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RUBENS 114

1. April 2007

Motor der Metropole


Die drei großen Ruhrgebietsuniversitäten besiegeln weitreichende Allianz

Ob nun als „Motor der Metropole“ (so Rektor Prof. Elmar Weiler) oder als „Meilenstein“, wie es NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart nennt: Die am 12. März besiegelte „Universitätsallianz Metropole Ruhr“ der drei großen Ruhrgebietsuniversitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen steckt voller Superlative: 89.000 Studierende, 1.250 Professorinnen und Professoren sowie 840 Millionen Euro Jahresetat sind unter einem gemeinsamen Dach vereint.

Mit dem Vertrag rücken die drei Nachbaruniversitäten näher zusammen – bleiben aber eigenständige Universitäten. Die neue Allianz will in dieser zukunftsweisenden Kooperation die Leistungen der drei Partner stärken und gezielt ausbauen sowie gemeinsam Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterentwickeln. Übergeordnete Vision ist es, die Universitätsallianz als exzellenten Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft zu etablieren.

Profilierung statt Konkurrenz

Gemeinsame Profilierung statt gegenseitige Konkurrenz – das wird der Geist der Kooperation sein. „Es gibt bereits jetzt eine sehr intensive Zusammenarbeit der drei Universitäten. Aus dieser Zusammenarbeit wird jetzt eine strategische Allianz“, sagte der Rektor der Universität Dortmund Prof. Eberhard Becker anlässlich der Vertragsunterzeichnung. RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler fügte hinzu: „So stellen Bochum und Dortmund in der Exzellenzinitiative einen gemeinsamen Antrag für ein Exzellenzcluster Proteinforschung und beschreiten einen neuen Weg im Maschinenbau“ (s. den nebenstehenden Beitrag). Der Rektor der Universität Duisburg-Essen Prof. Lothar Zechlin ergänzte mit Blick auf das bereits seit Anfang 2007 gemeinsam betriebene Kulturwissenschaftliche Institut (KWI-Essen) „Man muss nicht fusionieren, um gut gemeinsam nach vorn zu marschieren“. Er erinnerte daran, dass „wir seit drei Jahren in New York ein Büro betreiben, um die Ruhrgebiets-Universitäten in den USA bekannt zu machen. Außerdem laufen die Vorbereitungen für eine gemeinsame Medizin-Fakultät der Universitäten Duisburg-Essen und Bochum auf Hochtouren“ (s. Infokasten).
Auch NRW-Wissenschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart freut sich über die Kooperation: „Dies ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Hochschulautonomie und belegt, wie ideenreich, kraftvoll und zielgerichtet die NRW-Hochschulen an der Zukunft arbeiten.“ Nach außen wird der Universitätsverbund unter dem Namen „Universitätsallianz Metropole Ruhr“ auftreten. Daher haben die drei Rektoren vereinbart, ein Marketing-Konzept sowie einen gemeinsamen Internetauftritt zu erarbeiten.

Koordinationsrat eingesetzt

Die drei Universitäten werden die Allianz auf verschiedenen Ebenen mit Leben füllen. So sollen die Kräfte zusammengefasst werden, um die Erfolgsaussichten bei der bundesweiten Exzellenzinitiative zu verbessern. Das breite Fächerspektrum an den drei Universitäten eröffnet durch Kombinationen vielfältige Studienmöglichkeiten. Zusätzlich soll die Entwicklung und Implementierung einer gemeinsamen eLearning-Plattform Rahmenbedingungen für Lehre und Studium verbessern. Darüber hinaus sollen durch die Kooperation und Vernetzung bei Verwaltung und Infrastruktur gezielt Synergien genutzt werden. Konkret gehören dazu beispielsweise gemeinsame elektronische Zulassungs- und Immatrikulationsverfahren für Studienbewerber, eine gemeinsame Identitätskarte, die auch als elektronischer Bibliotheksausweis an allen drei Standorten gelten wird, oder die Vernetzung und Optimierung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik.
Für die Abstimmung zwischen den drei weiterhin eigenständigen Universitäten wird ein Koordinationsrat eingesetzt, dem die drei Rektoren und die drei Kanzler angehören. Sie stimmen sich in allen Fragen einer standortübergreifenden Arbeit ab und setzen jeweils nach Bedarf Arbeitsgruppen der drei Hochschulen ein.

Hochschulmedizingesetz
Am 13. März hat das NRW-Kabinett Eckpunkte für ein Hochschulmedizingesetz verabschiedet. Demnach sollen sich die Medizin-Fakultäten der Ruhr-Uni und der Uni Duisburg-Essen zu einem gemeinsamen Fachbereich mit zwei Standorten zusammenschließen. Der Gesetzentwurf des Kabinetts soll noch vor dem Sommer ins Parlament eingebracht werden. In Kraft treten soll das Gesetz zum Jahresbeginn 2008.

ad/gemeinsame Presseerklärung der drei Hochschulen
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Letzte Änderung: 30.3.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik