Editorial
Universitätsallianz
Metropole Ruhr
„Allianzwetter“ – wie anders hätte
man die prächtigen äußeren Bedingungen
beschreiben sollen, unter denen am 12. März 2007
im Senatssaal der RUB ein ganz besonderes Ereignis stattfand.
Denn an diesem Tag wurde durch die Unterzeichnung einer
Kooperationsvereinbarung die „Universitätsallianz
Metropole Ruhr“ ins Leben gerufen. Die Rektoren
der – in alphabetischer Reihenfolge genannten
gleichberechtigten – Standorte Bochum, Dortmund
und Duisburg-Essen läuteten mit ihren Unterschriften
unter die Kooperationsvereinbarung den Beginn einer
neuen Ära in den Beziehungen der drei großen
Universitäten ein. Die Allianz ist die Frucht einer
zunehmend intensiveren Zusammenarbeit unserer Hochschulen
in Forschung, Lehre und Administration, in der in den
vergangenen Jahren Kirchturmdenken und unproduktive
Konkurrenz immer stärker in den Hintergrund treten
mussten und nun als endlich überwunden gelten dürfen.
Könnte dies ein Vorbild werden für die Region
Ruhrgebiet? Die Rektorate der Allianzuniversitäten
hoffen nichts weniger als dies. Ein ermutigender Schritt
in die Richtung einer zukunftsgerichteten Kooperation
im Ruhrgebiet war ja auch das Zusammengehen bei der
– erfolgreichen! – Bewerbung um die „Kulturhauptstadt
Europas“, die im Jahr 2010 mit der Metropolregion
Ruhrgebiet deckungsgleich sein wird.
Es herrscht Aufbruchstimmung allerorten! – und
was mit guten Ideen bewegt werden kann, um die vorhandenen
Stärken der Region auszubauen und sichtbar werden
zu lassen, das hat auch der Einzug der Ruhr-Universität
in den kleinen Kreis der Kandidaten um den Titel einer
„Elite-Universität“ im Rahmen der „Exzellenzinitiative“
gezeigt.
Die Allianz war im Grunde überfällig –
aber nun ist ihre Zeit gekommen! Was kann ein leistungsstarker,
weit über die Landesgrenzen sichtbarer, attraktiver
Universitätsverbund bieten? Den Studierenden zum
Beispiel ein enorm vielfältiges und hochwertiges
Angebot an aufeinander abgestimmten Studiengängen
und einen eigenen eCampus; den Forschenden ungeahnte
Möglichkeiten, über Disziplinengrenzen hinweg
Kooperationen zu verwirklichen, Themen aufzugreifen,
für die das Forschungspotential eines einzigen
Standorts im Vergleich zu anderen großen Zentren
nicht genügend entwickelt ist; den Universitätsverwaltungen
erhebliche Synergieeffekte zum Beispiel im Rahmen von
gemeinsam genutzten IT-Infrastrukturen. Uns allen: stolz
darauf sein zu können, am Auf- und Ausbau eines
Maßstäbe setzenden europäischen Universitätsverbundes
teilzuhaben, der Vorreiter und Motor der Zukunft der
Ruhrmetropole sein kann.
Prof.
Elmar Weiler, Rektor der Ruhr-Universität Bochum
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