Optimal navigiert
Die Sieger von Transferpreis und Erfinderwettbewerb
stehen fest
Die Entscheidungen sind gefallen: Den mit 10.000
Euro dotierten Transferpreis 2005 bekommen André
Weimerskirch und Thomas Wollinger für ihr Projekt
„Implementierung von Kryptoverfahren in Fahrerassistenzsysteme“.
Die Erfinderpreise (je 1.000 Euro) gehen an zwei Gruppen
aus der Chemie und eine aus der Biologie.
Mit dem Transferpreis würdigt die Ruhr-Uni die
erfolgreiche Umsetzung von Know-how der Hochschule in
marktreife Produkte und Verfahren. Die Preissumme (10.000
Euro) wird gestiftet von der Gesellschaft der Freunde
und der hochschuleigenen Verwertungsgesellschaft rubitec
GmbH.
Dr.-Ing. André Weimerskirch und Dr.-Ing. Thomas
Wollinger haben ein System zur Optimierung von Navigationssystemen
für Fahrzeuge entwickelt. Navigationssysteme werden
heute mit einem Datenträger verkauft, der Karten
beinhaltet. Je nach Preis des Systems enthält der
Datenträger eine komplette Deutschland- oder Europakarte.
Die relativ teuren Träger werden beim Kauf des
Systems mit erworben. Die Geschäftsidee der Preisträger
bestand darin, die Nutzung von Karten mit zeitlich begrenzter
Dauer und sicherem Kopierschutz zu implementieren.
Für den Käufer bedeutet das: Er kann sich
gezielt das von ihm gewünschte Material zusammenzustellen.
Weiterhin hat er stets Zugang zu neuesten Karten, die
auf dem verschlüsselten Datenträger kostenlos
verteilt werden. Die Schwierigkeit lag darin, das Kartenmaterial
im Initialzustand so stark mit Kryptographie zu verschlüsseln,
dass die Daten nicht unmittelbar nutzbar sind. Mithilfe
ihres Projekts haben Weimerskirch und Wollinger die
escrypt GmbH als Spin-off der RUB gegründet. Allein
2006 wird die Firma bis zu 15 neue Arbeitsplätze
schaffen.
Kleidung mit elektronischen Bauteilen
Der Erfinderwettbewerb wird ebenfalls jährlich
von RUB und rubitec ausgeschrieben. Für 2005 werden
drei Erfindergruppen geehrt, alle prämierten Verfahren
sind zum Patent angemeldet. Prof. Martin Muhler und
Dr. Wei Xia (Technische Chemie) haben ein einzigartiges
katalytisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung
von Kohlenstoffnanofasern entwickelt: Damit lassen sich
Faseroberflächen deutlich vergrößern.
Die Fasern können stabil z.B. in Kunststoff eingebracht
werden und verbessern seine Leitfähigkeit. Anwendungsbeispiele
sind neuartige Kleidungsstücke (mit integrierten
elektronischen Bauteilen etwa fürs Telefon) oder
die Miniaturisierung von Elektronikbauteilen für
die Computerindustrie.
Prof. Hanns Hatt und Dr. Eva Neuhaus (Zellphysiologie)
haben Liganden identifiziert, die an einem bei Prostatakrebszellen
vorhandenen Rezeptor andocken. Liganden sind kleine
Moleküle, die in die Bindungstasche solcher Rezeptoren
passen wie ein Schlüssel zu einem Schloss. Das
Wachstum von Krebszellen insbesondere in der Prostata
wird dadurch reduziert. Diese Liganden sind potenzielle
Wirkstoffe zur Behandlung des Prostatakarzinoms bei
wesentlich weniger Nebenwirkungen.
Neuartige metallorganische Verbindungen für die
Chemische Dampfabscheidung und die sog. Atomic Layer
Deposition von dielektrischen (nicht leitfähigen)
Oxiden haben Juniorprofessorin Dr. Anjana Devi, Dr.
Raghunandan Bhakta und Andrian Milanov (AG Chemie Anorganischer
Materialien) entwickelt. Ihr Verfahren ermöglicht
es, komplexe Oberflächen gezielt mit ultradünnen
dielektrischen Oxiden zu beschichten. Die Anwendung
solcher Materialen ist eine viel versprechende Alternative
zu herkömmlichen Siliziumoxidschichten und bietet
ein erhebliches Potenzial, um die Leistung von Elektronikbauteilen
der Zukunft zu steigern.
Info: Transferpreis und Erfinderwettbewerb
werden auch 2006 ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist
jeweils der 31.12.06; mehr unter „Wettbewerbe“
bei www.rubitec.de.
jw/ad
|