Willkommen
an Deck
Gebäudeserie:
Neues Bettenhaus am Bergmannsheil
Jeder von uns kann sich sicher noch an sein
erstes Semester an der Ruhr-Uni erinnern. Wer hat sich
anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt
einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und
mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine
Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten – diesmal
zum neuen Bettenhaus des Bergmannsheils, das im Dezember
2006 eröffnet worden ist.
Hölzerne Planken unter den Füßen, die
kühle Brise im Haar und den Blick über die
Reling schweifen lassen … willkommen an Deck des
neuen Bettenhauses am Bergmannsheil. Spätestens
die großzügige Terrasse der Cafeteria im
achten Obergeschoss lässt einen vergessen, dass
man sich eigentlich in einem Krankenhaus befindet. Hoch
über den Dächern der Stadt ist der Blick einzigartig
– nur noch übertroffen von der Aussicht des
knapp darüberliegenden gewaltigen Tellers, auf
dem zwei Hubschrauber landen können, und der uns
auch den eigentlichen Zweck des etwa 50 Meter hohen
Gebäudes in Erinnerung ruft: Es beherbergt neben
den Ambulanzen der Kliniken für Chirurgie, Plastische
Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Pneumologie, Allergologie,
Schlaf- und Beatmungsmedizin und Innere Medizin (Endokrinologie,
Stoffwechselerkrankungen, Gastroenterologie, Hepatologie)
in den unteren Etagen die „Intermediate Care Station“
– eine interdisziplinäre Intensivstation
mit 41 Betten – sowie in den Etagen zwei bis sieben
die Pflegestationen der Kliniken.
Bei der Gestaltung wurde das Angenehme mit dem Nützlichen
verbunden: Die Einrichtung auf dem neuesten Stand der
Technik geht einher mit dem größtmöglichen
Wohlfühlfaktor. In den Patientenzimmern, die alle
über ein eigenes Bad mit Dusche verfügen,
für das sich kein Hotel schämen müsste,
herrschen freundliche Farben vor. Der „Himmel“
ist blau gestrichen, warmes Gelb am Fußboden und
helles Holz schaffen eine lichte Atmosphäre. Gediegener
geht es auf den sog. Wahlleistungsstationen für
Privatpatienten in der siebten und achten Etage zu,
wo Kirschholzoptik dominiert und den Eindruck von Hotelkomfort
noch unterstreicht; hier fehlen übrigens auch die
Minibar und der Safe nicht.
Patientengarten geplant
Sämtliche Zimmer sind mit bodentiefen Fenstern
sowie großem Balkon ausgestattet. Fernsehen, Telefon
und Internet gehören zu jedem Bett, maximal drei
Patienten werden in einem Zimmer untergebracht. Insgesamt
verfügt das neue Haus über 248 Bettplätze.
624 sind es insgesamt im Bergmannsheil, diese Zahl bleibt
unverändert.
Damit man sich in dem riesigen Gebäude –
rund 25.000 Quadratmeter auf insgesamt zwölf Etagen
stehen zur Verfügung – auch zurechtfindet,
empfängt einen im Eingangsbereich eine großzügige
offene Anmeldung/Information. Sollte man hier warten
müssen, kann man sich in Ruhe der Betrachtung des
gewaltigen, über drei Etagen hohen Spraykunstwerks
der Künstlerin Katharina Grosse widmen, das farbenfroh
die Eingangshalle beherrscht und sich von den Galerien
der ersten und zweiten Etage aus unterschiedlichen Perspektiven
in Augenschein nehmen lässt.
Noch lehnt sich das Bettenhaus, das am äußersten
Rand des Bergmannsheil-Geländes an der Hattinger
Straße steht, an das bisherige Haus 3 der Klinik
an, das fast in Tuchfühlung mit dem Nachfolger
seinem Ende entgegensieht: Sobald der Umzug komplett
über die Bühne gegangen ist, wird das alte
Haus abgerissen. An seiner Stelle soll ein Patientengarten
entstehen, so dass dem Krankenhaus trotz des Neubaus
mit mehr Platz keine Grünflächen verloren
gehen.
md
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