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RUBENS 108

1. Juli 2006

Weiterbildung im Raum


Pädagogen kooperieren mit der Stadt Bochum

 

Wer nimmt warum an Weiterbildung in Bochum teil? Gibt es Unterschiede zwischen Langendreer und Weitmar? Solche Fragen beantwortet zurzeit eine Studie am Lehrstuhl für Erwachsenenbildung der Ruhr-Uni. Die Pädagogen kooperieren dabei mit den Bildungseinrichtungen der Stadt Bochum.

Die Verbindung zwischen dem Lehrstuhl von Prof. Jürgen Wittpoth und der Weiterbildungsberatungsstelle (WBB) gründet sich auf das Projekt „Weiterbildung in Bochum“. Dabei haben Studierende Daten zu Organisation und Angebot von 94 Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung in Bochum erhoben und ausgewertet. Die WBB konnte die Ergebnisse in der Praxis einsetzen.
Dieses für alle Seiten positive Resultat führte zu neuen Ideen. „Ich möchte die Erforschung der Bochumer Weiterbildung zu einem meiner Schwerpunkte der nächsten Jahre machen“, erklärt Prof. Wittpoth. In Abstimmung mit dem runden Tisch „Weiterbildung in Bochum“ und ermuntert vom städtischen Ausschuss „Schule und Weiterbildung“ ist nun das Projekt „Weiterbildung im Raum“ angelaufen. Dabei untersuchen die Wissenschaftler u.a., aus welchen Stadtteilen sich die Teilnehmer an Weiterbildung rekrutieren. Über eine Sozialraumanalyse Bochums können zunächst Aussagen über die sozialen Lagen der Teilnehmer gemacht werden sowie ihre thematischen und institutionellen Präferenzen. Weiterhin sollen Milieu und Sozialkapital als Faktoren zur Erklärung von (Nicht-)Teilnahme an Weiterbildung untersucht werden.

Besucherstruktur im Schauspielhaus


Mittlerweile nehmen neben der Volkshochschule (VHS) auch die Familienbildungsstätten der Stadt am Projekt teil. Sie lassen ihre Teilnehmerstrukturen untersuchen – natürlich immer mit Blick auf den Datenschutz. „Da gehen wir ganz behutsam vor, sprechen mit den Datenschützern der beteiligten Institutionen“, erklärt Prof. Wittpoth.
Das Feld der wissenschaftlichen Analyse ist für Studierende bestellt: Sie können Praktika absolvieren, ihre BA- oder MA-Arbeiten angehen oder im Rahmen eines Seminars am Projekt mitarbeiten. „Eine so ausführliche Analyse ist eigentlich nicht finanzierbar, umgekehrt bekommen der Lehrstuhl und Studierende einen seltenen Praxiseinblick“, fasst Thomas Ratenhof von der VHS die Vorteile für beide Seiten zusammen.
Demnächst sollen die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt werden, doch damit ist die Zusammenarbeit noch lange nicht abgeschlossen. Zurzeit untersuchen die Pädagogen die Besucherstruktur bei den Philharmonikern und im Schauspielhaus. Damit betritt man bei den Erwachsenenbildern eine ganz neue Bühne.




Michael Braun
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Letzte Änderung: 30.6.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik