Blendend gelernt
Ruhr-Uni ist erfolgreich mit ergänzenden Onlinekursen
Bochumer Studierende nehmen Onlinekurse als
Ergänzung zur Präsenzlehre sehr gut an: Das
ist das zentrale Ergebnis einer Studie zum „blended
Learning“ an der Ruhr-Uni. Auch quantitativ legt
die Uni zu: Die Anzahl angebotener Kurse auf der Plattform
Blackboard stieg erneut um 10 Prozent. Das ist das zentrale
Ergebnis einer Studie, die Mitte Juni vorgestellt wurde.
Dr. Karin Siebertz-Reckzeh (Hochschule Vechta) hat den
Einsatz von eLearning auf der Plattform „Blackboard“
in den „Integrierten Proseminaren“ der Bochumer
Geschichtswissenschaft über zwei Semester evaluiert.
Ihr Fazit: Die Studierenden in der Studieneingangsphase
beurteilen diese Form des blended Learning (Online-
und Präsenzlehre) überwiegend positiv, mehrheitlich
sehen sie darin eine „gute Grundlage“ für
das weitere Studium und attestieren sich selbst einen
„Wissenszuwachs“ durch die webbasierten
Kurse.
Rund 350 Studierende hat Siebertz-Reckzeh über
zwei Semester befragt: Alle haben an den „Integrierten
Proseminaren“ (IPS) in der Geschichtswissenschaft
teilgenommen. Die IPS sind obligatorisch für alle
Studienanfänger und dauern ein Jahr. Die wesentlichen
Ergebnisse der Evaluierung: Die Studierenden nutzen
ganz selbstverständlich das Internet, so sind 82
Prozent nahezu täglich im WWW und 71 Prozent kommunizieren
nahezu täglich via E-Mail. Dabei zeigt sich kein
Unterschied zwischen den Geschlechtern. Entsprechend
hoch ist die Nutzung von Blackboard: 46 Prozent der
Erstsemester nutzten die Plattform täglich, immerhin
37 Prozent mindestens einmal im Monat. Die Studierenden
erwarten dabei vor allem eine fachliche Orientierungshilfe,
aber auch eine Aufwandersparnis sowie eine gute Erreichbarkeit
der Dozenten. Was nutzen die Studierenden? In erster
Linie bereitgestellte Kursmaterialien (96 Prozent) und
die Möglichkeit, in Foren zu diskutieren (45 Prozent).
Ruhr-Uni als Vorreiterin
Die Ruhr-Uni ist seit mehreren Jahren Vorreiterin im
„blended Learning“: Bereits 2000 hat sie
die Plattform Blackboard eingerichtet. Allein in diesem
Sommersemester finden hier über 550 Kurse statt,
die Vorlesungen und Seminare ergänzen. Das sind
elf Prozent aller Veranstaltungen an der Ruhr-Uni in
diesem Semester. „Die meisten Hochschulen in Deutschland
dümpeln bei fünf Prozent“, erläutert
Holger Hansen von der Stabsstelle eLearning. Im Vergleich
zum vergangenen Wintersemester ist die Zahl der angebotenen
Blackboard-Kurse in Bochum erneut um zehn Prozent gestiegen.
Die Ergebnisse der vorgestellten Studie wie auch die
steigende Zahl der Nutzer wertete Rektor Prof. Gerhard
Wagner als „Signal für die zunehmende Bedeutung
des eLearning an der Ruhr-Uni, aber auch in der Hochschulpolitik
insgesamt. „eLearning ist ein zentrales Element
beim Ausbau der Bachelor- und Masterstudiengänge
und beim Export von Studiengängen ins Ausland“,
so Wagner. Langfristiges Ziel sei daher, das blended
Learning systematisch in der Ruhr-Uni zu verankern.
jw
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