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RUBENS 114

1. April 2007

Seitenwechsel


eTutoring: Studierende beraten Lehrende



Einmal Dozenten unterrichten und Seminare mitbestimmen – davon träumen wohl viele Studierende. An der Ruhr-Uni bekamen im letzten Wintersemester 14 von ihnen diese Chance: Zunächst lernten sie, eLearning-Veranstaltungen zu planen und durchzuführen; anschließend unterstützten die Studierenden ihre Dozenten bei der Realisierung. „eTutoring“ nennt sich das Projekt, das im August 2006 zum ersten Mal an der RUB stattfand und nun weitergeführt wird.


In der Blockveranstaltung erklären Mitarbeiter der Stabsstelle eLearning den Studierenden technische Werkzeuge und didaktische Methoden des eLearning: Worin liegt deren Nutzen für Studierende und vor allem: Wie müssen Lehrende vorgehen, wenn sie die Lernplattform Blackboard in ihre Veranstaltungen integrieren oder Seminarinhalte online stellen wollen? Haben die Studierenden den Kurs erfolgreich abgeschlossen, kommen sie mit ihren Praktikums-Dozenten zusammen – in der Regel aus der eigenen Fakultät – und erarbeiten in Zweier- oder Dreierteams, wie sie Seminare durch elektronische Lernmöglichkeiten noch abwechslungsreicher gestalten können.
Dabei wird Gängiges wie Blackboard eingesetzt, aber auch Neues erprobt, z.B. Podcasting oder die Entwicklung von WBTs (Web based Trainings, also multimediale Lernmaterialien). Je nach Bedarf gibt es entweder feste wöchentliche Treffen, oder die Dozenten wenden sich mit speziellen Problemen oder Aufgaben an „ihr“ Expertenteam. Falls vom Dozenten gewünscht, können die eTutoren auch Teile von Präsenzveranstaltungen mitgestalten, für viele ein spannender „Seitenwechsel“, bei dem sie zum ersten Mal vor einem Kurs stehen und in die Rolle des Lehrenden schlüpfen. „Ein wichtiges Anliegen ist uns bei dem Projekt, Studierende aktiv in die Planung und Gestaltung von Veranstaltungen einzubeziehen und ihnen zu zeigen, dass sie etwas bewirken können, von dem andere Studierende profitieren“, erklärt Anne Thillosen. Sie ist stellvertretende Leiterin der Stabsstelle eLearning und verantwortlich für das Projekt eTutoring.

Zehn Punkte zu erwerben

Bevor der erste Kurs starten konnte, mussten alle Beteiligten viel Abstimmungsarbeit leisten. Die Stabsstelle arbeitet eng mit dem Studienbüro, dem Optionalbereich, dem Zentrum für Lehrerbildung, der Unibibliothek und der Stabsstelle Interne Fortbildung und Beratung zusammen. Das ist nötig, um die Ausbildung zum eTutoren ins reguläre Studium zu integrieren und anerkennen zu lassen. Schließlich erhalten die Teilnehmer zehn Kreditpunkte im Optionalbereich – entweder in „Informationstechnologie“ oder den „Schulpraktischen Studien“, einer Zugangsvoraussetzung für den Master of Education.
Zurzeit läuft der zweite Ausbildungskurs, den die Stabsstelle eLearning zusammen mit dem Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZFA) speziell zum Fremdsprachenerwerb entwickelt hat. „In der ersten Phase haben wir durch das eTutoren-Team, das im Bereich Deutsch als Fremdsprache eingesetzt war, gemerkt, dass beim Sprachenlernen andere Methoden und Werkzeuge eingesetzt werden als in Chemie, Jura oder Maschinenbau, zum Beispiel Audio-Elemente zum Hörverstehen. Obwohl der nächste Durchgang erst fürs Wintersemester 07/08 geplant war, haben wir dieses Projekt eingeschoben, um den Anforderungen des Fremdsprachenerwerbs besser gerecht zu werden“, erläutert Thillosen. Auch in Zukunft sind regelmäßige eTutoring-Kurse geplant.
Ende März erhielten zwei Gruppen des Pilot-Moduls die Gelegenheit, ihre Ergebnisse (samt Projektgeschichte) aus den Bereichen Maschinenbau und Evangelische Theologie dem Rektorat zu präsentieren. „Es ist ein sehr schönes Erlebnis, Kurse selbst mitentwickeln und die Resultate vorstellen zu können“ sagt Joana Seiffert. Sie studiert im vierten Semester Geschichte und Evangelische Theologie und hat 2006 am Pilotprojekt eTutoring teilgenommen.
Im Wintersemester 07/08 hat Joana Seiffert zusammen mit einem Kommilitonen zwei Dozenten der Evangelischen Theologie beraten, Prof. Dr. Traugott Jähnichen und André Witte-Karp. Sie halfen, einen abwechslungsreichen Seminarverlauf mit interessanten Onlinebestandteilen zu gestalten. Innerhalb der Fakultät stieß die Aktion auf derart positive Resonanz, dass die beiden ihr Projekt im Januar dem Fakultätsrat vorstellen durften – mit dem Ergebnis, dass die Fakultät im Sommersemester 2007 die Betreuung dreier Kurse durch eTutoren finanzieren will. Dann wird auch Joana Seiffert wieder dabei sein.

Info: Lehrende und Studierende, die sich für diese neuartige Lern- und Lehrform interessieren, können sich an Anne Thillosen (Stabsstelle eLearning) wenden: Tel. -25817

eLearning an der RUB
Blackboard:
Blackboard ist die zentrale internetbasierte Lernplattform der RUB, die Materialien und Infos von Veranstaltungen bereitstellt. Lehrende stellen Vorlesungsskripte, Präsentationen und Arbeitsaufgaben auf die Plattform, um ihre Präsenzlehre zu unterstützen. Studierende laden diese von zu Hause aus herunter. Blackboard gibt es seit 2000 an der RUB, pro Semester sind dort etwa 12,5 Prozent aller Veranstaltungen verzeichnet, http://e-learning.ruhr-uni-bochum.de/ bzw. http://www.rubel.rub.de/

Podcasting: Lehrende können ihre Veranstaltungen mitschneiden und die Inhalte als Podcasts (selbst aufgezeichnete Audiodateien) in MP3-Format ins Internet stellen, z. B. auf die Homepage ihrer Fakultät oder ins Blackboard. Verpassen Studierende eine Veranstaltung, können sie diese nachträglich am PC hören. Podcasting gibt es seit dem WS 06/07 an der RUB, bis jetzt nutzen Germanistik, Kriminologie und Medienwissenschaft das Angebot.

VSPL: VSPL ist ein internetbasiertes System zur Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen. Studierende sehen Lehrveranstaltungen übers Internet ein und melden sich online an. Das System dokumentiert den Studienverlauf und macht ihn für Studierende, Dozenten und Prüfungsämter transparent. Zurzeit wird VSPL im Rahmen von Probebetrieben und einem sog. Rollout sukzessive an der Ruhr-Uni eingeführt, http://www.rub.de/rubicon/



 

 

Julia Brosig
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Letzte Änderung: 30.3.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik