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RUBENS 114

1. April 2007

Ballermann, Beben und Bodenökologie


RUBIN-Geowissenschaften erschienen

Von der Treibhauswelt der Kreidezeit bis zu der Frage, ob der Qualitätstourismus auf Mallorca die Insel wirklich vor weiteren Umweltsünden bewahrt, reicht das Themespektrum im aktuellen Wissenschaftsmagazin RUBIN. Es steht für eine Fakultät, in der – wie wohl in keiner anderen – Natur- und Geisteswissenschaften zusammengehen, in der sich unterschiedliche Wissenschaftskulturen immer wieder neu vernetzen. Das macht einen Großteil ihres Reizes aus und auch den des aktuellen Magazins. Hier ein Überblick der Themen.

Klimawandel in der Erdgeschichte: Kreidezeit war Treibhauswelt.
Steigende CO2-Konzentrationen, globale Erwärmung, Abschmelzen der Polkappen, Überflutung der Küstenebenen – der Klimawandel ist wohl eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Um das künftige Szenario zu beschreiben und zu verstehen, kann ein Rückblick nutzen. Paläontologen und Sedimentologen analysieren das Klima der Erdgeschichte, denn es hat in der Vergangenheit wiederholt ähnliche Treibhausverhältnisse gegeben.

Damit der Salat nicht so schwer im Magen liegt: Schadstoffe im Boden festsetzen.

Die dreijährige Lena hilft ihrer Oma bei der Salaternte. Die eine oder andere Handvoll Erde wandert dabei schon mal in den Mund. Doch der Salat enthält nicht nur Gesundes, und auch Erde ist nicht immer harmlos: Schwermetalle kommen mitunter in hohen Konzentrationen im Boden vor. Wie man sie dingfest macht, ohne gleich den ganzen Boden abzutragen, erforschen Bodenökologen.

Qualitätstourismus auf Mallorca: „Ballermann“ war besser.

Ballermann, Betonburgen, Billigtourismus – von diesem Negativimage will Mallorca weg, hin zum umweltverträglichen, hochwertigen und teuren Qualitätstourismus auf einer grünen behüteten Insel. Aber ist der Qualitätstourismus tatsächlich verträglicher als der Massentourismus? Langjährige Studien zur Landschaftsveränderung auf Mallorca zeigen das Gegenteil.

Von hohen Löslichkeiten in tiefer Erde: Des Wassers steinerne Fracht.

Noch bevor Gestein in der Erdtiefe zur heißen Schmelze wird, kann seine Löslichkeit in Wasser extrem zunehmen. Ob wässrige Lösungen möglicherweise Kanäle bilden, die sich Hunderte von Kilometern unter den großen Faltengebirgen hinziehen, ist heute noch Spekulation. Mit aufwändigen Verfahren und anhand winziger Kristalle erkennen Mineralogen Schritt für Schritt die tatsächlichen Bedingungen in Tiefen, die keine Bohrung mehr erreicht.

Erdbebenschäden in über zehn Kilometern Tiefe: Gesteine mit Erinnerungsvermögen.

Nicht nur an der Erdoberfläche haben die ruckartigen Verschiebungen bei Erdbeben verheerende Folgen. Auch in die tieferen Stockwerke der Erdkruste werden Spannungen in Sekundenschnelle umverteilt. Im dort zäh fließenden Gestein bauen sie sich schneller ab, als man bislang dachte. Geologen hoffen damit, die Prozesse bei und nach Erdbeben zukünftig besser eingrenzen zu können.

Oberfläche bestimmt Kristalleigenschaften: Gesichtsverlust und Stachelaufbau.

Über ihre Oberfläche „kommunizieren“ Kristalle mit ihrer Umwelt, bei antiken Denkmälern führt das zum regelrechten „Gesichtsverlust“. Aber Minerale werden durch die umgebenden Substanzen nicht nur aufgelöst, die Umgebung kann auch den Aufbau von Kristallen steuern. So züchtet etwa der Seeigel seine Stacheln aus Kristallen gezielt in die für ihn vorteilhafte Form.

Stadtstruktur und Wasserqualität: Chinas Megacities geht das Wasser aus.

Die Wirtschaft Chinas boomt, die Metropolen wachsen und überbieten sich in ihren glitzernden Fassaden. Bei näherem Hinschauen sind sie meist nur groß, unübersichtlich und sehr verschmutzt. Die Trinkwasserqualität für 300 Millionen Chinesen ist gefährdet. Geologen untersuchen den Zusammenhang von Stadtstruktur und Wasserqualität und schaffen damit eine Basis für umweltschonende Konzepte.

Info: RUBIN ist erhältlich im Dekanat der Fakultät für Geowissenschaft (5 Euro), http://www.rub.de/rubin/geowissenschaften.


 

 

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