Neue
Stühle
Die Biologen helfen den Uni-Zwergen
23. Februar, 14 Uhr: Ein paar Uni-Zwerge sind gerade
erst aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und reiben sich
verschlafen die Augen, andere laufen bereits Richtung
Tür: Alle sind gespannt auf die neuen Stühle,
die heute geliefert werden sollen. Und endlich ist es
soweit: Biologie-Dekan Prof. Thomas Stützel und
Werkstattleiter Karl-Heinz Sandermann bringen 16 neue
Stühle in den Raum der Uni-Zwerge.
Nachdem die Stühle um den großen Tisch verteilt
sind, laufen die Kinder direkt auf sie zu und setzen
sich, um ihren Joghurt zu essen. Berührungsängste
kennen sie keine, auch wenn die Eltern daran erinnern,
dass sie die Stühle noch streichen wollen –
möglichst bevor ihnen die Kinder sie mit Joghurt
bekleckern. So tragen Eltern und Betreuer die Stühle
kurzerhand in den Flur, um sie mit einem speziellen
Öl zu streichen, das die Oberflächen abwaschbar
macht.
Rückblick: Im Oktober 2006 wenden sich die Uni-Zwerge
an Andrea Kaus vom Elternservicebüro, da sie dringend
neue Stühle für die Kindergruppe brauchen.
Andrea Kaus rät ihnen, mit einer der universitätsinternen
Schreinereien in Kontakt zu treten. So fragt Dr. Ines
Kubigsteltig, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl
für Pflanzenphysiologie und Mutter eines Uni-Zwerges,
Prof. Stützel, ob die Schreinerei der Biologie
die Stühle fertigen könnte. Es folgen Gespräche
und Treffen mit Karl-Heinz Sandermann, der sich viel
Zeit für die Fertigung des optimalen Kinderstuhls
nimmt und letztlich den Uni-Zwergen ein Modell vorstellt.
Anschließend entstehen in der Werkstatt 16 Stühle
in gleichem Design. Mit dem Projekt zeigen sich Stützel
und Sandermann besonders kinderfreundlich – immerhin
ist es nicht selbstverständlich, dass das Dekanat
die Kosten für die Stühle übernimmt.
Zudem schob Werkstattleiter Sandermann den Bau der Stühle
in den regulären Arbeitsalltag der Werkstatt ein
– und investierte mit seinen Mitarbeitern viel
Zeit in ein freiwilliges Projekt.
Zum Dank Kekse
Zum feierlichen Anlass haben die Uni-Zwerge mit den
Eltern ein großes Plakat gebastelt (s. Foto),
mit dem sie sich bei Stützel und Sandermann bedanken;
dazu gibt es Kekse und Schokolade. „Ich bin von
den Stühlen begeistert“, freut sich Ines
Kubigsteltig. Sohn Carlo, knapp ein Jahr alt, steht
momentan noch auf der Warteliste, hat sich mit seiner
Mama aber schon mal bei den Uni-Zwergen umgeschaut und
an die neue Umgebung gewöhnt. Kubigsteltig hofft,
dass Carlo spätestens ab August einen Platz bekommt,
damit sich Familie und Beruf besser organisieren lassen.
Gute Gründe, ihren Sohn zu den Uni-Zwergen zu geben,
hat sie genug: „Das Betreuungsangebot gilt bereits
für Kleinkinder ab sechs Monate, es ist nah an
meinem eigenen Arbeitsplatz und es gibt flexible Betreuungszeiten.
Carlo kann zum Beispiel nur einzelne Tage oder Stunden
pro Woche bei den Zwergen verbringen.“ Ines Kubigsteltig
lobt, dass die Eltern viel Mitspracherecht bei der Betreuung
der Kinder und bei Entscheidungen haben, sie also optimal
integriert sind.
Julia
Brosig
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