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RUBENS 112

4. Januar 2007

Geklautes Bild – große Ehre


Forschung landet auf der Kaffeetasse


Dr. Elke Weiler (Neurophysiologie) staunte nicht schlecht, als sie über Umwege erfuhr, dass das Department of Neurobiology and Physiology an der Northwestern University in Evanston (Chicago) sich ungefragt an einer ihrer Abbildungen bedient hatte, um ein neues Logo und ein Design für eine Kaffeetasse zu entwerfen. Die Abbildung, die einen Querschnitt durch die Nase mit dem Riechepithel zeigt, hatte es zuvor schon auf den Titel des renommierten Journal of Neuroscience geschafft.
Die dazugehörige wissenschaftliche Publikation war Bahn brechend: Elke Weiler konnte nachweisen, dass sich im Riechepithel der Nase auch bei Erwachsenen noch neue Nervenzellen entwickeln. Diese Erkenntnis bedeutet Hoffnung für Patienten, die an Krankheiten leiden, die mit der Degeneration von Nervenzellen einhergehen, wie etwa Alzheimer oder Morbus Parkinson. „Die so genannten Basalzellen im Riechepithel sind eine Art Stammzellen, aus denen neue Nervenzellen entstehen können“, erklärt die Biologin.

"Fühle mich sehr geehrt"


Natürlich darf dieser Prozess nicht unkontrolliert ablaufen: Wichtig ist das Gleichgewicht zwischen Zellgeburt und Zelltod. Würden sich Zellen unkontrolliert bilden und wachsen, entstünden Tumore. Deswegen ist ein weiterer Fund wichtig: Dr. Weiler konnte neben der Zellneubildung einen Faktor nachweisen, der die Zellteilung hemmt (Aprin). „Das ist äußerst wichtig im Hinblick auf die Krebsbekämpfung“, unterstreicht sie. „Bei unserer Arbeit handelt es sich um einen Kampf für das Leben. Die Grundlagenforschung beinhaltet immer auch einen angewandten Aspekt.“
Böse über den „Bilderklau“ ist Elke Weiler natürlich nicht, ganz im Gegenteil: „Ich fühle mich sehr geehrt“, sagt sie stolz. Als sie in diesem Jahr die Northwestern University besuchte, an der sie vier Jahre lang gearbeitet hat, schenkte man ihr eine der Kaffeetassen, die ihre Abbildung in den Farben der Uni – lila und weiß – ziert. „Ich war zu Tränen gerührt“, blickt sie zurück. Das Exemplar steht seither auf ihrem Bochumer Schreibtisch, von dem aus sie nicht nur seit sieben Jahren in ihrer eigenen Arbeitsgruppe die Entwicklung von Nervenzellen erforscht, sondern auch an der Ausbildung der Medizinstudenten beteiligt ist. Wenn sie nicht an der Ruhr-Uni arbeitet, pendelt sie nach Tübingen, wo sie studiert hat und noch immer zumindest zeitweise wohnt.


 


md
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