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RUBENS 116

1. Juni 2007

Geschlechterdimensionen


Der Master-Studiengang „Gender Studies“ hat sich etabliert




Vor anderthalb Jahren startete der deutschlandweit einmalige 2-Fach-Master-Studiengang „Gender Studies – Kultur, Kommunikation, Gesellschaft“ an der Ruhr-Uni. Er bietet Studierenden, Nachwuchswissenschaftlern und anderen Fachleuten eine professionelle Plattform. Neben Forschung und Lehre gehören dazu: Workshops, ein Online-Journal und demnächst ein internationaler Studiengang.

„Gender Studies ist interdisziplinär und international vergleichend orientiert. Unsere Kerndisziplinen sind Medienwissenschaft, Sozialwissenschaft, Geschichte und Romanistik“, erklärt die Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky, geschäftsführende Direktorin von „Gender Studies“. „Hinzu kommen wechselnde Lehrangebote von anderen Fakultäten: Orientalistik, Jura oder Psychologie.“
Derzeit gibt es 16 Studierende, die „Gender Studies“ als zweites Fach gewählt haben, in der Mehrzahl Frauen. Melanie Trommer (27) war die erste Studentin, die sich im Oktober 2005 eingeschrieben hat und wird ihr Studium voraussichtlich im nächsten Semester beenden. Sie lobt die Vielseitigkeit von „Gender Studies“: „Man bekommt von allen Bereichen etwas mit und kann über den Tellerrand hinausgucken. In diesem Semester wird ein Seminar zum Strafrecht angeboten. Wir beschäftigen uns darin mit der Analyse von Rechtsprechung im Hinblick auf geschlechtsspezifische Argumentation.“
Der deutschlandweit einmalige Studiengang sorgte bereits vor seinem Start für Furore, das Engagement der Organisatorinnen wurde gleich im Startjahr 2005 mit dem Lore-Agnes-Preis belohnt. Ihn vergibt das Rektorat für innovative Projekte zur Frauenförderung und Gleichstellung.

Aggro-Kultur im HipHop

Von Anfang an waren die Organisatorinnen bemüht, Veranstaltungen zu planen und umzusetzen, die über das Studienprogramm hinausgehen. Dazu zählen Tagungen, Workshops und Online-Foren. Der nächste Workshop findet am 21. und 22. Juni statt. Experten aus Philosophie, europäischer Ethnologie, Medienwissenschaft, Technikgeschichte, Naturwissenschaftsforschung etc. stellen ihre Perspektiven zum Thema „Lebenswissen – Medialisierung – Geschlecht“ vor. Dabei geht es u. a. „Reproduktionsmedizin“ und „Biopolitik und Film“.
Wie vielfältig „Gender Studies“ ist, beweist auch das erstmals im Mai erschienene Online-Journal „Kultur und Geschlecht“. Es dient als Plattform für Nachwuchswissenschaftler. Ihre innovativen wissenschaftlichen Aufsätze, Masterarbeiten und umfassenden Hausarbeiten behandeln Themen wie „Aggro-Kultur im HipHop“ oder „Geschlechterdimension in Weblogs“.
Anja Michaelsen, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft, hat die redaktionelle Leitung des Journals übernommen. „Das Online-Journal ist ein Projekt der Fakultät für Philologie und richtet sich primär an ihre Mitglieder, aber auch an Nachwuchswissenschaftler anderer Fakultäten, um den interdisziplinären Ansatz zu gewährleisten“, erläutert sie und kündigt die zweite Ausgabe fürs Wintersemester an.
Zum Wintersemester 2008/2009 soll ein Ein-Fach-Master-Studiengang in Form eines „Joint Degree“ eingerichtet werden. Die Universitäten Bochum, Bielefeld und Graz planen ein Netzwerk, um Studierenden, die sich im Master auf „Gender Studies“ spezialisieren wollen, integrierte Auslandssemester und international anerkannte Abschlüsse anzubieten.

Bewerbung
Das Studium der „Gender Studies“ kann wieder zum WS 07/08 aufgenommen werden. Bewerbungen müssen bis zum 15.7.07 beim Studierendensekretariat vorliegen. Das Studium wird im 2-Fach-Modell angeboten, d. h.: Neben „Gender Studies“ muss noch ein anderes Master-Fach studiert werden. Am 5. Juni (16 h, GB 02/60) werden auf einer Infoveranstaltung Studiengang und Bewerbungsverfahren erläutert. Weitere Infos: http://www.rub.de/genderstudies



Sheila Patel
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Letzte Änderung: 2.5.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik