Geschlechterdimensionen
Der Master-Studiengang „Gender Studies“
hat sich etabliert
Vor anderthalb Jahren startete der deutschlandweit einmalige
2-Fach-Master-Studiengang „Gender Studies –
Kultur, Kommunikation, Gesellschaft“ an der Ruhr-Uni.
Er bietet Studierenden, Nachwuchswissenschaftlern und
anderen Fachleuten eine professionelle Plattform. Neben
Forschung und Lehre gehören dazu: Workshops, ein
Online-Journal und demnächst ein internationaler
Studiengang.
„Gender Studies ist interdisziplinär
und international vergleichend orientiert. Unsere Kerndisziplinen
sind Medienwissenschaft, Sozialwissenschaft, Geschichte
und Romanistik“, erklärt die Medienwissenschaftlerin
Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky, geschäftsführende
Direktorin von „Gender Studies“. „Hinzu
kommen wechselnde Lehrangebote von anderen Fakultäten:
Orientalistik, Jura oder Psychologie.“
Derzeit gibt es 16 Studierende, die „Gender Studies“
als zweites Fach gewählt haben, in der Mehrzahl Frauen.
Melanie Trommer (27) war die erste Studentin, die sich
im Oktober 2005 eingeschrieben hat und wird ihr Studium
voraussichtlich im nächsten Semester beenden. Sie
lobt die Vielseitigkeit von „Gender Studies“:
„Man bekommt von allen Bereichen etwas mit und kann
über den Tellerrand hinausgucken. In diesem Semester
wird ein Seminar zum Strafrecht angeboten. Wir beschäftigen
uns darin mit der Analyse von Rechtsprechung im Hinblick
auf geschlechtsspezifische Argumentation.“
Der deutschlandweit einmalige Studiengang sorgte bereits
vor seinem Start für Furore, das Engagement der Organisatorinnen
wurde gleich im Startjahr 2005 mit dem Lore-Agnes-Preis
belohnt. Ihn vergibt das Rektorat für innovative
Projekte zur Frauenförderung und Gleichstellung.
Aggro-Kultur im HipHop
Von Anfang an waren die Organisatorinnen bemüht,
Veranstaltungen zu planen und umzusetzen, die über
das Studienprogramm hinausgehen. Dazu zählen Tagungen,
Workshops und Online-Foren. Der nächste Workshop
findet am 21. und 22. Juni statt. Experten aus Philosophie,
europäischer Ethnologie, Medienwissenschaft, Technikgeschichte,
Naturwissenschaftsforschung etc. stellen ihre Perspektiven
zum Thema „Lebenswissen – Medialisierung
– Geschlecht“ vor. Dabei geht es u. a. „Reproduktionsmedizin“
und „Biopolitik und Film“.
Wie vielfältig „Gender Studies“ ist,
beweist auch das erstmals im Mai erschienene Online-Journal
„Kultur und Geschlecht“. Es dient als Plattform
für Nachwuchswissenschaftler. Ihre innovativen
wissenschaftlichen Aufsätze, Masterarbeiten und
umfassenden Hausarbeiten behandeln Themen wie „Aggro-Kultur
im HipHop“ oder „Geschlechterdimension in
Weblogs“.
Anja Michaelsen, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Institut für Medienwissenschaft, hat die redaktionelle
Leitung des Journals übernommen. „Das Online-Journal
ist ein Projekt der Fakultät für Philologie
und richtet sich primär an ihre Mitglieder, aber
auch an Nachwuchswissenschaftler anderer Fakultäten,
um den interdisziplinären Ansatz zu gewährleisten“,
erläutert sie und kündigt die zweite Ausgabe
fürs Wintersemester an.
Zum Wintersemester 2008/2009 soll ein Ein-Fach-Master-Studiengang
in Form eines „Joint Degree“ eingerichtet
werden. Die Universitäten Bochum, Bielefeld und
Graz planen ein Netzwerk, um Studierenden, die sich
im Master auf „Gender Studies“ spezialisieren
wollen, integrierte Auslandssemester und international
anerkannte Abschlüsse anzubieten.
Bewerbung
Das Studium der „Gender Studies“ kann wieder
zum WS 07/08 aufgenommen werden. Bewerbungen müssen
bis zum 15.7.07 beim Studierendensekretariat vorliegen.
Das Studium wird im 2-Fach-Modell angeboten, d. h.:
Neben „Gender Studies“ muss noch ein anderes
Master-Fach studiert werden. Am 5. Juni (16 h, GB 02/60)
werden auf einer Infoveranstaltung Studiengang und Bewerbungsverfahren
erläutert. Weitere Infos: http://www.rub.de/genderstudies
Sheila
Patel
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