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RUBENS 110

1. November 2006

Kein Sommermärchen

Fußball-Film feiert im November Premiere


Natürlich könnte man sich ausführlich darüber streiten, ob ein Fußballstadion besser Grotenburg Kampfbahn (Krefeld) heißen sollte oder Playmobil Stadion (Fürth). Das eine klingt irgendwie überholt (und heißt mittlerweile auch Grotenburg Stadion), das andere hört sich irgendwie albern an, passt aber prima in die moderne Zeit, wo Stadien mit Nachnamen Arena heißen und mit Vornamen AOL, LTU oder Allianz. Der Zeit voraus ist man auf Schalke, wo es in der Veltins Arena demnächst eine Gazprom Kurve geben wird.
Kommerzialisierung nennt sich das Ganze bekanntlich, und die besteht aus Marketing, Merchandising, Events usw. Nun erfreut er zwar den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern oder den FIFA-Präsidenten, mittels neuer Wettbewerbe, VIP-Bereiche etc. dem Fußball möglichst viel Geld abzugewinnen. Der Fan von der Straße sieht das anders. Er möchte ins Stadion und Fußball sehen. Dass aber genau das mittlerweile ein zu teurer Spaß ist, zeigt das Beispiel England. In die Clubs der dortigen Premier League haben Investoren viel Geld gesteckt. Das versuchen sie, u. a. durch hohe Eintrittspreise wieder herauszuholen. Dadurch kommt es zu einer schleichenden Verdrängung der traditionellen Fußballfans aus den Stadien. Zunächst in England, vielleicht auch bald in Deutschland oder gar weltweit?
Diese und weitere Fragen beleuchtet die Dokumentation „Wem gehört das Spiel? Über FIFA, VIPs und Fußballfans“. Der Film des Bochumer Germanistikabsolventen Ben Redelings und von Martin Brand wird am 16. November bei der Fußballshow Scudetto im Riff uraufgeführt. Ab dem 17. November ist er mindestens eine Woche lang täglich im Bochumer UCI zu sehen.
Ein Jahr lang waren Redelings und Brand unterwegs. Sie sprachen mit Fans und mit Experten, meist jedoch mit Experten, die zugleich Fußballfans sind. Dazu zählen die Journalisten Christoph Biermann, Eberhard Figgemeier und Freddy Röckenhaus, der Musiker Herbert Grönemeyer oder der ehemalige Fußballprofi Yves Eigenrauch.
Redelings und Brand filmten auch an der Ruhr-Uni, Ende April beim Workshop „WM 2006 – Noch nicht begonnen – schon verloren?“. Den hatte seinerzeit der bekennende Fußballfreund Prof. Franz Stuke (Medienwissenschaft) organisiert und kurz vor Beginn der Fußball-WM provokante Themen diskutieren lassen: „Fußballmafia DFB? – Fans, Kommerz und Skandale“ oder „Ohne uns kein Kick! – Fans und die WM“.

Info: Fußballshow Scudetto inkl. Filmpremiere „Wem gehört das Spiel?“, 16. November, 19.30 h, Riff, Konrad-Adenauer-Platz, Bochum-Bermudadreieck, Eintritt: 5 Euro, mehr unter www.scudetto.de.



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Letzte Änderung: 31.10.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik