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RUBENS 111

1. Dezember 2006

Dienstreise mit Annette Schavan


Zwei Professoren der Ruhr-Uni begleiteten die Ministerin in Asien



Drei deutsche Wissenschaftler waren im November mit Annette Schavan in Asien unterwegs, allein zwei davon von der Ruhr-Uni. Prof. Matthias Rögner (Biochemie der Pflanzen) und Prof. Uwe Czarnetzki (Experimentalphysik) unterstützen die Forschungsministerin beispielsweise bei der Suche nach Kooperationspartnern in Japan und Korea. Nach Ende der Reise sprach Arne Dessaul mit Prof. Rögner.

RUBENS: Herr Professor Rögner, wie kam es zu dieser für die Ruhr-Uni erfreulichen Quote?
Prof. Rögner: Das liegt zum Großteil an den einschlägigen Erfahrungen von Herrn Czarnetzki und mir. Wir sind aufgrund unserer Forschungsgebiete beide regelmäßig in Japan. Darauf wurde man im Bundesforschungsministerium (BMBF) aufmerksam und lud uns ein. Wir haben auch schon vorher zu einem Beraterkreis beim BMBF gehört, wo es um die Intensivierung der deutsch-japanischen Beziehungen geht.

RUBENS: Sie sprechen sogar Japanisch?
Prof. Rögner: Ja, nicht perfekt, aber es reicht aus, um zum Beispiel japanische Kontakte zu pflegen. Zurzeit sind an meinem Lehrstuhl zwei Japaner, ein Masterstudent und ein Postdoktorand. Und eine meiner Studentinnen ist momentan an der Eliteuniversität Japans, der Tokyo University.

RUBENS: Haben Sie sie auf der Reise zufällig getroffen?
Prof. Rögner: Ja, in der Tat, bei der Besichtigung der beeindruckenden Stammzellenlabore. Es scheint ihr dort sehr gut zu gehen.

Hochkarätige Delegation

RUBENS: Noch mal kurz zurück zur Bochum-Quote: Haben Sie den Eindruck, dass Ministerin Schavan die Ruhr-Uni jetzt anders wahrnimmt?
Prof. Rögner: Wir Wissenschaftler hatten infolge des engen Terminplans leider immer nur kurz Gelegenheit, mit ihr zu sprechen. Wir haben ihr aber die Einladung des Rektors überbracht, die Ruhr-Uni zu besuchen und hoffen, dass sie das realisiert. In der Delegation, zu der auch der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Spitzen weiterer Forschungseinrichtungen wie Humboldtstiftung, Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz- sowie Helmholtzgemeinschaft gehörten, wurde natürlich wahrgenommen, wie präsent die Ruhr-Uni auf dieser Reise war.

RUBENS: Können Sie kurz den Hintergrund der Reise erläutern?
Prof. Rögner: Für Japan gab es drei Gründe. Zum einen ging dort das Deutschland-Jahr zu Ende und die Ministerin wollte sich bei den Beteiligten bedanken. Dann galt es, einen neuen, vom DAAD geförderten Europa-Studiengang an der Tokyo University zu eröffnen. Der wichtigste Programmpunkt war aber ein Abkommen mit der Japan Science und Technology Agency (JST), dem japanischen Pendant zur DFG. Dank dieses neuen Vertrages ist es nun endlich auch deutschen Einrichtungen möglich, binationale Kooperationen mit japanischen Einrichtungen fördern zu lassen. In Korea fiel der Startschuss für das Projekt „Deutschland und Korea: Partner in Forschung und Entwicklung“. Außerdem gab es die feierliche Eröffnung eines internationalen DFG-Graduiertenkollegs zwischen der Uni Mainz und der Seoul National University.

Blick nach Nagoya

RUBENS: Insbesondere vom Abkommen mit der JST könnte auch die Ruhr-Uni profitieren?
Prof. Rögner: Das ist richtig. Mit der Tokyo University hat die Ruhr-Uni zwar ein Partnerschaftsabkommen, aber das ruht momentan mehr oder weniger. Für viel sinnvoller halte ich ohnehin fachbezogene Partnerschaften. Eine solche kann ich mir sehr gut mit meinen japanischen Kollegen an der Nagoya University vorstellen. Wir haben sehr ähnliche Forschungsansätze im Bereich Bio-Energie. Hier könnte es auch Verbundprojekte mit Ingenieuren und Physikern geben. Prof. Czarnetzki arbeitet in der Plasmaforschung bereits intensiv mit Nagoya zusammen.
Man muss sich allerdings sehr um japanische Kooperationspartner bemühen. Von dort geht der Blick normalerweise zunächst in die USA und nicht nach Deutschland. Gleichwohl werden gerade in Bochum viele Weichen in die richtige Richtung gestellt. Ich denke da an die Research School, an das geplante Welcome Center oder an das Bemühen des Rektorats, die Stadt Bochum dazu zu bewegen, auf dem Campus eine Außenstelle der Ausländerbehörde einzurichten. Gerade für Japaner ist es sehr befremdlich, in die Mühlen der deutschen Bürokratie und an manchmal wenig hilfreiche und freundliche Beamte zu geraten.
Natürlich sollten sich auch Bochumer Studierende und Wissenschaftler um Aufenthalte in Japan bemühen. Die Voraussetzungen sind gut, es gibt genügend Stipendien. Dank der Kooperation des Zentrums für Fremdsprachenausbildung mit dem Landesspracheninstitut wird man an der Ruhr-Uni in Kursen sprachlich und kulturell bestens für einen Japanaufenthalt präpariert.

RUBENS: Und wie sieht es mit koreanischen Kooperationen aus?
Prof. Rögner: Es zählt zu den gefühlten Ergebnissen dieser Asienreise, dass die Zusammenarbeit mit Korea insgesamt unkomplizierter erscheint. Korea bewegt sich zurzeit wohl eher in Richtung Deutschland, als es Japan tut. Mit Korea existiert ein langjähriger reger Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern mit sehr konstanten Zahlen. Und natürlich sind Kooperationen im Bereich Energie und speziell in meinen Feldern Bioenergetik und Biotechnologie auch mit koreanischen Forschungsinstitutionen denkbar. Das gilt sicher ebenso für viele weitere Gebiete.

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Letzte Änderung: 30.11.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik