Energie
auf der Kippe
Noch immer wird an der Ruhr-Uni zu oft falsch gelüftet
Das kann passieren, wenn sich niemand so recht
verantwortlich fühlt: Während die Beschäftigten
in ihren Büros zunehmend darauf achten, richtig zu
lüften, stehen zuweilen 70 Prozent der Fenster in
Seminarräumen auf Kipp. Das hat das Team vom Projekt
„Energiebewusste RUB“ in den letzten Wochen
herausgefunden.
Über mehrere Wochen war das Projektteam auf dem Campus
unterwegs und hat das Lüftungsverhalten beobachtet.
Besonders interessiert waren die Mitglieder des Teams
an den Unterrichtsräumen. Wegen der wechselnden Nutzergruppen
und der hohe Fluktuation ist hier – anders als im
Büro – niemand persönlich fürs Lüften
verantwortlich.
Entsprechend fiel das Ergebnis aus: In mehr als 70 Prozent
aller beobachteten Räume stand mindestens ein Fenster
dauerhaft auf Kipp. „Bei mehr als 700 Unterrichtsräumen
auf dem Campus verursacht eine solche permanente Spaltlüftung
einen hohen Verlust an Wärmeenergie“, erläutert
Nadine Hansmeier vom Projektteam und erinnert ans richtige
Lüften: das Stoßlüften. Noch schlimmer:
„In zwei Fällen standen Fenster im Erdgeschoss
weit offen, allerdings ohne Beaufsichtigung. Das ist ein
unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.“
Zusätzlich zu den Unterrichtsräumen protokollierte
das Team seit Mitte November das Lüftungsverhalten
in Fakultätsgebäuden und im Verwaltungsgebäude.
48 Fenster wurden systematisch zu verschiedenen Zeitpunkten
beobachtet. „Hier zeigt die Auswertung ein erfreuliches
Gesamtbild“, so Nadine Hansmeier, „Nur rund
acht Prozent der Fenster standen auf Kipp, die restlichen
waren geschlossen.“
Dabei variiert allerdings der Anteil der auf Kipp stehenden
Fenster zwischen den verschiedenen Gebäuden. Gerade
in der G-Reihe, wo durch die kürzliche Fenstersanierung
besonders hohe Einsparpotenziale durch energiebewusstes
Lüften erzielt werden könnten, werden noch überdurchschnittlich
viele Fenster permanent gekippt.
Umfrage und Verlosung
Mittlerweile liegen auch erste Ergebnisse der Ende
November gestarteten Umfrage vor. Weit über 300
Beschäftigte hatten innerhalb der ersten knapp
drei Wochen teilgenommen: Sie nehmen sich z. B. vor,
in Zukunft ihre Heizungen bei längerer Abwesenheit
abzudrehen (26 Prozent), die Türen geschlossen
zu halten (20) und in Gruppenarbeitsräumen nur
noch das Stoßlüften anzuwenden (20). Im Büro
praktizieren bereits rund 80 Prozent dieses energiesparende
Lüften regelmäßig, die meisten anderen
nehmen sich vor, es zukünftig zu tun.
Unter allen Umfrageteilnehmern verlost das Projektteam
Preise, u. a. Theaterkarten, Essensgutscheine und Thermoskannen.
Als Hauptpreis winken zwei vom Akafö gesponserte
Karten für den Hochschulball 2007. Die Gewinner
werden schriftlich benachrichtigt.
Infos zu den Statistiken, Verlosungen etc.: www.energie.rub.de
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