Neue
Präventionsstrategien
Die Ruhr-Uni baut ihren Forschungsschwerpunkt HIV/AIDS
aus
Mit der Beteiligung am Exzellenznetzwerk EUROPRISE (European
HIV Enterprise) erhält die HIV-Forschung an der Ruhr-Universität
Bochum seit dem 1. Januar weiteren Rückenwind. 32
Institutionen aus zehn europäischen Ländern
tragen diese von der EU mit 15 Mio. Euro unterstützte
Initiative. Sie bündelt verschiedene Konzepte für
neue Präventionsstrategien. Die Forscher möchten
vor allem Impfstoffen zur Vorbeugung und Behandlung der
Infektion entwickeln.
Die Bochumer Wissenschaftler des Kompetenznetzes HIV/Aids
(Sprecher: Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer) erforschen
außerdem längerfristige Konsequenzen von AIDS.
HIV-infizierte Menschen leiden zunehmend unter den Langzeitfolgen
der erworbenen chronischen Immunschwäche. Ihre Lebensqualität
und Lebenserwartung beeinflussen HIV-assoziierte Erkrankungen
und Arzneimittelnebenwirkungen. Bedeutend sind zum Beispiel
das gehäufte Auftreten von Tumoren, Stoffwechselstörungen
und Veränderungen im Zentralnervensystem. Wissenschaftler
der Ruhr-Universität haben sich daher über Fachgrenzen
hinweg zusammengeschlossen, um Besonderheiten der virusabhängigen
Tumorentstehung bei Immunschwäche aufzudecken und
die Pathogenese und therapeutische Beeinflussung von HIV-assoziierten
Stoffwechselstörungen zu untersuchen. Sie möchten
präventive und therapeutische Impfstoffe (Vakzinen)
entwickeln.
Übertragung verhindern
Auch wenn die Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion
immer besser werden, kann die Krankheit letztlich nur
dann besiegt werden, wenn ihre Übertragung verhindert
wird. Konventionelle Impfungen haben bisher nicht den
erhofften Durchbruch gebracht. Nun setzen die Forscher
auf Mikrobizide, die z.B. als Vaginalgel oder Cremes
die Übertragung der HI-Viren verhindern sollen.
Allerdings währt ihr Schutz nur kurz und hängt
entscheidend von der konsequenten und regelmäßigen
Anwendung ab. In Kombination mit einer Impfung allerdings
sehen die internationalen Forscherteams, die in EUROPRISE
organisiert sind, große Erfolgschancen für
Mikrobizide. Daher wollen sie ihre Zusammenarbeit dahingehend
verstärken.
Deutsche Beteiligte am EUROPRISE sind neben Prof. Dr.
Klaus Überla (Abteilung für Molekulare und
Medizinische Virologie der Ruhr-Uni) auch Christiane
Stahl-Hennig (German Primate Center, Göttingen),
und Steve Norley (Robert Koch Institut, Berlin). Die
von Bochumer Wissenschaftlern koordinierten nationalen
und internationalen Forschungsverbünde, wie das
deutsche Kompetenznetz HIV/AIDS und zwei von der EU
geförderten HIV-Vakzinprojekte, sorgen für
die Einbindung in den weltweiten Kampf gegen die Immunschwäche.
md
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