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RUBENS 108

1. Juli 2006

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Die Sieger von Transferpreis und Erfinderwettbewerb stehen fest

Die Entscheidungen sind gefallen: Den mit 10.000 Euro dotierten Transferpreis 2005 bekommen André Weimerskirch und Thomas Wollinger für ihr Projekt „Implementierung von Kryptoverfahren in Fahrerassistenzsysteme“. Die Erfinderpreise (je 1.000 Euro) gehen an zwei Gruppen aus der Chemie und eine aus der Biologie.

Mit dem Transferpreis würdigt die Ruhr-Uni die erfolgreiche Umsetzung von Know-how der Hochschule in marktreife Produkte und Verfahren. Die Preissumme (10.000 Euro) wird gestiftet von der Gesellschaft der Freunde und der hochschuleigenen Verwertungsgesellschaft rubitec GmbH.
Dr.-Ing. André Weimerskirch und Dr.-Ing. Thomas Wollinger haben ein System zur Optimierung von Navigationssystemen für Fahrzeuge entwickelt. Navigationssysteme werden heute mit einem Datenträger verkauft, der Karten beinhaltet. Je nach Preis des Systems enthält der Datenträger eine komplette Deutschland- oder Europakarte. Die relativ teuren Träger werden beim Kauf des Systems mit erworben. Die Geschäftsidee der Preisträger bestand darin, die Nutzung von Karten mit zeitlich begrenzter Dauer und sicherem Kopierschutz zu implementieren.
Für den Käufer bedeutet das: Er kann sich gezielt das von ihm gewünschte Material zusammenzustellen. Weiterhin hat er stets Zugang zu neuesten Karten, die auf dem verschlüsselten Datenträger kostenlos verteilt werden. Die Schwierigkeit lag darin, das Kartenmaterial im Initialzustand so stark mit Kryptographie zu verschlüsseln, dass die Daten nicht unmittelbar nutzbar sind. Mithilfe ihres Projekts haben Weimerskirch und Wollinger die escrypt GmbH als Spin-off der RUB gegründet. Allein 2006 wird die Firma bis zu 15 neue Arbeitsplätze schaffen.

Kleidung mit elektronischen Bauteilen

Der Erfinderwettbewerb wird ebenfalls jährlich von RUB und rubitec ausgeschrieben. Für 2005 werden drei Erfindergruppen geehrt, alle prämierten Verfahren sind zum Patent angemeldet. Prof. Martin Muhler und Dr. Wei Xia (Technische Chemie) haben ein einzigartiges katalytisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Kohlenstoffnanofasern entwickelt: Damit lassen sich Faseroberflächen deutlich vergrößern. Die Fasern können stabil z.B. in Kunststoff eingebracht werden und verbessern seine Leitfähigkeit. Anwendungsbeispiele sind neuartige Kleidungsstücke (mit integrierten elektronischen Bauteilen etwa fürs Telefon) oder die Miniaturisierung von Elektronikbauteilen für die Computerindustrie.
Prof. Hanns Hatt und Dr. Eva Neuhaus (Zellphysiologie) haben Liganden identifiziert, die an einem bei Prostatakrebszellen vorhandenen Rezeptor andocken. Liganden sind kleine Moleküle, die in die Bindungstasche solcher Rezeptoren passen wie ein Schlüssel zu einem Schloss. Das Wachstum von Krebszellen insbesondere in der Prostata wird dadurch reduziert. Diese Liganden sind potenzielle Wirkstoffe zur Behandlung des Prostatakarzinoms bei wesentlich weniger Nebenwirkungen.
Neuartige metallorganische Verbindungen für die Chemische Dampfabscheidung und die sog. Atomic Layer Deposition von dielektrischen (nicht leitfähigen) Oxiden haben Juniorprofessorin Dr. Anjana Devi, Dr. Raghunandan Bhakta und Andrian Milanov (AG Chemie Anorganischer Materialien) entwickelt. Ihr Verfahren ermöglicht es, komplexe Oberflächen gezielt mit ultradünnen dielektrischen Oxiden zu beschichten. Die Anwendung solcher Materialen ist eine viel versprechende Alternative zu herkömmlichen Siliziumoxidschichten und bietet ein erhebliches Potenzial, um die Leistung von Elektronikbauteilen der Zukunft zu steigern.

Info: Transferpreis und Erfinderwettbewerb werden auch 2006 ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist jeweils der 31.12.06; mehr unter „Wettbewerbe“ bei www.rubitec.de.

 




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Letzte Änderung: 30.6.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik