Lesestoff
Buchveröffentlichungen Bochumer Wissenschaftler
In den letzten Monaten sind zahlreiche Bücher
von Wissenschaftler/innen der Ruhr-Uni erschienen. Wir
geben einen Überblick.
Passend zur WM und zum Jubiläum „60 Jahre
NRW“ hat der Politikwissenschaftler Prof. Stefan
Goch das Buch „Wo das Fußballherz
schlägt. Fußball-Land NRW“
(Klartext) herausgegeben. 24 Autor/innen beteiligen
sich historisch fundiert und stets mit dem Blick über
das Spielfeld hinaus. Dabei kommt der Fußball
an sich nicht zu kurz. I-Tüpfelchen ist die NRW-Elf
des Jahrhunderts.
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Mit Fußball hat sich auch der Germanistikabsolvent
Ben Redelings erneut beschäftigt. Im September
ist im Bombus-Verlag „Der Ball ist
eine Kugel. Das große Buch der Fußballbücher“
erschienen. Darin gelingt Redelings der Spagat zwischen
Bibliografie und Unterhaltung: Die Bücher werden
nicht nur einfach aufgezählt, sondern kenntnisreich
und witzig kommentiert.
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Über die Wurzeln und die Geschichte der islamischen
Kultur informiert kompakt das Nachschlagewerk „Der
Islam in Daten“, das der Islamwissenschaftler
Prof. Gerhard Endreß bei Beck veröffentlicht
hat.
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Um Krankheit und Tod geht es im Buch „Robert
Schumann. Lebenslust und Leidenszeit“
(Bouvier) des Psychologen Theo R. Payk. Der Todestag
des Komponisten jährte sich im Juli zum 150. Mal.
Das Buch schenkt – neben Leben und Werk Schumanns
– auch den medizinisch relevanten Verläufen
Aufmerksamkeit. Die These, dass Schumann an Syphilis
erkrankt ist und daran starb, ist für Payk unstrittig.
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In ihrer im Wallstein Verlag publizierten Dissertation
„Juden im Getto Litzmannstadt. Lebensbedingungen,
Selbstwahrnehmung, Verhalten“ zeichnet
die Historikerin Andrea Löw (zurzeit Uni Gießen)
die Geschichte eines Gettos nach. Löw hat erstmals
Selbstzeugnisse der 200.000 Bewohner (von denen innerhalb
von vier Jahren 50.000 aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen
starben) in deutscher, polnischer und jiddischer Sprache
ausgewertet. Aus anonymen Opfern werden Individuen,
die versuchten, auf ihr Schicksal aktiv Einfluss zu
nehmen.
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Zudem sollte man sich den 14. November (als voraussichtlichen
Veröffentlichungstermin) vormerken. Dann erscheint
das Buch von Rauf Ceylan: „Ethnische
Kolonien“ (Arbeitstitel, VS Verlag
für Sozialwissenschaften). Der Sozialwissenschaftler
liefert in seiner Dissertation anhand von 83 Interviews
zum ersten Mal systematische Einblicke in das Innenleben
einer türkischen Kolonie – im Duisburger
Stadtteil Hochfeld. Sein Fazit: Bleiben die Ghettos
sich selbst überlassen, drohen Stagnation und politische
Radikalisierung. Die Infrastruktur bietet aber auch
die Chance, Brücken zu bauen.
Verlosung: Das Buch „Wo das Fußballherz
schlägt“ verlosen wir. Einfach bis zum 20.
Oktober eine Postkarte schicken an: RUBENS, UV 3-366,
Pressestelle der Ruhr-Uni Bochum, 44780 Bochum. Ein
Stichwort gibt es auch, es ist die Antwort auf folgende
Frage: „Wie heißt die Chemiefakultät
neuerdings?“
ad/md/jw
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