Sprinter in Aktion
Akafö-Abteilungsleiter Jörg-Markus zur Oven
über den Start der neuen Mensa
Sprinter, Komponente, Aktion – seit April
müssen die Mitglieder der Ruhr-Uni neue Begriffe
lernen, wenn sie essen gehen. Am 10.4. hat die Mensa nach
zweieinhalbjährigem Umbau wieder eröffnet: mit
neuem Ambiente und neuem Speiseangebot. Nach rund einem
Monat Normalbetrieb sprach Arne Dessaul mit Jörg-Markus
zur Oven. Er ist beim Akafö für die Mensen und
die Cafeterien zuständig.
Rubens: Herr zur Oven, sind Sie mit den ersten Wochen
der neuen Mensa zufrieden?
zur Oven: Als Kunde war ich es schon nach kurzer Zeit.
Die sanierte Mensa bietet in vielen Dingen wesentliche
Vorteile gegenüber der alten Mensa oder zuletzt dem
Querforum. Als Verantwortlicher weiß ich jedoch,
dass es organisatorisch durchaus noch Optimierungsbedarf
gibt. Hier wollen wir die Erfahrungen der ersten Wochen
auswerten und Details neu justieren. Dankenswerterweise
liegt noch einiges vor uns. Zum Beispiel werden wohl im
Juli die Dacharbeiten abgeschlossen sein, sodass wir dann
die Terrasse nutzen können.
Rubens: Was sagen die Gäste zum Start?
zur Oven: Die E-Mails der ersten beiden Tage habe ich
in ganz, ganz schlechter Erinnerung…
Rubens: Waren die so schlimm?
zur Oven: Sehr kritisch, bisweilen polemisch und hämisch.
Kurze Zeit später sah es aber schon anders aus. Jetzt
gibt es auch Lob und konstruktive Verbesserungsvorschläge.
Rubens: Welche?
zur Oven: Absperrungen beim Ausgabebereich, größere
Schrift beim Leitsystem, zusätzliche Displays mit
unseren Angeboten auf der 02-Ebene, die von vielen als
Eingang zur Mensa genutzt wird.
Komponente liegt vorn
Rubens: Sprinter, Komponente, Aktion – können
Kunden und Personal das schon immer richtig zuordnen?
zur Oven: Täglich kurze Dienstbesprechungen vor
Öffnung der Mensa schulen unsere Mitarbeiter. Natürlich
kann es bei so vielen Gästen auch zu Fehlern kommen.
Was vielen Kunden noch nicht so klar ist: Zum Aktionsessen
und zur Nudeltheke gehört immer ein Salat, den
man sich an separaten Salatbars selbst zusammenstellen
kann.
Rubens: Ach so. Und wo sind diese Salatbars?
zur Oven: Genau gegenüber von den Ausgaben für
Aktion bzw. Nudeln. Aber ich weiß, dass wir diese
Dinge noch etwas besser kommunizieren müssen.
Rubens: Was läuft denn bislang am besten: Sprinter,
Komponente oder Aktion?
zur Oven: Die Komponente. Von den zirka 4.000 Essen,
die wir täglich in Bochum ausgeben, sind 2.000
Komponenten, darunter etwa 500 vegetarische. Hinzu kommen
etwa 1.000 Sprinteressen sowie 1.000 Mal Aktion und
Nudeln. Die Ausgabe der Aktionsessen soll aber noch
verbessert werden, indem wir zusätzliche Steakplatten
und Wokpfannen installieren. Was leider noch nicht so
gut läuft ist das Frühstück im Bistro,
täglich von acht bis elf. Auch dass man im Bistro
von 14.15 bis 19 Uhr warm essen kann, hat sich noch
nicht ausreichend herumgesprochen.
Rubens: Insgesamt ist das Essen etwas teurer geworden,
und die Preise variieren. Mal kostet die Hauptkomponente
1,20 Euro, mal 1,60 Euro. Könnten Sie kurz Ihre
Preiskalkulation erläutern?
zur Oven: Ich denke, unsere neue Preispolitik ist sehr
gerecht. Man bezahlt nur das, was man sich nimmt. Früher
hat das Essen für Studierende 1,80 Euro gekostet,
egal, ob sie eine oder zwei Beilagen genommen haben.
Heute kostet es mit einer Beilage im günstigsten
Fall 1,70 Euro. Grundlage für den Preis ist unser
Wareneinsatz, den wir an die Kunden weitergeben. Deshalb
kostet beispielsweise Hähnchenschnitzel 1,20 und
die Rinderrouladen 1,60; Geflügel ist preiswerter
als Rindfleisch. Ich finde das fair.
Rubens: Das stimmt. Dennoch zahlt ein Student für
ein Komponentenessen mit zwei Beilagen mindestens zwei
Euro, also 20 Cent mehr als früher.
zur Oven: Richtig. Bitte vergessen Sie nicht, dass wir
den Preis von 1,80 Euro sieben Jahre lang stabil gehalten
haben, trotz Umstellung auf den Euro, gestiegener Energiekosten,
Mautgebühren etc. Jetzt ging es nicht mehr anders.
Allein in diesem Jahr fallen 800.000 Euro Zuschuss vom
Land weg, dafür steigen die Energiekosten nochmals
um rund 300.000 Euro.
Querforum wird zum Bistro
Rubens: Momentan ruht der Betrieb im Unicafé
am Querforum West und in der benachbarten Schirmbar.
Was wird aus den beiden Gebäuden?
zur Oven: Hinter den Kulissen tut sich schon einiges.
Die Schirmbar wollten wir schon im Mai als Biergarten
wiedereröffnen: mit Bier vom Fass, kalten und warmen
Getränken sowie kalten Snacks. Aber die geplanten
Installationen für Energie und Wasser, die bisher
nur provisorisch verlegt worden sind, dauern nun wohl
etwas länger. Auch das neue Nutzungskonzept fürs
Querforum ist fertig. Danach soll, wenn die Planungen
umgesetzt werden, im Erdgeschoss ein Bistro inklusive
Lounge und kleiner Bühne entstehen. Hier werden
kleine Gerichte zubereitet: Pasta, Salate, Suppen, Baguettes
etc. In die erste Etage kommt das Bedienungsrestaurant.
Es wäre schön, wenn mit dem Bistro die Abendkultur
an der Ruhr-Uni belebt werden kann.
Rubens: Unter dem Namen Querforum?
zur Oven: Nein, wir möchten einen Wettbewerb initiieren,
um einen passenden Namen zu finden.
Rubens: Wann wird das neue Querforum eröffnet?
zur Oven: Frühestens im November 2006, spätestens
im März 2007. Aber auch bis dahin wird uns nicht
langweilig werden. Als nächstes steht die Cafébar
in der Bibliothek an, sie soll Ende Juni eröffnen.
Rubens: Huch, wo denn?
zur Oven: Direkt im Foyer, dort wo früher die Schließfächer
waren.
ad
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