Kein Sommermärchen
Fußball-Film
feiert im November Premiere
Natürlich könnte man sich ausführlich
darüber streiten, ob ein Fußballstadion besser
Grotenburg Kampfbahn (Krefeld) heißen sollte oder
Playmobil Stadion (Fürth). Das eine klingt irgendwie
überholt (und heißt mittlerweile auch Grotenburg
Stadion), das andere hört sich irgendwie albern
an, passt aber prima in die moderne Zeit, wo Stadien
mit Nachnamen Arena heißen und mit Vornamen AOL,
LTU oder Allianz. Der Zeit voraus ist man auf Schalke,
wo es in der Veltins Arena demnächst eine Gazprom
Kurve geben wird.
Kommerzialisierung nennt sich das Ganze bekanntlich,
und die besteht aus Marketing, Merchandising, Events
usw. Nun erfreut er zwar den Vorstandsvorsitzenden des
FC Bayern oder den FIFA-Präsidenten, mittels neuer
Wettbewerbe, VIP-Bereiche etc. dem Fußball möglichst
viel Geld abzugewinnen. Der Fan von der Straße
sieht das anders. Er möchte ins Stadion und Fußball
sehen. Dass aber genau das mittlerweile ein zu teurer
Spaß ist, zeigt das Beispiel England. In die Clubs
der dortigen Premier League haben Investoren viel Geld
gesteckt. Das versuchen sie, u. a. durch hohe Eintrittspreise
wieder herauszuholen. Dadurch kommt es zu einer schleichenden
Verdrängung der traditionellen Fußballfans
aus den Stadien. Zunächst in England, vielleicht
auch bald in Deutschland oder gar weltweit?
Diese und weitere Fragen beleuchtet die Dokumentation
„Wem gehört das Spiel? Über FIFA, VIPs
und Fußballfans“. Der Film des
Bochumer Germanistikabsolventen Ben Redelings und von
Martin Brand wird am 16. November bei der Fußballshow
Scudetto im Riff uraufgeführt. Ab dem 17. November
ist er mindestens eine Woche lang täglich im Bochumer
UCI zu sehen.
Ein Jahr lang waren Redelings und Brand unterwegs. Sie
sprachen mit Fans und mit Experten, meist jedoch mit
Experten, die zugleich Fußballfans sind. Dazu
zählen die Journalisten Christoph Biermann, Eberhard
Figgemeier und Freddy Röckenhaus, der Musiker Herbert
Grönemeyer oder der ehemalige Fußballprofi
Yves Eigenrauch.
Redelings und Brand filmten auch an der Ruhr-Uni, Ende
April beim Workshop „WM 2006 – Noch nicht
begonnen – schon verloren?“. Den hatte seinerzeit
der bekennende Fußballfreund Prof. Franz Stuke
(Medienwissenschaft) organisiert und kurz vor Beginn
der Fußball-WM provokante Themen diskutieren lassen:
„Fußballmafia DFB? – Fans, Kommerz
und Skandale“ oder „Ohne uns kein Kick!
– Fans und die WM“.
Info: Fußballshow Scudetto inkl. Filmpremiere
„Wem gehört das Spiel?“, 16. November,
19.30 h, Riff, Konrad-Adenauer-Platz, Bochum-Bermudadreieck,
Eintritt: 5 Euro, mehr unter www.scudetto.de.
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