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RUBENS 116

1. Juni 2007

Hinter verschlossenen Türen


Gebäudeserie: Werkhallen



Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt den Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten: diesmal zu den Werkhallen der Ingenieure, die offiziell IAN, IBN und ICN heißen; demnächst kommt zusammen mit dem Neubau ID auch noch das IDN hinzu.

Während auf dem Campus reges Kommen und Gehen herrscht, der Geräuschpegel dominiert wird von Diskussionen über Vorlesungen, die anstehende Hausarbeit oder den Kneipenbesuch vom letzten Samstag, ist in den Werkhallen nur das permanente dumpfe Grollen von Maschinen zu hören. Ganz vereinzelt huscht jemand über den Flur und steuert zielstrebig die nächste Tür an.
Die schweren Feuerschutztüren sind gepflastert mit Ver- und Geboten: Rauchen verboten! Kein offenes Feuer! Lärmschutzpflicht! Schutzbrillenpflicht! Hochspannung, Lebensgefahr! Zutritt nur für Mitarbeiter! Als Besucher hat man es hier nicht leicht, sich zurechtzufinden und landet immer wieder in Sackgassen, die nur den Beschäftigten ein Weiterkommen ermöglichen. Diese scheinen sich der geheimnisvollen Atmosphäre voll bewusst zu sein. „Was immer Sie sich in Ihrer Fantasie vorstellen – hinter dieser Tür passiert es“. Mit diesem Aufkleber an seiner Tür kokettiert ein Mitarbeiter mit dem Image des „Mad Scientist“.

Simulierte Erdbeben

Doch was ist nun der genaue Zweck der Werkhallen? Vor allem die Maschinenbauer, Elektrotechniker und Bauingenieure arbeiten hier. Sie stellen einerseits Geräte selbst her – in ihren Werkstätten verarbeiten sie Holz, Kunststoff und auch Stahl, anderseits verfügen sie über fertige Maschinen, mit denen sie Experimente durchführen. Im Gebäude IAN ist beispielsweise der Bereich Konstruktionsteilprüfung des Instituts für Konstruktiven Ingenieurbau untergebracht.
Die Ingenieure untersuchen die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Bauteilen. Ihre Maschinen dienen nicht ausschließlich den Forschern der RUB. Auftraggeber aus Industrie und von öffentlichen Stellen können sie ebenso buchen. Die Bochumer Ingenieurwissenschaftler unterstützen diese dann bei Qualitätskontrollen oder Zulassungsverfahren.
Auf einer Fläche von 2.500 qm sind in den Werkhallen diverse Prüfmaschinen untergebracht, z. B. ein Erdbebensimulator (Rütteltisch), mit dem einzelne Bauteile oder Konstruktionen auf ihre Erdbebensicherheit getestet werden. Die Wirklichkeitsnähe der statischen und dynamischen Belastungen ist sehr wichtig für die Tests, sie wurde daher bereits beim Bau der Versuchseinrichtungen beachtet. Eine korrekte Arbeitskleidung ist ebenso unentbehrlich für die Arbeit hier, daher haben die Werkhallen eine auf den ersten Blick nicht vermutete Gemeinsamkeit mit den Uni-Sporthallen: Es gibt hier eine ganze Reihe von Umkleideräumen.

 



Nicole Holtz
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Letzte Änderung: 2.5.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik