Rüstzeug
fürs Labor
Nagelneuer
Bioinformatikraum in ND
Die Aufklärung der Genome verschiedener Organismen
führt zu einem dramatischen Wechsel in der Arbeitsweise
der biologischen Forschung. Dank des Humangenomprojekts
wissen wir mittlerweile, dass der Mensch 20.000 bis
25.000 Gene besitzt und dass die Zahl der chemischen
Bausteine im Erbmolekül DNA 3,08 Milliarden beträgt.
Die Bausteine sind fast alle mit großer Genauigkeit
analysiert und über die größtenteils
frei zugänglichen Internet-Datenbanken des Genomprojektes
abrufbar. Die praktische Bioinformatik liefert die Werkzeuge
für den Zugriff und die Analyse dieser Daten. Es
ist also wichtig, die Studierenden der Lebenswissenschaften
in praktischen Übungen mit der Bioinformatik vertraut
zu machen.
Deshalb hat der Lehrstuhl für Biophysik im Dezember
2006 einen Raum mit 20 PC-Arbeitsplätzen eingerichtet,
die eine Grundausbildung in Bioinformatik sicherstellen.
Der Praktikumssaal diente zuvor als Abstellraum und
wurde mit Mitteln der Universität und der Fakultät
für Biologie umgestaltet. Zum Teil legten Mitarbeiter
des Lehrstuhls selbst Hand an, auch das Personal der
Fakultätswerkstatt half mit.
Neuester Stand
Lehrstuhlleiter Prof. Dr. Klaus Gerwert nennt die Datenbanken
„eine wahre Schatztruhe“ für die biologische
Forschung. PD Dr. Mathias Lübben (ebenfalls Biophysik
und verantwortlich für den neuen Raum) ergänzt:
„Im Praktikumssaal werden die Studierenden bestmöglich
in Bioinformatik ausgebildet, Hardware und Software
sind auf dem neuesten technischen Stand.“ Lübben
nennt einige der Themen, die hier von den Studierenden
erarbeitet werden: Sequenzanalyse von DNA und Proteinen,
Strukturvorhersagen, Analyse von dreidimensionalen Proteinstrukturen
oder „virtuelles Klonieren“.
„Das virtuelle Klonieren ist eine wichtige und
verständnisfördernde Laborsimulation für
die Studierenden, denn später werden sie in der
molekularen Biologie gezielt reale Experimente mit DNA
durchführen“, so Lübben. Überhaupt
sei das Unterrichtskonzept für den Bioinformatikraum
ganz auf die Vermittlung praktisch anwendbaren Wissens
ausgelegt. „Die Studierenden erwerben hier ihr
theoretisches Rüstzeug für die spätere
Laborpraxis und damit letztlich für ihre Abschlussarbeiten
bis hin zur Dissertation.“
Obwohl an der Biophysik angesiedelt, können alle
Biologie-Lehrstühle die Rechner für Forschung
und Lehre nutzen. Im Gegensatz zu CIP-Inseln sind die
Arbeitsplätze nicht frei zugänglich, Studierende
können sie ausschließlich in Seminaren nutzen,
wie beim Praktikum Molekulare Biophysik. Dieser sog.
G-Block läuft seit Januar und endet Anfang Februar.
Die teilnehmenden Studierenden sind die ersten, die
im Bioinformatikraum arbeiten.
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