Shootingstar
Zwischen Antrag und Entscheidung: die RUB im Exzellenzwettbewerb
Immerhin 1,9 Mrd. Euro sind zu verteilen beim
Exzellenzwettbewerb. Kein Wunder, dass sich die deutschen
Universitäten gegenseitig mit erfolgsversprechenden
Konzepten übertreffen möchten. Ganz vorn dabei
im friedlichen Wettstreit ist neben vielen Traditionsuniversitäten
auch die junge RUB.
Es begann im Januar 2004, als Spitzenpolitiker der SPD
erstmals das Thema „Eliteuniversitäten“
auf die Agenda brachten. Schon damals stand die Idee
im Vordergrund, besonders gute Hochschulen auch besonders
zu fördern.
Es sollte allerdings noch knapp 18 Monate dauern, bis
diese Idee in die sog. Exzellenzinitiative mündete:
Am 23. Juni 2005 vereinbarten der Bund und die Länder,
die Spitzenforschung an deutschen Universitäten
mit zusätzlichen 1,9 Mrd. Euro zu fördern.
Die Entscheidung, wohin wie viel Geld fließen
würde, sollte bei zwei Wettbewerbsrunden fallen,
mit je drei verschiedenen Förderlinien: Graduiertenschulen,
Exzellenzcluster der Forschung sowie Zukunftskonzepte
ganzer Universitäten (Eliteuniversitäten).
Zur Eliteuniversität konnte und kann eine Hochschule
nur dann werden, wenn jeweils mindestens auch eine Graduiertenschulen
und ein Exzellenzcluster gefördert werden.
Internationale Juroren sollten in zwei Phasen zunächst
Skizzen und später ausgearbeitete Konzepte bewerten,
als Entscheidungsträger fungierten die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat
(WR). Die erste Runde endete im Oktober 2006. Damals
entschieden DFG und WR, zunächst nur drei deutsche
Hochschulen mit den publikumswirksamen Siegel einer
„Eliteuniversität“ zu versehen: die
Universität München, die Technische Universität
München sowie die Technische Hochschule Karlsruhe.
Die Ruhr-Universität war bereits in dieser ersten
Runde mit ihrem deutschlandweit einmaligen Konzept einer
umfassenden Research School (RS) erfolgreich; schon
jetzt promovieren dort knapp 150 junge Wissenschaftler
unter einem gemeinsamen Dach, demnächst werden
es 350 sein und in der Ausbauphase schließlich
500.
Noch während der Startphase der Research School
arbeitete man an der RUB fieberhaft an den Antragsskizzen
für die zweite Wettbewerbsrunde. Dabei entstanden
Skizzen für sechs Exzellenzcluster sowie ein Zukunftskonzept
für die gesamte Universität: der Research
Campus. Am 12. Januar 2007 fiel die Vorentscheidung:
Sowohl das Bochumer Zukunftskonzept als auch eines der
Exzellenzcluster (Protein Networks) setzten sich durch.
Beide Skizzen wurden mittlerweile zu Vollanträgen
ausgearbeitet und am 13. April bei der DFG abgegeben.
Nun sind die Juroren an der Reihe. Dabei gilt: Erkennen
sie das Protein-Cluster als förderungswürdig,
steigen automatisch die Chancen für den Research
Campus – oder andersherum: ohne Cluster kein Zukunftskonzept.
Bei den Zukunftskonzepten konkurriert die RUB mit sieben
anderen Hochschulen (RWTH Aachen, FU Berlin, HU Berlin,
Göttingen, Freiburg, Heidelberg und Konstanz).
Noch ist unklar, wie viele dieser Konzepte gefördert
werden. Klar ist nur, dass alle Mitglieder der Ruhr-Universität
kräftig die Daumen drücken sollten für
den „Shootingstar der Exzellenzinitiative“
(O-Ton Rektor Prof. Elmar Weiler).
Auf den folgenden Seiten stellt RUBENS die drei Bausteine
der Bochumer Exzellenz ausführlich vor.
Anmerkung
In der Regel verwenden wir wie im englischsprachigen
Antrag die englischen Bezeichnungen für die Bausteine
des Exzellenz-Konzepts, da die deutsche Übersetzung
häufig Unschärfen mit sich bringt.
ad
|