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RUBENS 109

1. Oktober 2006

Wir sparen


Technischer Hochschulbetrieb & Psychologen initiieren Kampagne

Rund 200 Vorschläge hat eine Forschergruppe der Fakultät für Psychologie gesammelt, wie man auf dem Campus Energie sparen kann. Vom regelmäßigen Stoßlüften bis zum Benutzen von Schreibtischlampen ist alles dabei. Nun soll eine Kampagne dafür sorgen, dass möglichst viele Ideen umgesetzt werden, denn: Wer Energie spart, der spart auch Kosten.

Wenn der Technische Hochschulbetrieb (Dezernat 5) und die Arbeitseinheit Kognitions- und Umweltpsychologie zusammenarbeiten, kommt immer etwas Greifbares heraus. Das war u. a. beim Mülltrennen so oder beim Rauchverbot. Meist läuft es wie folgt: Die Techniker haben ein Problem (z. B. zu hohe Kosten, weil der Müll nicht getrennt wird), das sich rein technisch nicht lösen lässt, weil Menschen und deren Verhalten betroffen sind (sie trennen zu selten). Die Techniker fragen also die Psychologen. Diese erforschen, warum die Menschen sich so verhalten und was geschehen müsste, damit sie sich anders verhalten. Die Resultate der Psychologen müssen die Techniker dann nur noch technisch umsetzen – um beim Beispiel zu bleiben: den Menschen das Mülltrennen möglichst bequem und einfach zu machen durch das Aufstellen vieler, unterschiedlich farbiger Abfallbehälter.

Sparen durch Verhaltensänderungen

Jetzt haben sich Techniker und Psychologen auf ein neues Projekt gestürzt: Energiesparen. Über die dramatisch hohen Kosten an der Ruhr-Uni hat RUBENS häufig berichtet. Knapp zehn Mio. Euro zahlt die Uni pro Jahr für Energie, zwei Drittel für Wärme, ein Drittel für Strom. Im Mai hat zudem der Senat eine Arbeitsgruppe gebildet, die Einsparpotenziale an der Ruhr-Uni ausloten soll.
Was die Psychologen schon jetzt wissen: „Verhaltensänderungen bergen ein hohes Einsparpotenzial und erfordern im Gegensatz zu technischen Innovationen sehr geringe Investitionen.“ So heißt es in der Beschreibung des Projektes zur Förderung energieeffizienter Verhaltensweisen an der RUB, und weiter: „Das Projekt soll durch die Entwicklung und Umsetzung einer psychologisch fundierten Kampagne für die Beschäftigten dazu beitragen, vorhandene Einsparpotenziale im Verhaltensbereich optimal auszuschöpfen und so den Energieverbrauch der Uni dauerhaft zu senken.“
Die Forschungsgruppe (Prof. Rainer Guski, PD Dr. Ellen Matthies, Dipl.-Psych. Nadine Hansmeier) identifizierte vorab sieben energieeffiziente Verhaltensweisen (s. Kasten). Weitere Einsparpotenziale wurden im Frühjahr bei der Befragung von Beschäftigten (Zufallsstichprobe) ermittelt. 323 Personen beantworteten zunächst Fragen zu ihrem Energienutzungsverhalten an der Uni und zu den Schwierigkeiten, ihr Verhalten zu ändern. Zwei Drittel der Befragten steuerten zudem Vorschläge zum Energiesparen bei. Daraus hat sich ein Pool von rund 200 Ideen ergeben, die Hälfte bezieht sich auf Verhaltensänderungen. So wurde bei der Wärmenutzung z. B. vorgeschlagen, die Heizungen zu bestimmten Zeiten herunterzudrehen. Beim Strom nannten viele einen bewussten Umgang mit der Beleuchtung: Licht beim Verlassen des Raumes ausschalten, Schreibtischlampen benutzen etc.

Gute Ausgangsbedingungen

Insgesamt belegen die Ergebnisse die guten Ausgangsbedingungen für den Erfolg einer Energiesparkampagne: „Das Interesse am Thema Energiesparen am Arbeitsplatz ist groß, eine aktive Beteiligung wird von rund einem Drittel der Beschäftigten gewünscht“, erläutert Nadine Hansmeier von der Forschergruppe. Die Befragung ergab auch, dass sechs der sieben energieeffizienten Verhaltensweisen von der Mehrheit nicht regelmäßig ausgeübt werden und dementsprechend ein hohes Optimierungspotenzial vorhanden ist.
Weiterhin ist der Großteil der Befragten (79 %) von der Wirksamkeit von Verhaltensänderungen überzeugt. Für eine an die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Strukturen der Ruhr-Uni angepasste Energiesparkampagne werden jetzt die Ergebnisse mit dem Technischen Hochschulbetrieb diskutiert und entsprechend modifiziert.
Geplant sind zwei zeitlich versetzte Kampagnen: Los geht’s im November mit einer Wärmeenergiekampagne (Lüften und Heizen), auf die im Sommer 2007 eine Stromsparkampagne (Licht, EDV, Kältetechnologie) folgen soll. „Die inhaltliche Trennung ist nötig, da die Stromsparkampagne wegen der vielen Geräte und der Netzwerktechnologie einen längeren Vorlauf benötigt. Andererseits soll die Uni möglichst schnell von den Einsparpotenzialen im Wärmebereich profitieren“, erklärt Nadine Hansmeier.


7 Vorschläge zum Energiesparen
- regelmäßiges Stoßlüften statt Dauerkippstellung der Fenster,
- Herunterlassen der Jalousien zum Feierabend (soll jedoch nicht umgesetzt werden),
- Powermanagement für PC/Monitor,
- Ausschalten von PC/Monitor bei längerer Nichtbenutzung (z. B. Mittagspause),
- Ausschalten von Druckern bei Nichtbenutzung,
- Netzabtrennung von PC/Monitor zum Feierabend durch abschaltbare Steckerleisten,
- Energiesparende Nutzung von Kopierern (abends und an Wochenenden ausschalten).


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Letzte Änderung: 29.9.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik