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RUBENS 111

1. Dezember 2006

Editorial

Abschied & Willkommen


Mit dem neuen Interdisciplinary Centre of Advanced Materials Simulations macht Rektor Gerhard Wagner sich und der Ruhr-Uni ein dickes Geschenk zum Abschied. Es ist auch seinem unermüdlichen politischen Einsatz zu verdanken, dass ein Konsortium unter Federführung von ThyssenKrupp und das Land NRW das Zentrum mit mehr als 24 Mio. Euro fördern; mit ihm stößt die Ruhr-Uni in die Weltspitze der Materialforschung.
Dieser Erfolg krönt ein Rektorat, das viele heiße Eisen angepackt und der Ruhr-Uni neue Dynamik verschafft hat. Nach den frühen B.A-/M.A.-Reformen in Bochum galt es, sie zu konsolidieren, aber auch die Weiterbildung neu zu strukturieren. Dies ist ebenso auf dem Weg gebracht worden wie neue Initiativen in der Forschung. Sie haben die Ruhr-Uni bundesweit auf den 2. Platz bei den von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichen gehoben und schließlich die Tür zur Exzellenzinitiative weit aufgemacht.
Das alles und noch viel mehr geschah in sehr schwierigen Zeiten. Das Konzept der Campussanierung beschäftigte das Rektorat ebenso wie die äußerst prekäre Finanzlage der Ruhr-Uni; schließlich musste es auch noch über Studienbeiträge entscheiden.
Die vielleicht wichtigsten Erfolge dieses Rektorats waren einerseits der zuletzt erzielte große Imagegewinn mit den Forschungsinitiativen und andererseits, dass es den Mitgliedern der Ruhr-Uni das Bewusstsein dafür geschärft hat, dass die Uni ein dickes „Leistungsproblem“ zu lösen hat: Denn trotz aller Erfolge in der Forschung, die Ruhr-Uni verliert weiter erheblich Geld in der „Leitungsorientierten Mittelverteilung“ des Landes.
Das Leistungsproblem sind unsere Absolventen. Wir produzieren zu wenige Absolventen und erst recht zu wenige innerhalb der Regelstudienzeit. An dieser Stellschraube muss die gesamte Universität in den nächsten Jahren drehen. Studien- und Prüfungsorganisation müssen von bürokratischen Hürden weiter befreit und verbessert werden, mehr Studierende müssen den Mut zur fristgerechten Prüfung aufbringen, aber auch die Möglichkeit erhalten, ihre Seminare und Übungen beizeiten zu absolvieren. Die Studienbeiträge können eine Chance sein, das Studium zu beschleunigen; es wird auf die Studierenden ankommen, inwieweit diese die Chancen ergreifen und die Studienbedingungen zu verbessern helfen.
Rektor Elmar Weiler, der zum 1.12. das Ruder übernimmt, kennt wie kein zweiter die Uni (s. Interview auf S. 2). Sein Amtsantritt steht für Kontinuität und Aufbruch. Sein Rektorat wird zugleich ein Rektorat des Übergangs sein. Ab 1.1.2007 gilt das Hochschulfreiheitsgesetz, die Uni wird sich eine neue Grundordnung geben müssen, ein Hochschulrat wird zu installieren sein und in etwa anderthalb bis zwei Jahren wird es zu Neuwahlen kommen. Eine sehr kurze Zeit und viele Herausforderungen. Rektor Weiler benötigt die Unterstützung von uns allen. Glück Auf!

 


jk
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Letzte Änderung: 30.11.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik