Editorial
Abschied
& Willkommen
Mit dem neuen Interdisciplinary Centre of Advanced
Materials Simulations macht Rektor Gerhard Wagner sich
und der Ruhr-Uni ein dickes Geschenk zum Abschied. Es
ist auch seinem unermüdlichen politischen Einsatz
zu verdanken, dass ein Konsortium unter Federführung
von ThyssenKrupp und das Land NRW das Zentrum mit mehr
als 24 Mio. Euro fördern; mit ihm stößt
die Ruhr-Uni in die Weltspitze der Materialforschung.
Dieser Erfolg krönt ein Rektorat, das viele heiße
Eisen angepackt und der Ruhr-Uni neue Dynamik verschafft
hat. Nach den frühen B.A-/M.A.-Reformen in Bochum
galt es, sie zu konsolidieren, aber auch die Weiterbildung
neu zu strukturieren. Dies ist ebenso auf dem Weg gebracht
worden wie neue Initiativen in der Forschung. Sie haben
die Ruhr-Uni bundesweit auf den 2. Platz bei den von
der DFG geförderten Sonderforschungsbereichen gehoben
und schließlich die Tür zur Exzellenzinitiative
weit aufgemacht.
Das alles und noch viel mehr geschah in sehr schwierigen
Zeiten. Das Konzept der Campussanierung beschäftigte
das Rektorat ebenso wie die äußerst prekäre
Finanzlage der Ruhr-Uni; schließlich musste es
auch noch über Studienbeiträge entscheiden.
Die vielleicht wichtigsten Erfolge dieses Rektorats
waren einerseits der zuletzt erzielte große Imagegewinn
mit den Forschungsinitiativen und andererseits, dass
es den Mitgliedern der Ruhr-Uni das Bewusstsein dafür
geschärft hat, dass die Uni ein dickes „Leistungsproblem“
zu lösen hat: Denn trotz aller Erfolge in der Forschung,
die Ruhr-Uni verliert weiter erheblich Geld in der „Leitungsorientierten
Mittelverteilung“ des Landes.
Das Leistungsproblem sind unsere Absolventen. Wir produzieren
zu wenige Absolventen und erst recht zu wenige innerhalb
der Regelstudienzeit. An dieser Stellschraube muss die
gesamte Universität in den nächsten Jahren
drehen. Studien- und Prüfungsorganisation müssen
von bürokratischen Hürden weiter befreit und
verbessert werden, mehr Studierende müssen den
Mut zur fristgerechten Prüfung aufbringen, aber
auch die Möglichkeit erhalten, ihre Seminare und
Übungen beizeiten zu absolvieren. Die Studienbeiträge
können eine Chance sein, das Studium zu beschleunigen;
es wird auf die Studierenden ankommen, inwieweit diese
die Chancen ergreifen und die Studienbedingungen zu
verbessern helfen.
Rektor Elmar Weiler, der zum 1.12. das Ruder übernimmt,
kennt wie kein zweiter die Uni (s. Interview
auf S. 2). Sein Amtsantritt steht für Kontinuität
und Aufbruch. Sein Rektorat wird zugleich ein Rektorat
des Übergangs sein. Ab 1.1.2007 gilt das Hochschulfreiheitsgesetz,
die Uni wird sich eine neue Grundordnung geben müssen,
ein Hochschulrat wird zu installieren sein und in etwa
anderthalb bis zwei Jahren wird es zu Neuwahlen kommen.
Eine sehr kurze Zeit und viele Herausforderungen. Rektor
Weiler benötigt die Unterstützung von uns
allen. Glück Auf!
jk
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