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RUBENS 110

1. November 2006

Eine Frage von Sekunden

Geschichtsfakultät erprobt mit VSPL die Kursanmeldungen via Internet



Jede Sekunde zählt: Um Punkt neun Uhr geht es nur noch darum, wer den schnellsten Mausklick macht. Mit VSPL setzt sich die neue Form der Online-Kursanmeldungen an der Ruhr-Uni nach und nach durch. Fürs Wintersemester hat auch die Fakultät für Geschichtswissenschaft erstmalig die Online-Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen eingeführt.


VSPL (RUBENS 102) funktioniert nur mit entsprechender Software, Chipkarte und einem Kartenlesegerät – sowohl an der Uni als auch von Zuhause. Onlineanmeldungen, Stundenplanerstellung, Druck von Studienbescheinigungen, E-Mails etc. sind einige der vielen Möglichkeiten, die das System bietet.
Für die Studierenden ist vor allem die Funktion der Kursanmeldung interessant. Der Vorteil ist, dass für alle Studierenden der Anmeldungsbeginn an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit erfolgt. Vorher werden die Kurse nicht freigegeben, so dass alle eine gerechte Chance haben. Auch das Hin- und Herlaufen zwischen den einzelnen Sekretariaten, wie es früher in Geschichte üblich war, kann man sich sparen. Mit ein paar schnellen Mausklicks ist die Anmeldung zügig erledigt.

Beliebte Kurse schnell belegt

Um einer Überlastung des Systems vorzubeugen, hatten die VSPL-Verantwortlichen vom Dezernat 6 mit der Fakultät für Geschichtswissenschaft vereinbart, die Anmeldung für die Kurse an verschiedenen Tagen durchzuführen. An einem Tag konnten sich die Studierenden für Übungen und Hauptseminare anmelden, an einem anderen für Oberseminare, usw. Geduld und Zeit musste man trotzdem mitbringen. Da die Anmeldungen im September, also mitten in der vorlesungsfreien Zeit stattfanden, kämpften die meisten Studierenden mit zeitlichen Überschneidungen von Ferienjobs und Praktika.
Ein anderes Problem war die Geschwindigkeit. Als die Kursanmeldungen jeweils um neun Uhr starteten, ging es um Sekunden. Beliebte Kurse waren innerhalb kürzester Zeit belegt, man landete nur noch auf der Warteliste. Die Studierenden konnten allerdings nicht erkennen, auf welchem Platz sie dort standen. Nur der jeweilige Dozent hatte Einblick in die Anmeldeliste.
„Insgesamt gesehen kann das bisherige System unsere Anforderungen noch nicht ganz erfüllen“, sagt Gerhard Meyer, der u. a. für die Koordination der Studienfachberatung am Historischen Institut zuständig ist. Für das Fach Geschichte sei die bei VSPL vorgesehene Standardanmeldung auf Modulebene nicht praktikabel, eine Anmeldung auf Lehrveranstaltungsebene sei unabdingbar, weil das Fach in jedem Semester aufs Neue ein sehr differenziertes Lehrangebot bereitstellt.
„Wenn VSPL zukünftig diese Anforderungen nicht erfüllen kann, werden wir wohl nicht umhin kommen, wieder auf die altbewährte Anmeldung über die Sekretariate zurückzugreifen“, so Meyer. „Wir werden uns mit der Fachschaft beraten, die Studierenden mittels Evaluationsbögen befragen und danach eine Entscheidung treffen.“
In der Fakultät für Geschichtswissenschaft, im Dezernat 6 und im Rechenzentrum ist man sich gleichwohl bewusst, dass VSPL noch in der Testphase ist. Umfassende Änderungen und Überarbeitungen sind geplant. Das Anmeldungssystem kann den Anforderungen der einzelnen Fakultäten und den Ansprüchen der Studierenden also noch gerecht werden. Das stimmt optimistisch: Denn Kursanmeldungen mit wenigen Mausklicks durchzuführen ist letzten Endes die einfachste und bequemste Variante.

Infokasten: VSPL an der RUB
Zurzeit wird VSPL im Rahmen von Probebetrieben und einem sog. Rollout sukzessive an der Ruhr-Uni eingeführt. Von den insgesamt 5.113 Veranstaltungen im Wintersemester 2006/07 wurden für 750 die Anmeldeverfahren über VSPL konfiguriert, dabei sind rund 22.000 Plätze belegt worden. Für das System VSPL-Campus sind rund 700 Nutzer eingetragen: als Dozierende, Modulbeauftragte oder als Nutzer von Spezialrechten, um z.B. Zuteilungsverfahren für Gruppen von Veranstaltungen zu konfigurieren. Für VSPL-CampusOffice sind aktuell 8.559 Studierende als Nutzer eingetragen. Den Studierenden stehen 160 VSPL-Arbeitsplätze auf dem Campus zur Verfügung: im Rechenzentrum (65 Plätze), an der Fakultät für Philologie (53), an der Fakultät für Pädagogik (12), an der Fakultät für Sportwissenschaft (16), im Foyer des Verwaltungsgebäudes (6) und in der Universitätsbibliothek (8). Die Erfahrungen zu Beginn des Semesters zeigen jedoch, dass zu Spitzenzeiten weitere Arbeitsplätze angeboten werden müssen.
Seit Februar 2006 existiert ein spezieller VSPL-Helpdesk (https://helpdesk.rz.ruhr-uni-bochum.de/otrs/). Zwei Mitarbeiter bearbeiten eingehende Support-Anfragen montags bis donnerstags von 8:30 bis 17 und freitags bis 16:30 h. Sie reagieren normalerweise im einstelligen Minutenbereich auf Anfragen. Seit Mai 2006 können die Studierenden am Infopoint im Foyer des Verwaltungsgebäudes Chipkartenleser für 20 Euro erwerben. Es sind bis jetzt 2.000 Geräte verkauft worden.
Folgende Bereiche der Ruhr-Uni sind seit dem Sommersemester 2006 im Probebetrieb: Katholisch-Theologische Fakultät, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Institut für Philosophie, Germanistisches Institut, Juristische Fakultät, Fakultät für Sportwissenschaft. Im Wintersemester 2006/2007 kamen hinzu: Englisches Seminar, Fakultät für Mathematik, Fakultät für Physik und Astronomie, Zentrum für Fremdsprachenausbildung, Institut für Theaterwissenschaft. Außerdem sind die folgenden Bereiche im Roll-Out, d.h. in der Vorbereitung, um den Probetrieb aufzunehmen: Optionalbereich, Evangelisch-Theologische Fakultät, Institut für Pädagogik, Sprachwissenschaftliches Institut, Klassische Philologie, Sektion Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Seminar für Slawistik, Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften, Fakultät für Sozialwissenschaft, Fakultät für Ostasienwissenschaften, Seminar für Sprachlehrforschung, Geographisches Institut, Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik, Fakultät für Chemie und Biochemie.



Sheila Patel/ad
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Letzte Änderung: 31.10.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik