Kultur im Juni
Studiobühne, Malerei etc.
STUDIOBÜHNE
Das Juniprogramm auf der Studiobühne startet mit
dem 17. Internationalen Videofestival (14.-16.6.). Aus
rund 500 Einsendungen aus aller Welt bahnen sich maximal
50 Kurzfilme ihren Weg ins Festivalprogramm, um dort um
die Gunst der internationalen Jury zu werben. In speziellen
Sendeblöcken laufen Dokumentationen, Musikclips und
regionale Filme, sowie der im Ruhrgebiet einmalige VJ-Contest.
(Programm: http://www.videofestival.org)
Am 23. und 24.6. (je 19.30 h, Eintritt: 6 bzw. 4 Euro)
zeigen Studierende der Germanistik das Stück „Der
Prozess“ (von Franz Kafka, dramatisiert nach Peter
Weiss). „Sie sind verhaftet“, hört der
Protagonist Josef K. an seinem 30. Geburtstag –
ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Warum und wer
seine Ankläger sind, erfährt K. nicht. Auf der
Suche nach einer Erklärung verstrickt sich K. in
seinen immer absurder werdenden Prozess. Der Fokus der
Inszenierung liegt auf den rätselhaften Übergängen
zwischen selbst geschaffener Wirklichkeit und äußeren
Machteinflüssen einer anonymen Urteilsgewalt.
Am 27.6. (19.30 h, Eintritt frei) steigt die alljährliche
„Werkschau Tanz“ von Studierenden der Sportwissenschaft.
Sie wird seit 1991 von Marianne Bäcker organisiert.
Jede Studierendengeneration entwickelt eigene Bewegungsideen
und gestaltet sehr individuelle Stücke – mal
witzig, mal ernst, mal frech, mal technisch ausgefeilt.
Am 30.6. und 1.7. (je 19.30 h, Eintritt: 5 bzw. 2,50 Euro)
präsentiert die freie Theatertruppe Theatralia das
Stück „Eva“. Autor und Regisseur Christoph
Villis von der Literaturinitiative Treibgut bringt ein
ernstes und nachdenkliches, aber doch menschliches und
emotionales Stück (zugleich sein dramatisches Erstlingswerk)
zur Uraufführung. Lebenslange Haft für einen
Mord ist das Schicksal von Albrecht und Gustav. Doch während
sich der eine mit seiner Zukunft abfindet, streitet der
andere jegliche Verantwortung ab. Und dann ist da noch
Eva: das Opfer und die Ursache. Albrecht und Gustav kreisen
in Träumen und Erinnerungen immer enger um Wahrheit
und Lüge. Langsam reißt der Vorhang zwischen
Schuld und Unschuld, zwischen Täter und Opfer. Gewalt,
Abhängigkeit, Liebe und Egoismus bilden das Orchester,
in dem die Schuld als laute Stimme, aber auch als leiser
Zwischenton im Mittelpunkt steht (Infos:
http://www.Theatralia.de).
+++
MALEREI
„Konstruierte Welten“ heißt die Ausstellung
des Bereichs Bildende Kunst im Musischen Zentrum (MZ),
die zum Ende des Sommersemesters im MZ-Foyer zu sehen
ist. Sie zeigt Malereien von Hermann Rodtmann. Der Künstler
hat Dinge entdeckt, die jeder benutzt, aber nur wenige
kennen und kaum einer in ihrer besonderen Ästhetik
wahrnimmt: Rodtmann malt Platinen, wie wir sie in Computern
und anderen elektronischen Geräten finden. Per
Zufall entdeckte er diesen einzigartigen technischen
Mikrokosmos in seiner eigenartigen Schönheit, den
er zupackend aus seiner verborgenen Alltagsfunktion
befreite und in einen neuen Bildkosmos übersetzte.
Übergroß, farbig und die Leinwand füllend
spiegeln sie ihr Beachtet- und Bewundertwerden und gewinnen
Bedeutung. Außerdem findet eine merkwürdige
Metamorphose statt: Widerstände und andere Funktionselemente
mutieren zu Hochhäusern; Industrieanlagen und moderne
Stadtkomplexe entstehen. Aus kleinen technischen Gebilden
werden konstruierte Welten – und das im doppelten
Sinne: Künstlichkeit und Funktionalität der
Platinenwelt evozieren eine künstliche, technisch
durchorganisierte Stadtwelt.
Doch die Bilder sind weder konkrete Utopien noch abstrakte
Zukunftsvisionen noch Abbilder des boomenden Shanghai.
So groß die Objekte auch immer gemalt sind –
der Betrachter scheint doch in Vogelschau auf sie herabzublicken.
Mit willkürlichen, kräftigen Farben und handschriftlichem
Pinselduktus gibt Rodtmann ihnen wieder menschliches
Maß. Poetischer Klang und eine Prise Albtraum
runden die Arbeiten zu originären und genuinen
Kunstwerken ab. Heinrich Koch
Infos: „Konstruierte Welten“
wird am 13. Juni (18 h) eröffnet, anschließend
ist sie bis zum 11. Juli im MZ-Foyer zu sehen (Mo-Fr
9-20 h, Sa 9-14 h).
+++
BOSKOP
Die von Boskop initiierte Reihe „Students on Stage“
ist tot, es lebe der – ebenfalls von Boskop kreierte
– „Campus Club“. Neue Leitung, neues
Konzept, mehr gute Musik. Die neue Reihe nutzen beim
ersten Termin drei viel versprechende Bands, um sich
Gehör zu verschaffen: The millboard message (Hardcore),
marla turns pale (gitarrenbetonter Indierock/Pop) und
Shinobi (Alternative). Los geht’s am 20. Juni
ab 20 h im Kulturcafé, der Eintritt ist frei.
+++
TREIBGUT
Treibgut, die Literaturinitiative der Ruhr-Universität,
feiert im Juni ihren fünften Geburtstag. Passend
dazu gibt es am 28.6. (20 h, Kulturcafé, Eintritt
3 Euro) die 20. Auflage der Reihe „Gestrandet“,
bei der vielversprechende Literaten aus ihren Werken
lesen. Das Motto lautet diesmal „Schönheit
des Scheiterns“. Der Autor und Musiker Jan Off
stellt seinen dritten Erzählband „Angsterhaltende
Maßnahmen“ vor. Kirsten Fuchs liest aus
ihrem Erfolgsroman „Die Titanic und Herr Berg“.
Moderiert wird die Lesung von Christoph Villis und Ulrich
Schröder, außerdem auf der Bühne: Treibgut-Autor
Carsten Marc Pfeffer.
Infos: http://www.rub.de/treibgut
+++
UNIVERSITY MEETS QUERENBURG
In diesem Jahr feiert der Stadtteil Querenburg sein
1125-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr
wartet mit einer Reihe von Veranstaltungen auf. So findet
am 16. Juni das „2. Querenburger MULTIKULLI –
das kulturell-kulinarische Stadtteilfest“ auf
dem Buscheyplatz statt – das Motto lautet „1125
Jahre Querenburg: Gemeinsam leben, reden, feiern und
gestalten!“ Vom 18. August bis zum 30. September
ist die zeitgeschichtliche Ausstellung „Zeitreise
Querenburg“ im Bürgersaal des Uni-Centers
zu sehen. Die Ladenstraße im Uni-Center ist vom
10. bis 16. September auch Schauplatz einer Bürgerwoche,
zu der u. a. das Fest „Vereine stellen sich vor“
gehört (15.9.).
Infos: University meets Querenburg
e.V., Rolf Haarmann, Tel. 0151-18769802 oder E-Mail
an: rhaarm@aol.com.
ad
|