Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 112
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 112 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 112

4. Januar 2007

Warum Austin Powers so schlechte Zähne hat


Sonderausgabe von RUBIN zum „Globalen Wandel“ ist erschienen


„Wenn wir unsere Anstrengungen statt auf ein Imperium des Bösen auf Starbucks-Kaffee konzentrieren, könnten wir unseren Gewinn verfünffachen“, rät Vizeschuft „Nummer 2“ seinem Chef Dr. Evil im Film „Austin Powers 2“: Die Einleitung zu einem geschickten Product Placement in einer für den weltweiten Markt produzierten Kinokomödie, deren Gewinne übrigens tatsächlich alle Rekorde brachen. Die Auswirkungen der Globalisierung auf den Film als ein Beispiel kulturellen Textes untersuchen Forscher am Lehrstuhl für Amerikastudien (Prof. Dr. Kornelia Freitag). Sie zeigen, dass der „Transnationalismus“ dem Film eingeschrieben ist, er also Ländergrenzen und Kulturunterschiede überwindet, aber das Wissen darum voraussetzt. Über ihren Ansatz berichten sie in RUBIN „Globaler Wandel“, der soeben erschienenen Sonderausgabe des Wissenschaftsmagazins der Ruhr-Uni.

Die Sonderausgabe stellt Forschungsprojekte aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Fachbereichen vor, die die Auswirkungen der Globalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. „Global Change“ ist einer der Forschungsschwerpunkte, für den sich die Ruhr-Uni in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder um einen Exzellenzcluster bewirbt. Das Heft erscheint pünktlich zu Beginn des „Jahres der Geisteswissenschaften“, das das Bundesforschungsministerium 2007 ausgerufen hat.

Jahr der Geisteswissenschaften

Untersuchungsgegenstand von Prof. Freitag sind Texte aller Art, neben Literatur auch Filme, T-Shirt-Aufdrucke, Markenzeichen und vieles mehr. „Man hat nachweisen können, dass kulturelle Norm- und Wertvorstellungen – das heißt auch deren negative Ausprägungen wie Ängste, Stereotype und Vorurteile – in allen kulturellen Texten zu finden sind, wenn sie auch unterschiedlich differenziert und komplex zum Ausdruck kommen“, erklärt Prof. Freitag. So hat etwa Austin Powers, britischer Spion im Film, auffallend schlechte Zähne – weil in den USA das Vorurteil herrscht, Briten hätten schlechte Zähne.
Die Einbeziehung von Starbucks, ein weltbekannter „Global Player“, als Hauptquartier des Bösen, der sich beim Trinken eines Bechers Starbucks Kaffee allerdings lächerlich macht, womit das Image der Kaffeemarke wieder hergestellt ist, zeigt, wie sehr der Film auf das kulturelle Vorwissen der Zuschauer baut. Nur so können sie den komplexen Witz der Szene verstehen. Ebenfalls ein Zeichen für die Globalisierung ist die mühelose Überschreitung von Ländergrenzen – Szenen des Films spielen übergangslos mal in England, mal in Amerika. Auch verschiedene Zeiten, mittels Zeitmaschine bereist, dienen als Hintergrund, wobei wiederum das Wissen der Zuschauer über die 1960er und die 1990er Jahre vorausgesetzt wird.
Der Film setzt sich also nicht nur über kulturelle Unterschiede hinweg, sondern rechnet fest mit ihnen, spielt ironisch darauf an und baut darauf, dass das Publikum sie kennt – eine Tatsache, die als Transnationalism bezeichnet wird. Wie dünn das Eis ist, auf dem sich die nationale Sinnstiftung bewegt, zeigt wiederum Starbucks: Der Maat aus Moby Dick, nach dem die Kaffeehaus-Kette benannt ist, und bei dem man zunächst an Reisen über alle Weltmeere denkt, war bei näherem Hinsehen nicht nur eine schwache Figur, sondern ist auch am Ende jämmerlich untergegangen.

Alle Themen

Weitere Themen in der Sonderausgabe RUBIN Globaler Wandel sind: Von den Anstrengungen des staatlichen Gewaltmonopols: Recht und Gewalt; Katholizismus von außen betrachtet: Hinter dem europäischen Horizont; Geschlechtergleichheit und Globalisierung: „Frauenfrühling“ oder modernisierte Ungleichheit?; Globaler Wandel und das Entstehen transnationaler Migration: Zwischen den Welten zu Hause; Die Rolle der Medien im „Globalen Anti-Terror-Krieg“: Verändern die Medien das Völkerrecht?; Literatur und Vielsprachigkeit: Die Heimat ist die Fremde; Globalisierung der Finanzmärkte: Wer liest schon die Bilanzen?; „Lokale Agenda 21“ im Nord-Süd- und Ost-West-Vergleich: Weg frei fürs Ehrenamt; Die Gelehrtennetzwerke des Murtada al-Zabidi: „Global Player“ des 18. Jahrhunderts.

Info: RUBIN „Globaler Wandel“ ist für 5 Euro in der Pressestelle erhältlich, Tel. -22830, und steht im Internet: www.rub.de/rubin.





 


md
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 4.1.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik