Hinter verschlossenen Türen
Gebäudeserie: Werkhallen
Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes
Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich anfangs nicht
in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt den Ausgang
gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und
warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS
liefert die Antworten: diesmal zu den Werkhallen der Ingenieure,
die offiziell IAN, IBN und ICN heißen; demnächst
kommt zusammen mit dem Neubau ID auch noch das IDN hinzu.
Während auf dem Campus reges Kommen und Gehen herrscht,
der Geräuschpegel dominiert wird von Diskussionen
über Vorlesungen, die anstehende Hausarbeit oder
den Kneipenbesuch vom letzten Samstag, ist in den Werkhallen
nur das permanente dumpfe Grollen von Maschinen zu hören.
Ganz vereinzelt huscht jemand über den Flur und steuert
zielstrebig die nächste Tür an.
Die schweren Feuerschutztüren sind gepflastert mit
Ver- und Geboten: Rauchen verboten! Kein offenes Feuer!
Lärmschutzpflicht! Schutzbrillenpflicht! Hochspannung,
Lebensgefahr! Zutritt nur für Mitarbeiter! Als Besucher
hat man es hier nicht leicht, sich zurechtzufinden und
landet immer wieder in Sackgassen, die nur den Beschäftigten
ein Weiterkommen ermöglichen. Diese scheinen sich
der geheimnisvollen Atmosphäre voll bewusst zu sein.
„Was immer Sie sich in Ihrer Fantasie vorstellen
– hinter dieser Tür passiert es“. Mit
diesem Aufkleber an seiner Tür kokettiert ein Mitarbeiter
mit dem Image des „Mad Scientist“.
Simulierte Erdbeben
Doch was ist nun der genaue Zweck der Werkhallen? Vor
allem die Maschinenbauer, Elektrotechniker und Bauingenieure
arbeiten hier. Sie stellen einerseits Geräte selbst
her – in ihren Werkstätten verarbeiten sie
Holz, Kunststoff und auch Stahl, anderseits verfügen
sie über fertige Maschinen, mit denen sie Experimente
durchführen. Im Gebäude IAN ist beispielsweise
der Bereich Konstruktionsteilprüfung des Instituts
für Konstruktiven Ingenieurbau untergebracht.
Die Ingenieure untersuchen die Zuverlässigkeit
und Sicherheit von Bauteilen. Ihre Maschinen dienen
nicht ausschließlich den Forschern der RUB. Auftraggeber
aus Industrie und von öffentlichen Stellen können
sie ebenso buchen. Die Bochumer Ingenieurwissenschaftler
unterstützen diese dann bei Qualitätskontrollen
oder Zulassungsverfahren.
Auf einer Fläche von 2.500 qm sind in den Werkhallen
diverse Prüfmaschinen untergebracht, z. B. ein
Erdbebensimulator (Rütteltisch), mit dem einzelne
Bauteile oder Konstruktionen auf ihre Erdbebensicherheit
getestet werden. Die Wirklichkeitsnähe der statischen
und dynamischen Belastungen ist sehr wichtig für
die Tests, sie wurde daher bereits beim Bau der Versuchseinrichtungen
beachtet. Eine korrekte Arbeitskleidung ist ebenso unentbehrlich
für die Arbeit hier, daher haben die Werkhallen
eine auf den ersten Blick nicht vermutete Gemeinsamkeit
mit den Uni-Sporthallen: Es gibt hier eine ganze Reihe
von Umkleideräumen.
Nicole
Holtz
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