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RUBENS 115

2. Mai 2007

Enorme Forschungskompetenz


Die Research School hat die ersten Promovenden aufgenommen



Der erste Schritt auf dem Weg zur Exzellenzhochschule ist getan: Die Research School (RS) läuft bereits auf Hochtouren. 137 Promovend/innen, die zuvor schon in Labors, Versuchshallen und Bibliotheken der RUB an ihren Dissertationen gearbeitet haben, wurden zum 1. Februar 2007 aufgenommen.


Die Freude an der RUB war riesig, als sich das Bochumer Konzept in der ersten Runde der Exzellenzinitiative durchsetzen konnte. Im Oktober 2006 hatten Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Wissenschaftsrat ihre für Bochum positive Entscheidung in der Förderlinie „Graduiertenschule“ verkündet: Rund 1,5 Mio. Euro fließen fortan jährlich nach Bochum, fünf Jahre lang.
Eine Woche später wurde der vorläufige Wissenschaftliche Vorstand (Scientific Executive Board) der Research School gewählt. An seiner Spitze steht als Dean (Direktor) der Chemiker Prof. Roland A. Fischer; ebenfalls zum Vorstand gehören Prof. Jochen Vollmann (Medizinethik), Prof. Ralf-Peter Brinkmann (Theoretische Elektrotechnik) und Prof. Hans Hatt (Zellphysiologie).
Anschließend wurde die erste Bewerbungsrunde für die RS ausgeschrieben, sie richtete sich an Doktorand/innen der RUB. Von 175 Bewerber/innen wurden 137 aufgenommen. Bis Ende April liefen die zweite interne sowie die erste internationale Ausschreibung. „In der Anfangsphase wird die Research School insgesamt etwa 350 Doktoranden aufnehmen können. Nach fünf Jahren werden wir die Ausbauphase beginnen, dann steigt die Kapazität auf 500 Doktoranden“, erklärt Dean Roland Fischer.

Strukturierte Promotion

Die Idee hinter der Graduiertenschule sieht die direkte Einbindung der Doktoranden vor. Deshalb wählten die ersten aufgenommenen Doktoranden im Februar 2007 ihre Sprecher. Genau wie ihre Mentoren, die Doktormütter und Doktorväter, stehen sie für je eine der drei großen Wissenschaftsdisziplinen. Alle Sektionen werden von einem Team vertreten, von denen jeweils eine/r mit vollem Stimmrecht in den Vorstand der School aufgenommen wird. Die Natur- und Ingenieurwissenschaften werden durch Matthias Krüger und Stefan Buschhorn vertreten, die Geistes- und Sozialwissenschaften durch Sandra Krause und Sven-Daniel Gettys und die Lebenswissenschaften durch Lian Gelis, Constanze Hahn und Serra Akinturk. Komplettiert wird das Board durch ein dreiköpfiges Koordinationsbüro (Central Coordination Office, CCO), das im FNO untergebracht ist.
Die Doktoranden repräsentieren auch die Vielfalt auf dem gesamten Campus – sie werden von erfahrenen Wissenschaftlern aus 19 Fakultäten betreut. Beteiligt sind zudem u. a. zehn Sonderforschungsbereiche (SFB) und drei Graduiertenkollegs der RUB. Die Forschungskompetenz ist also enorm und wird direkt an die Doktoranden weitergegeben. Ihre Dissertationen wiederum tragen unmittelbar zum Erfolg der Forschungsschwerpunkte der RUB bei (s. Infokasten).
Im Mittelpunkt des Promotionsprogramms der Research School steht die vertiefte wissenschaftliche Qualifikation und Förderung der Doktoranden. Um ihr individuelles Profil als Forscher zu erweitern, nehmen sie an einer strukturierten Promotion mit disziplinären und interdisziplinären Veranstaltungen sowie Kursen zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen auf hohem Niveau teil. Dieses Programm ist so auf die eigentliche Forschungsarbeit abgestimmt, dass sich diese nicht verzögert, sondern die Promovenden innerhalb des festgelegten Zeitraums ein höheres Maß an persönlicher Qualifikation erwerben.

