Weiterbildung
im Raum
Pädagogen kooperieren mit der Stadt Bochum
Wer nimmt warum an Weiterbildung in Bochum
teil? Gibt es Unterschiede zwischen Langendreer und
Weitmar? Solche Fragen beantwortet zurzeit eine Studie
am Lehrstuhl für Erwachsenenbildung der Ruhr-Uni.
Die Pädagogen kooperieren dabei mit den Bildungseinrichtungen
der Stadt Bochum.
Die Verbindung zwischen dem Lehrstuhl von Prof. Jürgen
Wittpoth und der Weiterbildungsberatungsstelle (WBB)
gründet sich auf das Projekt „Weiterbildung
in Bochum“. Dabei haben Studierende Daten zu Organisation
und Angebot von 94 Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung
in Bochum erhoben und ausgewertet. Die WBB konnte die
Ergebnisse in der Praxis einsetzen.
Dieses für alle Seiten positive Resultat führte
zu neuen Ideen. „Ich möchte die Erforschung
der Bochumer Weiterbildung zu einem meiner Schwerpunkte
der nächsten Jahre machen“, erklärt
Prof. Wittpoth. In Abstimmung mit dem runden Tisch „Weiterbildung
in Bochum“ und ermuntert vom städtischen
Ausschuss „Schule und Weiterbildung“ ist
nun das Projekt „Weiterbildung im Raum“
angelaufen. Dabei untersuchen die Wissenschaftler u.a.,
aus welchen Stadtteilen sich die Teilnehmer an Weiterbildung
rekrutieren. Über eine Sozialraumanalyse Bochums
können zunächst Aussagen über die sozialen
Lagen der Teilnehmer gemacht werden sowie ihre thematischen
und institutionellen Präferenzen. Weiterhin sollen
Milieu und Sozialkapital als Faktoren zur Erklärung
von (Nicht-)Teilnahme an Weiterbildung untersucht werden.
Besucherstruktur im Schauspielhaus
Mittlerweile nehmen neben der Volkshochschule (VHS)
auch die Familienbildungsstätten der Stadt am Projekt
teil. Sie lassen ihre Teilnehmerstrukturen untersuchen
– natürlich immer mit Blick auf den Datenschutz.
„Da gehen wir ganz behutsam vor, sprechen mit
den Datenschützern der beteiligten Institutionen“,
erklärt Prof. Wittpoth.
Das Feld der wissenschaftlichen Analyse ist für
Studierende bestellt: Sie können Praktika absolvieren,
ihre BA- oder MA-Arbeiten angehen oder im Rahmen eines
Seminars am Projekt mitarbeiten. „Eine so ausführliche
Analyse ist eigentlich nicht finanzierbar, umgekehrt
bekommen der Lehrstuhl und Studierende einen seltenen
Praxiseinblick“, fasst Thomas Ratenhof von der
VHS die Vorteile für beide Seiten zusammen.
Demnächst sollen die Ergebnisse der Untersuchung
vorgestellt werden, doch damit ist die Zusammenarbeit
noch lange nicht abgeschlossen. Zurzeit untersuchen
die Pädagogen die Besucherstruktur bei den Philharmonikern
und im Schauspielhaus. Damit betritt man bei den Erwachsenenbildern
eine ganz neue Bühne.
Michael
Braun
|