Eine Frage von
Sekunden
Geschichtsfakultät
erprobt mit VSPL die Kursanmeldungen via Internet
Jede Sekunde zählt: Um Punkt neun Uhr geht es nur
noch darum, wer den schnellsten Mausklick macht. Mit
VSPL setzt sich die neue Form der Online-Kursanmeldungen
an der Ruhr-Uni nach und nach durch. Fürs Wintersemester
hat auch die Fakultät für Geschichtswissenschaft
erstmalig die Online-Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen
eingeführt.
VSPL (RUBENS
102) funktioniert nur mit entsprechender Software,
Chipkarte und einem Kartenlesegerät – sowohl
an der Uni als auch von Zuhause. Onlineanmeldungen,
Stundenplanerstellung, Druck von Studienbescheinigungen,
E-Mails etc. sind einige der vielen Möglichkeiten,
die das System bietet.
Für die Studierenden ist vor allem die Funktion
der Kursanmeldung interessant. Der Vorteil ist, dass
für alle Studierenden der Anmeldungsbeginn an einem
bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit erfolgt.
Vorher werden die Kurse nicht freigegeben, so dass alle
eine gerechte Chance haben. Auch das Hin- und Herlaufen
zwischen den einzelnen Sekretariaten, wie es früher
in Geschichte üblich war, kann man sich sparen.
Mit ein paar schnellen Mausklicks ist die Anmeldung
zügig erledigt.
Beliebte Kurse schnell belegt
Um einer Überlastung des Systems vorzubeugen,
hatten die VSPL-Verantwortlichen vom Dezernat 6 mit
der Fakultät für Geschichtswissenschaft vereinbart,
die Anmeldung für die Kurse an verschiedenen Tagen
durchzuführen. An einem Tag konnten sich die Studierenden
für Übungen und Hauptseminare anmelden, an
einem anderen für Oberseminare, usw. Geduld und
Zeit musste man trotzdem mitbringen. Da die Anmeldungen
im September, also mitten in der vorlesungsfreien Zeit
stattfanden, kämpften die meisten Studierenden
mit zeitlichen Überschneidungen von Ferienjobs
und Praktika.
Ein anderes Problem war die Geschwindigkeit. Als die
Kursanmeldungen jeweils um neun Uhr starteten, ging
es um Sekunden. Beliebte Kurse waren innerhalb kürzester
Zeit belegt, man landete nur noch auf der Warteliste.
Die Studierenden konnten allerdings nicht erkennen,
auf welchem Platz sie dort standen. Nur der jeweilige
Dozent hatte Einblick in die Anmeldeliste.
„Insgesamt gesehen kann das bisherige System unsere
Anforderungen noch nicht ganz erfüllen“,
sagt Gerhard Meyer, der u. a. für die Koordination
der Studienfachberatung am Historischen Institut zuständig
ist. Für das Fach Geschichte sei die bei VSPL vorgesehene
Standardanmeldung auf Modulebene nicht praktikabel,
eine Anmeldung auf Lehrveranstaltungsebene sei unabdingbar,
weil das Fach in jedem Semester aufs Neue ein sehr differenziertes
Lehrangebot bereitstellt.
„Wenn VSPL zukünftig diese Anforderungen
nicht erfüllen kann, werden wir wohl nicht umhin
kommen, wieder auf die altbewährte Anmeldung über
die Sekretariate zurückzugreifen“, so Meyer.
„Wir werden uns mit der Fachschaft beraten, die
Studierenden mittels Evaluationsbögen befragen
und danach eine Entscheidung treffen.“
In der Fakultät für Geschichtswissenschaft,
im Dezernat 6 und im Rechenzentrum ist man sich gleichwohl
bewusst, dass VSPL noch in der Testphase ist. Umfassende
Änderungen und Überarbeitungen sind geplant.
Das Anmeldungssystem kann den Anforderungen der einzelnen
Fakultäten und den Ansprüchen der Studierenden
also noch gerecht werden. Das stimmt optimistisch: Denn
Kursanmeldungen mit wenigen Mausklicks durchzuführen
ist letzten Endes die einfachste und bequemste Variante.
Infokasten: VSPL an der RUB
Zurzeit wird VSPL im Rahmen von Probebetrieben und einem
sog. Rollout sukzessive an der Ruhr-Uni eingeführt.
Von den insgesamt 5.113 Veranstaltungen im Wintersemester
2006/07 wurden für 750 die Anmeldeverfahren über
VSPL konfiguriert, dabei sind rund 22.000 Plätze
belegt worden. Für das System VSPL-Campus sind
rund 700 Nutzer eingetragen: als Dozierende, Modulbeauftragte
oder als Nutzer von Spezialrechten, um z.B. Zuteilungsverfahren
für Gruppen von Veranstaltungen zu konfigurieren.
Für VSPL-CampusOffice sind aktuell 8.559 Studierende
als Nutzer eingetragen. Den Studierenden stehen 160
VSPL-Arbeitsplätze auf dem Campus zur Verfügung:
im Rechenzentrum (65 Plätze), an der Fakultät
für Philologie (53), an der Fakultät für
Pädagogik (12), an der Fakultät für Sportwissenschaft
(16), im Foyer des Verwaltungsgebäudes (6) und
in der Universitätsbibliothek (8). Die Erfahrungen
zu Beginn des Semesters zeigen jedoch, dass zu Spitzenzeiten
weitere Arbeitsplätze angeboten werden müssen.
Seit Februar 2006 existiert ein spezieller VSPL-Helpdesk
(https://helpdesk.rz.ruhr-uni-bochum.de/otrs/). Zwei
Mitarbeiter bearbeiten eingehende Support-Anfragen montags
bis donnerstags von 8:30 bis 17 und freitags bis 16:30
h. Sie reagieren normalerweise im einstelligen Minutenbereich
auf Anfragen. Seit Mai 2006 können die Studierenden
am Infopoint im Foyer des Verwaltungsgebäudes Chipkartenleser
für 20 Euro erwerben. Es sind bis jetzt 2.000 Geräte
verkauft worden.
Folgende Bereiche der Ruhr-Uni sind seit dem Sommersemester
2006 im Probebetrieb: Katholisch-Theologische Fakultät,
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Institut
für Philosophie, Germanistisches Institut, Juristische
Fakultät, Fakultät für Sportwissenschaft.
Im Wintersemester 2006/2007 kamen hinzu: Englisches
Seminar, Fakultät für Mathematik, Fakultät
für Physik und Astronomie, Zentrum für Fremdsprachenausbildung,
Institut für Theaterwissenschaft. Außerdem
sind die folgenden Bereiche im Roll-Out, d.h. in der
Vorbereitung, um den Probetrieb aufzunehmen: Optionalbereich,
Evangelisch-Theologische Fakultät, Institut für
Pädagogik, Sprachwissenschaftliches Institut, Klassische
Philologie, Sektion Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft,
Seminar für Slawistik, Seminar für Orientalistik
und Islamwissenschaften, Fakultät für Sozialwissenschaft,
Fakultät für Ostasienwissenschaften, Seminar
für Sprachlehrforschung, Geographisches Institut,
Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik,
Fakultät für Chemie und Biochemie.
Sheila Patel/ad
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