Elf Schwerpunkte
Die elf Forschungsschwerpunkte der Research School verteilen sich auf drei große Wissenschaftsgebiete:
Natur- und Ingenieurwissenschaften: Systemchemie der Grenzflächen, Plasmawissenschaften, Materialwissenschaften, Nachhaltige Planung und Ausführung urbaner Infrastruktur, Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnik;
Lebenswissenschaften: Makromolekulare Netzwerke, Neuronale und Kognitive Netze;
Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: Biomedizinische Ethik und Versorgungsforschung („Public Health“), Religion und Säkularisierung, Semantische Räume, Sicherheit des Menschen im Prozess der Globalisierung.
Die RS führt das Allgemeine Promotionskolleg der RUB als Stipendienprogramm weiter. Die Stipendiaten werden entsprechend ihres Forschungsthemas bzw. ihrer Betreuer in eine der drei wissenschaftlichen Sektionen aufgenommen.
Zudem fungiert die RS als integrierendes Dach für die strukturierten Promotionsprogramme an der RUB. Die Doktoranden dieser Programme können sich für eine Aufnahme in die RS bewerben, sind aber nicht dazu verpflichtet. Doch schon jetzt sind Doktoranden aus allen strukturierten Programmen der RUB und kooperierender Einrichtungen (z. B. Max Planck Research Schools) Mitglied in der RS.

Bewerbung, Förderung, Betreuung
Erste internationale Ausschreibung von Doktorandenstellen: Bis Ende April lief die erste internationale Ausschreibung von Doktorandenstellen, die insbesondere durch Mittel der DFG gefördert werden. Bewerben konnten sich hoch qualifizierte Doktorand/innen aus dem In- und Ausland, die in einem der Forschungsschwerpunkte der RS promovieren möchten. Die an der Ausschreibung beteiligten Wissenschaftler aus allen Sektionen haben sich darauf verständigt, die Stellen thematisch offen auszuschreiben. Die Entscheidung über eine Förderung erfolgt wettbewerblich und ausschließlich aufgrund der wissenschaftlichen Qualifikation der Kandidat/innen.
Promotionsstipendien der RUB (Allgemeines Promotionskolleg): Auf Beschluss des Rektorates wurden die Promotionsstipendien 2007 erstmals unter dem Dach der RS ausgeschrieben. Bewerben konnten sich hoch qualifizierte Doktoranden und Absolventen der RUB aus allen Fächern mit Forschungsthemen ihrer Wahl. Die Mehrzahl der Doktoranden, die zurzeit durch Stipendien des Allgemeinen Promotionskollegs gefördert werden, haben sich für eine Aufnahme in die RS beworben und sind Anfang des Jahres aufgenommen worden.
RUB-interne Aufnahme: Bis Ende April lief das zweite interne Aufnahmeverfahren für Doktoranden, die an der RUB promovieren und keine Finanzierung für ihr Promotionsvorhaben benötigen. Bewerben konnten sich hoch qualifizierte Interessenten mit Themen, die in einen der Forschungsschwerpunkte der RS eingebunden werden können.
Betreuung: In der Research School wird jeder Doktorand von Anfang an von zwei Mentoren betreut, die den Promotionserfolg aktiv fördern. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit wird in einer Betreuungsvereinbarung dokumentiert. Die Betreuer von RS-Doktoranden sind zugleich Mitglieder der School. Das Koordinationsbüro der Research School bietet ausländischen Doktorand/innen außerdem eine Fülle an Dienstleistungen: vom Informationspaket über die Unterkunft bis zur Begleitung bei Behördengängen.

Kontakt
Ruhr University Research School, Central Coordination Office, FNO 1/144
Allgemeine Infos: Maria Sprung, 0234/32-27890
Bewerbungen: Dr. Ursula Justus, 0234/32-28070
Wissenschaftliche Koordination: Dr. Christiane Wüllner, 0234/32-24840
E-Mail: ipc@rub.de
Internet: http://www.rub.de/research-school/

Was sagen die Doktorandinnen und Doktoranden über die Research School?

Sandra Krause (31) promoviert am Institut für Pädagogik über die Erfahrungsverarbeitung von Akademikerinnen in männerdominierten Studienfächern (sie trägt damit bei zum Schwerpunkt: Sicherheit des Menschen im Prozess der Globalisierung): „Für mich bietet die Research School vor allem die Möglichkeit, mit anderen Promovenden und auch erfahrenen Wissenschaftlern in Austausch zu treten. Ich baue besonders auf den Effekt des Networkings, da ich in der Vergangenheit die besten Erfahrungen damit gemacht habe, was aus guten Kontakten an Ideen und Vernetzungen im Forschungsprozess neu entstehen kann.“

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Serra Akinturk
(23) promoviert in der Abteilung für Neuroanatomie und Molekulare Hirnforschung über die Interaktion von Zellverbindungen und Zellgerüsten in Nervenzellen (Neuronale und Kognitive Netze): „Die Research School unterstützt junge Forscher am Beginn ihrer akademischen Laufbahn und sie ermöglicht den wissenschaftlichen Diskurs verschiedener Disziplinen. Ich bin sehr glücklich, zu dieser neuen dynamischen Einrichtung zu gehören.“

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Sven-Daniel Gettys
(30) promoviert am Lehrstuhl Neuere Geschichte III, er untersucht den Wandel der kirchlichen Selbstwahrnehmung in einer sich wandelnden Umwelt (Religion und Säkularisierung): „Die RS bietet erstmals die Gelegenheit, den Status der Doktoranden angemessen zu repräsentieren und die spezifischen Interessen von Promovierenden aller Fachrichtungen mit Mehrwert zu bündeln, zu kommunizieren und wenn nötig zu verbessern. Meine Erwartungen und die vieler Kommilitonen an die RS sind ausgesprochen hoch. Vor allem die Mitarbeit der Doktoranden bei der inhaltlichen Gestaltung lässt auf eine praxisnahe Zusammenarbeit hoffen.“

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Stefan Buschhorn
(27) promoviert am Lehrstuhl Experimentalphysik IV über die „Zeitaufgelöste resonante Streuung an magnetischen Nanostrukturen“ (Materialwissenschaften): „Die Research School bringt Doktoranden aus völlig verschiedenen Disziplinen miteinander in Kontakt, was der Spezialisierung in den einzelnen Forschungsrichtungen entgegenwirken und fächerübergreifenden Austausch fördern kann. Die Herausforderung wird sein, für alle Doktoranden einen einheitlichen Rahmen zu schaffen und gleichzeitig alle Freiheiten für die individuellen Forschungsprojekte in den verschiedenen Fächern zu erhalten.“

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Lian Gelis
(25) promoviert am Lehrstuhl für Zellphysiologie über die „Funktion von Riechrezeptoren in nicht-neuronalen humanen Zellen“ (Makromolekulare Netzwerke): „Die Research School ermöglicht uns Doktoranden durch ihr erstklassiges, interdisziplinäres Ausbildungsangebot eine individuelle Qualifikation auf höchstem Niveau und optimiert somit unsere Berufschancen. Für den Forschungsstandort RUB ist die RS als Zentrum wissenschaftlicher Exzellenz eine große Bereicherung.“

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Matthias Krüger
(24) promoviert am Lehrstuhl Physikalische Chemie II über die „Entwicklung eines verstärkten zeitaufgelösten THz-Spektrometers zur Spektroskopie von Biomolekülen“ (Systemchemie der Grenzflächen): „Die Research School bietet Promotionsstudenten die Gelegenheit eines gegenseitigen Austauschs von Erfahrungen, Wissen und Kontakten. Aufgrund ihrer Interdisziplinarität beugt sie dem innerfachlichen Tunnelblick vor.“

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Constanze Hahn
(27) promoviert an der Abteilung für Biopsychologie über „Zirkadiane Rhythmik und zerebrale Asymmetrien“ (Neuronale und Kognitive Netze): „Ich bin begeistert davon, wie viel Aufmerksamkeit dem direkten Input der Promovierenden bei der Organisation der noch jungen Research School beigemessen wird, die sich aber gerade jetzt – so würde ich es als Neurowissenschafterin nennen – in einer „plastischen“ und damit sehr dynamischen Entwicklungsphase befindet. Ich hoffe, dass die RS dazu beiträgt, die wissenschaftliche Kommission auch im Oktober 2007 von der Exzellenzwürdigkeit der Ruhr Uni zu überzeugen.“







md
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