch Ansätze
aus der Wahrscheinlichkeitstheorie beschrieben, bei
denen die Unschärfe menschlicher Verhaltensmuster
durch die sog. Fuzzy-Logik abgebildet wird. Dadurch
gelingt es, den Verkehrsfluss auf Autobahnen und ihren
Anschlussstellen sehr realistisch im Computer nachzubilden.
Mit dem Modell können unterschiedliche Planungen
und Verkehrssteuerungen auf ihre Auswirkungen hin untersucht
und verglichen werden.
Harding konnte bei seiner wissenschaftlichen Arbeit
sowohl auf sein Studium des Bauingenieurwesens an der
Ruhr-Universität – ergänzt durch einen
einsemestrigen Studienaufenthalt in England –
als auch auf eine 18-monatige Tätigkeit als Verkehrsingenieur
in den USA zurückgreifen. Somit ist er mit den
verschiedenen Facetten des Verkehrswesens bestens vertraut.
Mit den Ergebnissen seiner Arbeit wird es möglich,
die Gestaltung von Autobahnen und die Verkehrssteuerung
zu verbessern und so die Mobilität der Zukunft
zu gestalten.
Prof.
Andreas Schumann
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