Wir sparen
Technischer Hochschulbetrieb & Psychologen initiieren
Kampagne
Rund 200 Vorschläge hat eine Forschergruppe
der Fakultät für Psychologie gesammelt, wie
man auf dem Campus Energie sparen kann. Vom regelmäßigen
Stoßlüften bis zum Benutzen von Schreibtischlampen
ist alles dabei. Nun soll eine Kampagne dafür sorgen,
dass möglichst viele Ideen umgesetzt werden, denn:
Wer Energie spart, der spart auch Kosten.
Wenn der Technische Hochschulbetrieb (Dezernat 5) und
die Arbeitseinheit Kognitions- und Umweltpsychologie
zusammenarbeiten, kommt immer etwas Greifbares heraus.
Das war u. a. beim Mülltrennen so oder beim Rauchverbot.
Meist läuft es wie folgt: Die Techniker haben ein
Problem (z. B. zu hohe Kosten, weil der Müll nicht
getrennt wird), das sich rein technisch nicht lösen
lässt, weil Menschen und deren Verhalten betroffen
sind (sie trennen zu selten). Die Techniker fragen also
die Psychologen. Diese erforschen, warum die Menschen
sich so verhalten und was geschehen müsste, damit
sie sich anders verhalten. Die Resultate der Psychologen
müssen die Techniker dann nur noch technisch umsetzen
– um beim Beispiel zu bleiben: den Menschen das
Mülltrennen möglichst bequem und einfach zu
machen durch das Aufstellen vieler, unterschiedlich
farbiger Abfallbehälter.
Sparen durch Verhaltensänderungen
Jetzt haben sich Techniker und Psychologen auf ein
neues Projekt gestürzt: Energiesparen. Über
die dramatisch hohen Kosten an der Ruhr-Uni hat RUBENS
häufig berichtet. Knapp zehn Mio. Euro zahlt die
Uni pro Jahr für Energie, zwei Drittel für
Wärme, ein Drittel für Strom. Im Mai hat zudem
der Senat eine Arbeitsgruppe gebildet, die Einsparpotenziale
an der Ruhr-Uni ausloten soll.
Was die Psychologen schon jetzt wissen: „Verhaltensänderungen
bergen ein hohes Einsparpotenzial und erfordern im Gegensatz
zu technischen Innovationen sehr geringe Investitionen.“
So heißt es in der Beschreibung des Projektes
zur Förderung energieeffizienter Verhaltensweisen
an der RUB, und weiter: „Das Projekt soll durch
die Entwicklung und Umsetzung einer psychologisch fundierten
Kampagne für die Beschäftigten dazu beitragen,
vorhandene Einsparpotenziale im Verhaltensbereich optimal
auszuschöpfen und so den Energieverbrauch der Uni
dauerhaft zu senken.“
Die Forschungsgruppe (Prof. Rainer Guski, PD Dr. Ellen
Matthies, Dipl.-Psych. Nadine Hansmeier) identifizierte
vorab sieben energieeffiziente Verhaltensweisen (s.
Kasten). Weitere Einsparpotenziale wurden im Frühjahr
bei der Befragung von Beschäftigten (Zufallsstichprobe)
ermittelt. 323 Personen beantworteten zunächst
Fragen zu ihrem Energienutzungsverhalten an der Uni
und zu den Schwierigkeiten, ihr Verhalten zu ändern.
Zwei Drittel der Befragten steuerten zudem Vorschläge
zum Energiesparen bei. Daraus hat sich ein Pool von
rund 200 Ideen ergeben, die Hälfte bezieht sich
auf Verhaltensänderungen. So wurde bei der Wärmenutzung
z. B. vorgeschlagen, die Heizungen zu bestimmten Zeiten
herunterzudrehen. Beim Strom nannten viele einen bewussten
Umgang mit der Beleuchtung: Licht beim Verlassen des
Raumes ausschalten, Schreibtischlampen benutzen etc.
Gute Ausgangsbedingungen
Insgesamt belegen die Ergebnisse die guten Ausgangsbedingungen
für den Erfolg einer Energiesparkampagne: „Das
Interesse am Thema Energiesparen am Arbeitsplatz ist
groß, eine aktive Beteiligung wird von rund einem
Drittel der Beschäftigten gewünscht“,
erläutert Nadine Hansmeier von der Forschergruppe.
Die Befragung ergab auch, dass sechs der sieben energieeffizienten
Verhaltensweisen von der Mehrheit nicht regelmäßig
ausgeübt werden und dementsprechend ein hohes Optimierungspotenzial
vorhanden ist.
Weiterhin ist der Großteil der Befragten (79 %)
von der Wirksamkeit von Verhaltensänderungen überzeugt.
Für eine an die Bedürfnisse der Mitarbeiter
und Strukturen der Ruhr-Uni angepasste Energiesparkampagne
werden jetzt die Ergebnisse mit dem Technischen Hochschulbetrieb
diskutiert und entsprechend modifiziert.
Geplant sind zwei zeitlich versetzte Kampagnen: Los
geht’s im November mit einer Wärmeenergiekampagne
(Lüften und Heizen), auf die im Sommer 2007 eine
Stromsparkampagne (Licht, EDV, Kältetechnologie)
folgen soll. „Die inhaltliche Trennung ist nötig,
da die Stromsparkampagne wegen der vielen Geräte
und der Netzwerktechnologie einen längeren Vorlauf
benötigt. Andererseits soll die Uni möglichst
schnell von den Einsparpotenzialen im Wärmebereich
profitieren“, erklärt Nadine Hansmeier.
7 Vorschläge zum Energiesparen
- regelmäßiges Stoßlüften statt
Dauerkippstellung der Fenster,
- Herunterlassen der Jalousien zum Feierabend (soll
jedoch nicht umgesetzt werden),
- Powermanagement für PC/Monitor,
- Ausschalten von PC/Monitor bei längerer Nichtbenutzung
(z. B. Mittagspause),
- Ausschalten von Druckern bei Nichtbenutzung,
- Netzabtrennung von PC/Monitor zum Feierabend durch
abschaltbare Steckerleisten,
- Energiesparende Nutzung von Kopierern (abends und
an Wochenenden ausschalten).
ad
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