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RUBENS 115

2. Mai 2007

Mitten im Dschungel


Gebäudeserie: Botanischer Garten / Chinesischer Garten


Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes Semester an der Ruhr-Uni erinnern. Wer hat sich anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten – diesmal zum Botanischen und zum Chinesischen Garten.

Die Luft ist warm und feucht, aus dem Blattwerk fallen dicke Tropfen auf die Erde. Versteckt auf einem Ast sitzen zwei Tukane, man hört zunächst nur das Klopfen ihrer Schnäbel am Stamm. Diese Szene spielt nicht im Regenwald Südamerikas, sondern mitten im Ruhrgebiet: Das Tropenhaus ist eine der Hauptattraktionen des Botanischen Gartens der Ruhr-Uni. Aber auch die große Freifläche und weitere Themenhäuser laden zum Verweilen und Studieren ein.
Nur wenige Meter hinter der N-Reihe beginnt die Gartenanlage, die einen ruhigen Gegenpol zum hektischen Campusbetrieb darstellt. Mit seiner Fläche von 13 Hektar zählt der 1968 eröffnete Garten zu den größten in Deutschland. Neben der Freifläche und mehreren Gewächshäusern gehören auch Tropen-, Wüsten- und Savannenhaus zur Ausstattung. Aber nicht nur die Größe der Anlage, auch die Vielfalt der Pflanzenarten ist beachtlich. Insgesamt 15.000 Arten wachsen hier, in Deutschland sind gerade einmal 3.500 Arten heimisch.

Freizeit & Forschung

Der Botanische Garten ist nicht nur eine Freizeitattraktion, sondern in erster Linie ein Ort für Lehre und Forschung. Hier können (nicht nur) Studierenden Nutz- und Zeigerpflanzen ansehen, sowie die Vegetation verschiedener Klimazonen und den Bau der Pflanzen erforschen. Auch beherbergt der Garten manche botanische Rarität. Jüngste Errungenschaft ist ein lebendes Fossil: Wollemia nobilis wuchs schon zu Zeiten der Dinosaurier auf der Erde, wie 90 Millionen Jahre alte Fossilienfunde des Nadelgehölzes zeigen. Die Art galt als ausgestorben, bis vor einigen Jahren lebende Exemplare gefunden wurden. Im Juli 2006 zog eine der seltenen Pflanzen in den Botanischen Garten ein.
Im über 700 Quadratmeter großen Tropenhaus wachsen Pflanzen des tropischen Klimas, wie etwa Melonenbäume, afrikanische Wildbananenstauden mit übermannsgroßen Blättern und Kanonenkugelbäume, die bis zum 17 Meter hohen Dach reichen. Angst muss man vor dem Kanonenkugelbaum allerdings nicht haben: Er schießt nicht um sich, sondern hat lediglich große runde Früchte, die wie Kanonenkugeln aussehen. Vollständig wird der Eindruck eines Dschungels durch die exotischen Tiere, die man oft erst auf den zweiten Blick bemerkt, wie etwa Tukane und Nektarvögel.
Berühmtheit hat ein Teil des Gartens auch weit über die Grenzen Bochums hinaus erlangt: der Chinesische Garten „Qian Yuan“. Er wurde 1990 in einer Kooperation mit der Tongji-Universität Shanghai errichtet, die seit 1980 Partneruniversität der Ruhr-Uni ist. Architekten aus Shanghai planten den Garten im schlichten südchinesischen Stil, die dominierenden Materialien sind Holz und Steine. Die Gartenanlage ist ein authentisches Stück chinesischer Kultur: Die Materialien kamen auf dem Seeweg aus China und wurden von chinesischen Facharbeitern verbaut.
Infokasten: Ein Gartenführer mit allen wichtigen Informationen kann wochentags im Sekretariat (BOTA 0/32, neben dem Tropenhaus, Tel. -23098) und am Wochenende in der Eingangshalle der Schaugewächse erworben werden; der Botanische Garten im Internet: http://www.boga.rub.de





Mareike Begemann
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Letzte Änderung: 2.5.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik