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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Editorial
Familie
Zurzeit kursieren in den Medien verschiedene Meinungen
darüber, ob und warum Akademikerinnen zu wenige Kinder
in die Welt setzen. Ob das wirklich der Fall ist oder
ob doch nur eine Verlagerung auf später stattfindet
– wie dieser Streit ausgeht, das kann der Ruhr-Universität
Bochum mehr oder weniger egal sein. Denn sie hat sich
auf die Fahne geschrieben, eine familienfreundliche Universität
zu sein und noch familienfreundlicher zu werden. Dafür
haben am 14. Juni in Berlin Prorektorin Notburga Ott und
Andrea Kaus vom Dezernat Personal- und Organisationsentwicklung
das Grundzertifikat des „Audit Familiengerechte
Hochschule“ aus den Händen von Familienministerin
Ursula von der Leyen und Wirtschaftsminister Michael Glos
in Empfang genommen (Seite 4).
Viel hat sich die Ruhr-Uni auf diesem Feld vorgenommen
– und das ist gut so! Noch immer gilt: Wer, insbesondere
als Frau, eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, hat
erhebliche Probleme, den Berufswunsch mit der Gründung
einer Familie zu vereinbaren. Und wer sogar einen Partner
hat, der ebenfalls auf dieser Karriereleiter nach oben
steigt, muss viel zu häufig eine „Ehe auf Distanz“
führen.
Wenn sich nun die Ruhr-Uni nicht nur vorgenommen hat,
hier Abhilfe zu schaffen, indem sie „Dual-Carreer“
fördern will, indem sie weitere familiengerechte
Strukturen auf dem Campus schaffen will, indem sie auch
Studierenden mit Kindern eine „familiengerechte
Studienorganisation“ ermöglichen will, dann
ist nicht allein das Vorhaben an sich löblich –
die Ruhr-Uni tut damit auch einiges für ihr Image.
Wie essentiell notwendig solche Maßnahmen auch für
die Forschung sind, zeigt sich aus den Informationen,
die nach dem Ende der ersten Runde im Exzellenzwettbewerb
aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu hören
waren: Die ausländischen Gutachter haben sehr genau
darauf geachtet, ob die eingereichten Anträge auch
Maßnahmen zur Frauenförderung enthielten –
und sie haben beklagt, dass Deutschland auf diesem Gebiet
noch weit hinterherhinkt.
Vorerst kann sich die Ruhr-Uni mit dem Grundzertifikat
„Familiengerechte Hochschule“ schmücken.
Sie hat nun drei Jahre Zeit zu beweisen, dass es ihr wirklich
ernst damit ist. Es wird sicher auf viele Helferinnen
und Helfer ankommen, dass die wichtigen, mit der berufundfamilie
gGmbH der Hertiestiftung vereinbarten, familienorientierten
Ziele mit Leben erfüllt werden. Aber am Ende, wenn
die Ruhr-Uni sich mit dem endgültigen Zertifikat
schmücken darf, könnte es sich lohnen, weil
dann ins allgemeine Bewusstsein gedrungen sein könnte:
An einer familienfreundlichen Universität macht das
Studieren und Arbeiten mehr Freude und bedeutet mehr Erfolg.
jk ad
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