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RUBENS 115

2. Mai 2007

Kostenloser Mappencheck


Der Career Service unterstützt Studierende in allen Phasen der Jobsuche



Der Arbeitsmarkt sieht so gut aus wie lange nicht und vorerst soll es so bleiben. Eine gute Nachricht für die Studierenden der Ruhr-Universität. Dennoch gestaltet sich der Start ins Berufsleben nicht immer einfach. Schon das richtige Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen ist eine Wissenschaft für sich. Hilfe gibt‘s beim Career Service. In der Beratungsstelle für den Berufseinstieg können Studierende u. a. ihre Bewerbungsmappe kontrollieren lassen. Zudem erhalten sie in Seminaren Unterstützung für den Berufseinstieg sowie gezielte Angebote zum Erwerb von Zusatzqualifikationen. Über aktuelle Entwicklungen beim Career Service sprach Kristin Sporbeck mit der Beraterin Astrid Knott.


RUBENS: Mit welchen Problemen kommen die Studierenden auf Sie zu?
Astrid Knott: Meist handelt es sich um grundlegende Orientierungsfragen: Was kann ich und was will ich? Wohin will ich? Dabei stellt sich häufig die Frage nach Zusatzqualifikationen: Welche braucht man und wie kann man sie erlangen. Dazu natürlich Fragen zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen.

Nagelprobe für den Bachelor

RUBENS: Wie und wo können sich Studierende neben dem Career Service über den Berufseinstieg informieren?
Astrid Knott: Zum Beispiel bei den Studienfachberatern, die wir regelmäßig mit Informationen versorgen. Natürlich auch in der Agentur für Arbeit beim Team für akademische Berufe. Außerdem bietet das Internet viele Karriereseiten. Auf unserer Homepage haben wir eine Linkliste.

RUBENS: Relativ neu ist der „Bachelor“. Wie reagiert die Wirtschaft auf diesen Abschluss?
Astrid Knott: Die Studienreformen wurden gerade aus der Industrie gefordert, um praktisch ausgebildete und jüngere Absolventen einstellen zu können. Noch befindet sich der Bachelor aber in seiner Etablierungsphase. Bei kleineren und mittelständischen Unternehmen werden Bachelorabsolventen erst langsam eingesetzt. Konkrete Beschäftigungsfelder sind noch nicht definiert. Jedoch ist die Anzahl der Jung-Akademiker auf dem Arbeitsmarkt noch nicht besonders groß, denn rund dreiviertel von ihnen steigen nicht gleich in die Berufspraxis ein, sondern machen erst ihren Master. Bei großen und vor allem international ausgerichteten Unternehmen ist die Bereitschaft, Bachelorabsolventen zu beschäftigen, ausgeprägter. Das als grobe Zusammenfassung. Zum Thema gibt es ausführliche Studien (s. Infokasten).

RUBENS: Was raten Sie den Berufseinsteigern grundsätzlich?
Astrid Knott: Grundsätzlich betrifft unser Angebot nicht erst Absolventinnen und Absolventen oder Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen, sondern alle Studierenden. Je praxisnäher sie studieren, desto erfolgreicher gestaltet sich der Übergang in die Arbeitswelt. Dabei unterstützen wir die Studierenden. Wir bieten eine Vielzahl von Infos, Kursen, Vorträgen und Workshops an, die eine individuelle Vorbereitung auf das Berufsleben bedeuten können.

e-Beratung

RUBENS: Wie sieht Ihre Beratung konkret aus?
Astrid Knott: Sie setzt sich aus persönlichen und telefonischen Kurzberatungen ohne Terminabsprachen oder auch „e-Beratung“ zusammen. Am häufigsten wird die Mail-Beratung zum Mappencheck genutzt. Ratsuchende bekommen nach Zusenden der Unterlagen ein ausführliches Feedback per Mail, meist innerhalb von maximal zwei Tagen. Allgemeine Anfragen rund um Berufseinstieg und Bewerbung beantworten wir ebenfalls ausführlich per Mail.
Zu unserem erweiterten Beratungsbegriff gehört aber auch unsere Homepage, die als Beratungsportal dient und Infos und Tipps gibt. Alle zwei Monate erscheint unser Newsletter, den man abonnieren kann, mit aktuellen Themen rund um Arbeitsmarkt und Berufseinstieg für Akademiker. Am Career Point in GC 1/41 findet man außerdem umfangreiche Literatur.

Zahlen zur Beratung
Im WS 06/07 hat der Career Service 25 berufsorientierende Veranstaltungen (ein- oder mehrtägig) mit 245 Teilnehmer/innen angeboten. Zur Auslandsmesse „Grenzenlos“ des Career Service und des Akademischen Auslandsamtes kamen rund 2.500 Gäste. Das gesamte Beratungsangebot nehmen jährlich ca. 800 Studierende in Anspruch. Hinzu kommt die sog. Laufkundschaft, eine nicht bezifferbare Anzahl von Studierenden und Absolventen, die ohne Beratungskontakt auf das vor dem Büro ausliegende Material zugreifen oder sich am schwarzen Brett informieren.

Info: Der Stifterverband hat in seiner Publikation: „Karriere mit dem Bachelor. Berufswege und Berufschancen“ zwei Studien als Kurzzusammenfassung veröffentlicht. Darin werden „Der Bachelor aus der Sicht der Absolventen“ und „Die Akzeptanz von Bachelorabsolventen in der Wirtschaft“ gegenübergestellt: http://www.stifterverband.de/pdf/positionen_april_2005.pdf.

Kontakt: Career Service, Studierendenhaus, Etage 2, Raum 208, Tel. -23866, Internet: http://www.rub.de/careerservice

Irlandexkursion
Irland – aufgrund seiner aktuellen Wirtschaftskraft auch „keltischer Tiger“ genannt – war kürzlich das Ziel einer Exkursion des Career Service in Kooperation mit der Uni Münster. 20 Studierende informierten sich vier Tage lang, welche Arbeitsmarktchancen junge europäische Akademiker auf der Grünen Insel haben: in Wirtschaft, Bildung und Kultur. Die Studierenden sprachen mit Repräsentanten des Irischen Arbeitgeberverbandes, der Irish Museums Association, einer deutsch-irischen Schule, des größten irischen Energieversorgers und des Goethe-Instituts Dublin.
Bei Vollbeschäftigung im Raum Dublin und einer Arbeitslosenquote von vier Prozent im restlichen Land wurde schnell deutlich, dass Irland hoch qualifizierte Arbeitskräfte sucht. Oft ist das Studienfach dabei gar nicht entscheidend. Eingestellt werden vielfach qualifizierte Generalisten, die „on the Job“ auf spezifische Aufgaben vorbereitet werden. Die Teilnehmer erfuhren, dass auch für Akademiker ein Einstieg auf einfachere Tätigkeiten in Irland nicht ungewöhnlich ist – der Wechsel auf qualifizierte und besser bezahlte Stellen innerhalb eines Unternehmens dann aber meist schnell erfolgt.

Generation Bachelor
Der Bachelor als erster berufsqualifizierender Studienabschluss genießt unter Deutschlands Studierenden einen guten Ruf. Das ergibt eine gemeinsam von Roland Berger Strategy Consultants und der Einstieg GmbH durchgeführte Umfrage. Rund 400 Studierende aus ganz Deutschland wurden befragt. Wichtigstes Ergebnis: Obwohl die Umstellung an Deutschlands Hochschulen noch bis 2010 läuft und bis dato noch nicht einmal die Hälfte aller Studiengänge umgestellt ist (Ausnahme: Ruhr-Uni, wo die Umstellung abgeschlossen ist), weiß die „Generation Bachelor“ über die Vorzüge der gestuften Studien-Abschlüsse Bescheid und traut dem Bachelor einiges zu.
Als wichtigste Gründe für die Wahl eines Bachelor-Studienganges nannten die Befragten u.a. die Nähe zur Praxis (48,1 Prozent), die Vermittlung von Soft Skills (25,4), die Internationalität (51,9) sowie die Kürze des Studiums (39,5). Knapp die Hälfte der Teilnehmer möchte direkt nach dem Bachelor-Abschluss ins Berufsleben einsteigen. Interessant: Innerhalb dieser Gruppe wiederum möchte die Mehrheit nach einigen Jahren ein Master-Studium aufnehmen.
Die Studie fragte auch nach den Plänen für die Zeit nach dem Studium. 81,4 Prozent der Befragten blicken demnach „optimistisch“ oder „erwartungsvoll“ in die Zukunft. Jeder Zweite möchte in einem „internationalen Konzern Karriere machen“ und jeder Fünfte plant, sich selbstständig zu machen.
Info: Am 30. Juni findet in Bochum die „Job or Master-Messe“ statt; mehr dazu und zur Befragung: http://www.einstieg.com/job-or-master/






Kristin Sporbeck/ad
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