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RUBENS 111

1. Dezember 2006

Förster auf der Schulbank

Projektgruppe „Industriewald“ der Ruhr-Uni erweitert ihr Angebot


Nur wer ganz genau hinsah, entdeckte die in der Klasse versprengten größeren Köpfe: 35 Förster aus ganz NRW waren auf Einladung der Projektgruppe „Industriewald“ der Ruhr-Uni (Leiter: Prof. Dr. Karl-Heinz Otto, Geographisches Institut) im Herbst an die Grundschule Deininghausen in Castrop-Rauxel gekommen und hatten sich zunächst einmal unter die Schüler gemischt. Als Teilnehmer einer ganz normalen Schulstunde schauten sie sich an, was Grundschulunterricht heute heißt.
„Da waren einige schon überrascht zu sehen, wie frei sich die Schüler im Unterricht bewegen, dass sie sich ihre Materialen zum Beispiel selbst holen“, erzählt Kornelia Kors vom Projektteam. Sie freute sich über die rege Teilnahme der Förster am Projekt. Diese haben beim Industriewaldprojekt, das vom Umweltministerium NRW (MUNLV) finanziert wird, große Bedeutung, sind jedoch zu nichts verpflichtet.
Das Konzept des Projekts (RUBENS 94) sieht vor, Schulklassen im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule regelmäßig „Raus ins Vergnügen“ zu schicken, so das Motto. Im Wald sollen sie sich in der Natur erfahren, sich austoben, aber auch etwas lernen. Das Projektteam hat Spielanleitungen und -materialien entwickelt und gibt Lehrern und Betreuern in einer Broschüre Tipps, wie sich ein Tag im Wald gestalten lässt.

Lehrer, Förster, Kinder

Vom Bau eines Waldsofas aus Ästen und Zweigen über die Modellierung von Baumgesichtern mit Ton bis hin zur Insektenbeobachtung und zum Waldquiz ist alles erlaubt, was Spaß macht. Die Förster sind eingeladen, als Fachkundige Kindern und Betreuern in ihrem Arbeitsgebiet Wald mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Vielen Förstern liegt das sehr am Herzen, sie begreifen die Arbeit mit den Kindern als Bestandteil ihrer Öffentlichkeitsarbeit“, so Kornelia Kors. „Deswegen war es uns wichtig, nach den Lehrern auch die Förster über das Projekt zu informieren.“ Gerade Försterinnen und Förster, die sich bereits im Grundschulbereich engagieren oder Interesse haben, mit einer Grundschule eine kontinuierliche Zusammenarbeit aufzubauen, waren eingeladen, an der Entwicklung und Erprobung eines praxisorientierten Fortbildungsbausteins mitzuwirken.
Bei der Tagung in der Deininghausener Grundschule lernten die Förster zum Beispiel, wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen, wie die Wege des Lernens verlaufen, wie man Kinder dazu anleitet, selbständig auf Entdeckungsreise zu gehen und dabei spielerisch Wissen zu erwerben. „Sie sollten bei uns das didaktisch-methodische Rüstzeug bekommen, das ihnen im Wald mit den Kindern helfen kann“, erklärt Prof. Otto.
Der Leitsatz, den das Projektteam den Teilnehmern an die Hand gegeben hat, lautet: „Forschen lassen statt führen“. „Ein Grundsatz, der vielen bereits am Herzen liegt, aber zurzeit noch nicht umfassend genug realisiert wird“, fasst Otto zusammen. Das Projektteam hofft, mit der Tagung den Grundstein gelegt zu haben für eine dauerhaft gute Zusammenarbeit zwischen Förstern und Grundschulen in NRW, damit der Wald als Lern- und Erlebnisraum für Kinder zunehmend in der Offenen Ganztagsgrundschule verankert wird.


md
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Letzte Änderung: 30.11.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik