Einfach
unersetzlich
Serie Ausbildungsberufe an der Ruhr-Uni: Fachinformatiker
Wer sorgt dafür, dass Studierende und Beschäftigten
ohne Probleme Internetzugang haben? Wer behebt Serverausfälle?
Und wer hilft, wenn man bei der Installation von Hard-
oder Software nicht mehr weiter weiß? Das alles
erledigen die Fachinformatiker, sie sind einfach unersetzlich.
Deshalb bildet die Ruhr-Uni seit 2002 Azubis in diesem
Bereich aus. RUBENS verrät, was noch alles hinter
diesem Beruf steckt.
Die Ruhr-Uni bietet in der Fachinformatik zwei Fachrichtungen
an: Bei der Systemintegration stehen das Vernetzen von
Soft- und Hardware-Komponenten zu komplexen Systemen,
die Planung und Konfiguration von IT-Infrastrukturen (Internetanschlüsse,
Telekommunikationsanlagen, Serversysteme) sowie Netzwerkadministration
im Mittelpunkt. In der Anwendungsentwicklung geht es vermehrt
um das Programmieren und Realisieren von Softwareprojekten.
Beliebt ist vor allem das Berufsfeld Systemintegration
mit derzeit 23 Azubis. Die einzelnen Lehrjahre sind in
Staffeln aufgeteilt, d. h. man lernt alle drei bis vier
Monate neue Lerninhalte kennen. „Wir setzen die
Azubis im Rechenzentrum, in der Univerwaltung und in den
Fakultäten ein“, erklärt Birgit Steiner,
Ausbilderin im Rechenzentrum. Sie koordiniert auch die
IT-Lehre an der Uni.
Typische Ausbildungsinhalte im ersten Lehrjahr sind Arbeitstechniken
und -organisation, Anwendungssoftware und deren Einsatzmöglichkeiten,
geschichtliche Entwicklung von Rechnersystemen und die
Abwicklung einfacher Projekte (z. B. Multimedia-Ausstattung
eines Besprechungszimmers). Im zweiten Ausbildungsjahr
vertiefen die Lehrlinge die Inhalte, hinzu kommen Administrationsaufgaben
im Bereich Server und Netze, IT-Sicherheit und Datenschutz,
objektorientierte Programmierungen (Java und Delphi) und
vieles mehr. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sich die
Azubis weiter.
Erste Hilfe für Studis
René Eisser, Azubi im ersten Lehrjahr, arbeitet
momentan im Servicebereich des Rechenzentrums. Dort
hilft er Studierenden und Beschäftigten, wenn sie
Probleme mit Internetdiensten, Passwörtern, Blackboard,
VSPL oder Fragen zu anderen technischen Bereichen haben.
„Die meisten Studenten brauchen Hilfe zu den Internetdiensten
im Studentenwohnheim“, erzählt Eisser. „Beispielsweise
wollen sie wissen, welches Netzwerkkabel sie brauchen
oder wie sie mögliche Schwierigkeiten beim Einloggen
beheben können.“
Wegen der Freischaltung von Accounts und Passwörtern
kommen ebenfalls viele Studierende ins Rechenzentrum.
Eisser schaut sich die Probleme an und versucht sie
zu beheben. Der Azubi hat schon immer gerne am Computer
gearbeitet, aber auch die kurzen Einblicke in die anderen
Bereiche seiner Ausbildung fand er faszinierend. Demnächst
wechselt er in die Werkstatt. Dort lernt er u. a., Netzkabel
zu verlegen.
Sebastian Scherbes ist im zweiten Ausbildungsjahr und
hat sich ebenso wie Eisser auf Systemintegration spezialisiert.
Er hat beispielsweise den Status der Netzwerkschränke
überprüft und gewartet. In diesen Schränken,
die sich in allen Uni-Gebäuden befinden, werden
Signale der von außen kommenden Glasfaserleitungen
auf die Kupferleitungen umgesetzt, die in den Etagen
verlegt sind. Dadurch ist der Zugang ins Internet in
den einzelnen Büros möglich. Bei einem Netzwerkausfall
gehen die Azubis zu den Schränken und suchen die
Fehlerquelle – meist durch Überprüfen
der Hardware.
Zurzeit geht Scherbes seiner Lieblingsbeschäftigung
nach: dem Programmieren. Er arbeitet an einem Software-System
für die Netzwerkschränke. „Ich versuche,
ein Programm zur Statusabfrage zu erstellen, die wir
online abrufen können“, erzählt der
18-Jährige. „So müssen wir nicht immer
zu den einzelnen Schränken gehen, sondern können
über das Programm erkennen, wie die Netzwerke geschaltet
sind.“ Wenn ihm nach dieser Arbeit noch Zeit bleibt,
will er versuchen, das System um die zusätzliche
Möglichkeit der Konfiguration zu erweitern. Genau
wie René Eisser begeistert sich Sebastian Scherbes
schon lange für Computer. „Ich werde mein
Hobby zum Beruf machen“, sagt er lächelnd.
Sheila
Patel
|