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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Fieberwahn
Subjektive
Theorien zur Fußball-WM
Nur noch wenige Tage bis zur Fußball-WM. Die Desinteressierten
würden jetzt am liebsten zum Mond fliegen, um dem
Spektakel zu entgehen. Die Interessierten hingegen fiebern
– und nur für sie sind die folgenden Theorien
gedacht.
Wer wird Weltmeister? Brasilien, behaupten viele Fußballkenner.
Es spielt den schönsten Fußball und besitzt
die besten Spieler. Und die sind eingespielt, weil sich
erstmals der Titelverteidiger fürs nächste Turnier
qualifizieren musste. Für Brasilien spricht auch
die „3.964-Theorie“, nach der die Summe der
Jahreszahlen zweier WM-Triumphe desselben Landes 3.964
ergeben muss: Argentinien (1978 plus 1986), Deutschland
(1974 plus 1990), Brasilien (1970 plus 1994), Brasilien
(1962 plus 2002), Brasilien (1958 plus 2006). Demnach
wäre Deutschland nächstes Mal dran (1954 plus
2010), danach Uruguay (1950 plus 2014) – oh, ausgerechnet
wieder, wenn Brasilien Gastgeber ist...
Argentinien wäre demzufolge nie wieder dran, auch
England und Frankreich nicht, die sich als jeweilige Gastgeber
eine 3.964 teilen (1966 plus 1998). Italien könnte
erst in ferner Zukunft erneut Weltmeister werden, z. B.
wenn sich das Jahr 1982 wiederholt. Allerdings spricht
eine andere WM-Statistik für die Azzuri. Wenn in
Europa (außer dem Gastgeber) jemand Weltmeister
werden kann, dann Italien (1938 und 1982). Brasilen 1958
in Schweden – eine Ausnahme.
Italien gegen Brasilien wäre also das logische Finale.
Doch dazu wird es nicht kommen, da beide schon im Achtelfinale
aufeinander treffen. Dann bleibt nur Brasilien übrig.
Aber es verliert viel Kraft, was sich spätestens
im Halbfinale auswirken wird, wenn die starken Portugiesen
kommen und siegen. Portugal wird also ins Finale gegen
die Deutschen einziehen, deren Weg einfacher als befürchtet
ist: Trinidad & Tobago im Achtelfinale, Serbien &
Montenegro im Viertelfinale, Saudi & Arabien im Halbfinale.
Das mit Serbien ist wichtig, denn 54/74/90 hat Deutschland
auf dem Weg zum Titel je zwischendurch gegen Jugoslawien
gewonnen – und im Finale gegen die Mannschaft gesiegt,
die zuvor Brasilien ausgeschaltet hat. Wenn dann noch
am 9. Juli in Berlin Podolski-Wetter herrscht, ein paar
wichtige Portugiesen gesperrt sind, Klose geschickt im
Strafraum fällt und der Schiedsrichter alle Handspiele
von Mertesacker auf der Torlinie übersieht …
dann kann nichts mehr schief gehen.
Wenn doch irgendwann irgendetwas schief geht, wird halt
ein anderes Land Weltmeister: Costa Rica oder der Iran
oder die Niederlande ...
Zugegeben: Das Fieber ist schon jetzt ziemlich hoch.
ad
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