Den Markt erobern
Businessplan-Wettbewerb „ruhr@venture 2007“
ist gestartet
Wer erfolgreich ein Unternehmen gründen will, braucht
neben einer guten Idee einen fundierten Geschäftsplan.
Die eigene Unternehmung steht und fällt mit dem
Businessplan, der gut durchdacht, wasserdicht und überzeugend
sein sollte. Soweit die Theorie. In der Praxis lassen
falsche Einschätzungen Existenzgründer oft
genau an dieser Hürde scheitern.
Hier setzt die rubitec GmbH mit dem Businessplan-Wettbewerb
2007 an, der von der Industrie- und Handelskammer und
der Sparkasse Bochum gesponsert wird. Ein halbes Jahr
lang helfen Experten den Gründern von morgen, einen
detaillierten Geschäftsplan für die Gründung
eines eigenen Unternehmens zu erstellen. Den Siegern
des Wettbewerbs winken Preise im Gesamtwert von über
25.000 Euro.
Der Businessplan-Wettbewerb „ruhr@venture 2007“
richtet sich an Studierende und Mitarbeiter der Ruhr-Universität
und der Fachhochschule Bochum. Voraussetzung ist, dass
die Teilnehmer eine pfiffige Idee haben, die fachlich
etwas mit ihrem Studium oder ihrer Arbeit an der Hochschule
zu tun hat. „Mit einer Dönerbude oder einem
Versicherungsbüro als Geschäftsidee beim Wettbewerb
anzutreten, reden wir den Interessenten aus“,
sagt Dr. Karl Grosse, Geschäftsführer der
Forschungs- und Verwertungsgesellschaft rubitec.
Geschäftsideen-Check
Wer indes eine gute Idee hat, kann diese von Fachleuten
auf Herz und Nieren prüfen lassen. Der „Geschäftsideen-Check“
ist Teil des umfangreichen Angebots während des
Wettbewerbs. Nach der Auftaktveranstaltung am 18. April
treffen sich die Teilnehmer regelmäßig in
Seminaren mit Experten aus der Praxis, begleitet von
einem intensiven und individuellen „Coaching“.
Professionelle Berater helfen, den Businessplan zu erstellen,
sie decken Schwächen auf und arbeiten die Stärken
der Konzeption heraus. Zum Coaching gehört auch,
dass die potenziellen Gründer lernen, ihren Geschäftsplan
überzeugend darzustellen. „Zudem erhalten
die Teilnehmer einen Leitfaden zur Erstellung eines
Businessplans. Alternativ können sie auch ein Software-Paket
vom Bundeswirtschaftsministerium nutzen, mit dem Schritt
für Schritt alle Kapitel abgearbeitet werden, die
zu einem Businessplan gehören“, ergänzt
Christiane Jonietz, Projektmanagerin bei der rubitec.
Der Wettbewerb an sich endet mit der Preisverleihung
im November 2007, die Teilnehmer stehen jedoch auch
danach nicht allein da: Wer will, kann nachfolgend an
einem „Venture Day“ seinen nunmehr ausgefeilten
Geschäftsplan potenziellen Financiers präsentieren
und dabei Kontakte zu Geldgebern knüpfen. Vom „ruhr@venture
2007“ zum „Venture Day 2007“ –
so schließt sich der Kreis.
Infos: http://www.rubitec.de
Zeitplan „ruhr@venture 2007“
18.4. Auftaktveranstaltung (14 h, Veranstaltungszentrum
im Mensagebäude, Saal 1)
26.4. Coaching-Treffen im TZR
3.5. und 24.5. Seminare mit Experten im TZR
Mai bis Juni: Geschäftsideen-Check
30.9. Abgabeschluss Businesspläne
November 2007: Präsentation und Prämierung
Dezember 2007 „Venture Day“ mit potenziellen
Geldgebern
Interview: Teambewerbungen erwünscht
Im Ideenwettbewerb für Studierende und
Mitarbeiter der RUB und der FH Bochum, der im Februar
gestartet ist, ging es darum, den richtigen Clou für
eine Unternehmung zu finden. Mit dem Businessplan-Wettbewerb
legt die rubitec GmbH jetzt nach. Mit rubitec-Geschäftsführer
Dr. Karl Grosse sprach Jens Wylkop über die Anforderungen
an den Geschäftsplan und an die Gründer von
morgen.
RUBENS: Worauf kommt es beim Business-Wettbewerb
an?
Grosse: Basierend auf einer guten Idee eine detaillierte
und realistische Planung für die Unternehmensgründung
zu erstellen. Die Teilnehmer müssen sich damit
auseinandersetzen, wie sie in einen Markt hineingehen,
wer ihre Konkurrenten sind und wie diese am Markt aufgestellt
sind. Der Businessplan-Wettbewerb ist in diesem Sinne
nicht nur anspruchsvoll, er ist auch der erste dieser
Art auf Hochschulebene in NRW.
RUBENS: Was zeichnet einen guten Businessplan aus?
Grosse: Die Idee sollte einen hohen Innovationsgrad
haben, sie sollte so faszinierend sein, dass man überzeugt
wird, dahinter steckt ein Potenzial, mit dem der Gründer
mit seiner Planung dann auch den Markt erobern kann.
Entscheidend ist darüber hinaus, dass die Gründung
in Märkten mit guten Wachstumschancen stattfindet,
zum Beispiel „Neue Materialien“, IT-Sicherheit,
Life Sciences. Kurz: Das Konzept sollte sich gut umsetzen
lassen und sich in absehbarer Zeit rentieren.
RUBENS: Die genannten Segmente beziehen sich eher auf
Naturwissenschaften und Technik, welche Chancen haben
denn Geisteswissenschaftler im Wettbewerb?
Grosse: Wir haben ja auch eine Reihe von Gründern
aus den Geisteswissenschaften. Ich denke hier an interdisziplinär
arbeitende Bereiche wie Psychologie oder Sportwissenschaft.
Potenzial gibt es aber auch in den Wirtschaftswissenschaften,
etwa im E-Business, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
RUBENS: Und was zeichnet einen guten Gründer aus?
Grosse: Eine Idee nachhaltig verfolgen, Durchhaltevermögen
haben, geschäftstüchtig und belastbar, kommunikativ
sein und mit Menschen umgehen können – das
sind wesentliche Eigenschaften. Ganz wichtig ist uns
aber der Hinweis, dass auch Teambewerbungen möglich
und erwünscht sind – die Erfahrung zeigt,
dass Gründer-Teams häufig erfolgreicher am
Markt sind als Einzelkämpfer.
jw
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