Motor der Metropole
Die drei großen Ruhrgebietsuniversitäten
besiegeln weitreichende Allianz
Ob nun als „Motor der Metropole“
(so Rektor Prof. Elmar Weiler) oder als „Meilenstein“,
wie es NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart
nennt: Die am 12. März besiegelte „Universitätsallianz
Metropole Ruhr“ der drei großen Ruhrgebietsuniversitäten
Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen steckt voller Superlative:
89.000 Studierende, 1.250 Professorinnen und Professoren
sowie 840 Millionen Euro Jahresetat sind unter einem
gemeinsamen Dach vereint.
Mit dem Vertrag rücken die drei Nachbaruniversitäten
näher zusammen – bleiben aber eigenständige
Universitäten. Die neue Allianz will in dieser
zukunftsweisenden Kooperation die Leistungen der drei
Partner stärken und gezielt ausbauen sowie gemeinsam
Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterentwickeln. Übergeordnete
Vision ist es, die Universitätsallianz als exzellenten
Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts-
und Studienlandschaft zu etablieren.
Profilierung statt Konkurrenz
Gemeinsame Profilierung statt gegenseitige Konkurrenz
– das wird der Geist der Kooperation sein. „Es
gibt bereits jetzt eine sehr intensive Zusammenarbeit
der drei Universitäten. Aus dieser Zusammenarbeit
wird jetzt eine strategische Allianz“, sagte der
Rektor der Universität Dortmund Prof. Eberhard
Becker anlässlich der Vertragsunterzeichnung. RUB-Rektor
Prof. Elmar Weiler fügte hinzu: „So stellen
Bochum und Dortmund in der Exzellenzinitiative einen
gemeinsamen Antrag für ein Exzellenzcluster Proteinforschung
und beschreiten einen neuen Weg im Maschinenbau“
(s. den nebenstehenden Beitrag). Der Rektor der Universität
Duisburg-Essen Prof. Lothar Zechlin ergänzte mit
Blick auf das bereits seit Anfang 2007 gemeinsam betriebene
Kulturwissenschaftliche Institut (KWI-Essen) „Man
muss nicht fusionieren, um gut gemeinsam nach vorn zu
marschieren“. Er erinnerte daran, dass „wir
seit drei Jahren in New York ein Büro betreiben,
um die Ruhrgebiets-Universitäten in den USA bekannt
zu machen. Außerdem laufen die Vorbereitungen
für eine gemeinsame Medizin-Fakultät der Universitäten
Duisburg-Essen und Bochum auf Hochtouren“ (s.
Infokasten).
Auch NRW-Wissenschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart
freut sich über die Kooperation: „Dies ist
ein herausragendes Beispiel für gelebte Hochschulautonomie
und belegt, wie ideenreich, kraftvoll und zielgerichtet
die NRW-Hochschulen an der Zukunft arbeiten.“
Nach außen wird der Universitätsverbund unter
dem Namen „Universitätsallianz Metropole
Ruhr“ auftreten. Daher haben die drei Rektoren
vereinbart, ein Marketing-Konzept sowie einen gemeinsamen
Internetauftritt zu erarbeiten.
Koordinationsrat eingesetzt
Die drei Universitäten werden die Allianz auf
verschiedenen Ebenen mit Leben füllen. So sollen
die Kräfte zusammengefasst werden, um die Erfolgsaussichten
bei der bundesweiten Exzellenzinitiative zu verbessern.
Das breite Fächerspektrum an den drei Universitäten
eröffnet durch Kombinationen vielfältige Studienmöglichkeiten.
Zusätzlich soll die Entwicklung und Implementierung
einer gemeinsamen eLearning-Plattform Rahmenbedingungen
für Lehre und Studium verbessern. Darüber
hinaus sollen durch die Kooperation und Vernetzung bei
Verwaltung und Infrastruktur gezielt Synergien genutzt
werden. Konkret gehören dazu beispielsweise gemeinsame
elektronische Zulassungs- und Immatrikulationsverfahren
für Studienbewerber, eine gemeinsame Identitätskarte,
die auch als elektronischer Bibliotheksausweis an allen
drei Standorten gelten wird, oder die Vernetzung und
Optimierung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik.
Für die Abstimmung zwischen den drei weiterhin
eigenständigen Universitäten wird ein Koordinationsrat
eingesetzt, dem die drei Rektoren und die drei Kanzler
angehören. Sie stimmen sich in allen Fragen einer
standortübergreifenden Arbeit ab und setzen jeweils
nach Bedarf Arbeitsgruppen der drei Hochschulen ein.
Hochschulmedizingesetz
Am 13. März hat das NRW-Kabinett Eckpunkte für
ein Hochschulmedizingesetz verabschiedet. Demnach sollen
sich die Medizin-Fakultäten der Ruhr-Uni und der
Uni Duisburg-Essen zu einem gemeinsamen Fachbereich
mit zwei Standorten zusammenschließen. Der Gesetzentwurf
des Kabinetts soll noch vor dem Sommer ins Parlament
eingebracht werden. In Kraft treten soll das Gesetz
zum Jahresbeginn 2008.
ad/gemeinsame
Presseerklärung der drei Hochschulen
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