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RUBENS 114

1. April 2007

Geldsegen für die Slawistik


Russischer Konzern Vodaprom „kauft“ Lotman-Institut




Was dem Bundesligisten Schalke 04 recht ist, ist der Ruhr-Universität nur billig: Nach dem Vorbild des unlängst geschlossenen Deals „Gazprom – Schalke 04“ erklärte sich nun der Moskauer Wasserkonzern Vodaprom bereit, das Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur der RUB spektakulär zu fördern: mit viel Geld und mit Wasser aus dem Baikalsee.

„Natürlich wollen wir das Lotman-Institut nicht direkt erwerben“, verkündete Vodaprom-Vorstandsvorsitzender Alexander Schutnikow, „aber wir werden es jährlich mit einer halben Million Euro in der Forschung unterstützen, und das mindestens zehn Jahre lang“. Man investiere in die „besten Köpfe“, und die säßen bei der Russlandforschung nun einmal in Bochum.
Vodaprom ist Nummer Eins der russischen Wasserwirtschaft. Die Förderung Bochums ist unmittelbar mit einem weiteren Sponsoringvertrag verknüpft, von dem nicht nur die Wissenschaftler profitieren, sondern auch Mitarbeiter und Studierende: Vodaprom beliefert in den kommenden zwei Jahren die Bochumer Mensa kostenlos mit ökologisch reinem Mineralwasser aus dem Baikalsee und stellt dafür 20.000 unzerbrechliche Becher mit dem Logo des Konzerns zur Verfügung.

„Europäische Normalität“

Russisches Mäzenatentum in Deutschland hat Tradition. Schon die Zaren im 18. Jahrhundert haben ausländische Wissenschaftler unterstützt, besonders deutsche. So sind manche Akademien der Wissenschaften in Russland nach deutschem und in Deutschland zuletzt wiederum manche nach russischem Vorbild entstanden. „Wir erwarten von dieser Förderung eine klare Verbesserung der Forschungsbedingungen vor Ort; Kultur ist immerhin die Basis unserer Beziehungen“, so Schutnikow, der gleichzeitig jegliche Spekulation eines Ausverkaufs der deutschen Wissenschaft zurückwies: Die massive Hilfe für das Lotman-Institut bedeute schließlich auch ein Stück „europäischer Normalität, angesichts einer zunehmenden finanziellen Krise der kleinen Fächer in Deutschland“. Er erhoffe sich, dass diese Förderung Vorbild für andere Partner werde, weitere wissenschaftliche Institute in Bochum und Umgebung zu fördern und damit die deutsche Wissenschaft weltweit wieder an die Spitze zu führen. Das Potenzial dafür sei da.
Die Ruhr-Universität begrüßt die Förderung gerade für ein kleines Fach, das selbst im Jahr der Geisteswissenschaften nur wenig Chancen hat, Drittmittel einzuwerben. Das Lotman-Institut will mit diesem Geldsegen die deutsch-russischen Kulturbeziehungen noch stärker aufarbeiten und zur Verständigung mit dem europäischen Nachbarn im Osten beitragen. Gerade in einer Zeit, in der der Argwohn gegenüber den „russischen Bären“ wieder wächst, ist es Zeit, für ein stärkeres Miteinander zu arbeiten und zu werben.

Schutzgebühr

Der russische Konzern Vodaprom hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere mit der Vermarktung ökologisch reinen Wassers aus dem Baikalsee einen Namen gemacht. Das von ihm fast ausschließlich im eigenen Land sowie in Osteuropa und Asien vertriebene Wasser gehört zu dem besten, das Russland zu bieten hat. Langfristig will der Konzern nun auch im Westen Fuß fassen, und hat das Revier als Ausgangspunkt einer strategischen Partnerschaft für seine internationalen Wissenschafts- und Wirtschaftsbeziehungen gewählt.
In Bochum begrüßt man sehr das russische Engagement und erhofft sich auch einen Profit für den Stadtsäckel. Aber als erstes profitieren die Mitarbeiter und Studierenden der Ruhr-Uni vom Deal: Mit Beginn des Sommersemesters am 1. April wird in der Mensa und den Cafeterien nur noch ökologisch reines russisches Mineralwasser aus dem Baikalsee ausgeschenkt. Da die Uni zudem das Wasser kostenlos bezieht, selbst aber laut Sponsoringvertrag 20 Cent „Schutzgebühr“ kassieren darf, freut sich das Finanzdezernat über den zusätzlichen Geldsegen von jedem getrunkenem Glas Wasser.



 

 

jk
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Letzte Änderung: 30.3.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik