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RUBENS 106

2. Mai 2006

Etatmäßiger Planer

Nach 39 Jahren an der RUB geht Elmar Vielhaber in den Ruhestand


Weit über 300 Mio. Euro umfasst der Etat der Ruhr-Uni fürs Jahr 2006. Eine unglaubliche Summe und eine echte Herausforderung für Zahlenjongleure. Zuständig für die Haushaltsplanung der Ruhr-Uni ist Oberverwaltungsdirektor Elmar Vielhaber, Leiter des Dezernats 4 (neben Haushalt auch Zentrale Beschaffung und Universitätskasse). Nach 39 Jahren endet im Mai seine Dienstzeit. Am 4.5. sagt ihm Kanzler Gerhard Möller im Namen der Ruhr-Universität offiziell „Auf Wiedersehen“. Vorher sprach Arne Dessaul mit Elmar Vielhaber über Globalhaushalt, Hochschulfreiheitsgesetz und teure Anschaffungen.

RUBENS: Herr Vielhaber, was war das teuerste Einzelstück, das Sie je angeschafft haben?
Elmar Vielhaber: Das war Mitte der Neunziger, als wir im Zuge der Neuberufung des Physikprofessors Andreas Wieck ein Großgerät gekauft haben. Das wurde in Japan entwickelt, wo Prof. Wieck zuvor tätig war. Der Apparat hat damals etwa drei Millionen D-Mark gekostet.

RUBENS: Gab es wegen bestimmter Anschaffungen oder Haushalte jemals ernste Probleme mit dem Landesrechnungshof?
Elmar Vielhaber: Grundsätzlich nicht. Bis zur Neuorganisation der in NRW prüfungsberechtigten Stellen vor etwa zehn Jahren gab es hier im Hause eine Außenstelle des Staatlichen Rechnungsprüfungsamtes des Regierungspräsidenten Arnsberg. Dieser Einrichtung oblag im Wesentlichen die laufende formale Prüfung des Finanzgebarens der Uni. Zusätzlich fand etwa alle drei Jahre über einen Zeitraum von jeweils rund sechs Wochen eine örtliche Prüfung durch den Landesrechnungshof statt. Ernsthafte Probleme hat es nie gegeben. Auf den ersten Blick problematisch erscheinende Prüfungsmitteilungen konnten in aller Regel bald für erledigt erklärt werden. Die Prüfpraxis hat sich inzwischen geändert, es finden vermehrt zu bestimmten Themen Querschnittsprüfungen statt. Der Landesrechnungshof versteht sich mehr als früher als beratende Instanz, nicht mehr als die Prüfbehörde mit dem erhobenen Zeigefinger.

Kein Raum für Sondertatbestände

RUBENS: Erwarten Sie finanzielle Probleme für die Ruhr-Uni durch den Globalhaushalt oder das Hochschulfreiheitsgesetz?
Elmar Vielhaber: Ja, das kann man leider nicht anders bewerten. Für 2006 sind die Folgen des Globalhaushalts zwar noch nicht so dramatisch, weil insbesondere das Defizit durch die enorm gestiegenen Energiekosten voraussichtlich gemeinsam von der Hochschule und vom Land getragen werden kann. Das wird sich nach Einführung des Hochschulfreiheitsgesetzes 2007 aber nicht wiederholen können, weil nach dem Referentenentwurf nur Veränderungen der Personalkosten berücksichtigt werden sollen, die dem Land auch ohne Überführung dieser Ausgabelasten auf die Hochschulen entstanden wären. Für Sondertatbestände ist kein Raum, dann droht der Uni im Haushalt 2007 beispielsweise wegen der Energiekosten ein Defizit von sechs Millionen Euro.

RUBENS: Allein durch Energiekosten?
Elmar Vielhaber: Ja, und hinzukommen unter anderem die Risiken der leistungsbezogenen Mittelverteilung.

RUBENS: Wo die Ruhr-Uni 2006 bereits rund zwei Millionen verloren hat?
Elmar Vielhaber: Genau. 2007 könnte die Summe sogar noch höher sein. Aber das ist noch längst nicht alles: Die Einnahmen durch das auslaufende Studienkontenfinanzierungsgesetz fallen weg, das werden 2006 immerhin rund zwei Millionen Euro sein. Im Zuge des Hochschulfreiheitsgesetzes muss die Ruhr-Uni ab 2007 selbst die Beiträge zur Unfallversicherung zahlen, das ist eine weitere Million. Außerdem hat sie im Jahr 2007 einmalig 0,8 Prozent, sprich rund 1,2 Millionen Euro, als Eigenbeitrag der zu erwartenden tariflichen und besoldungsrechtlichen Entwicklung zu tragen. Und dann steht nächstes Jahr noch die Erhöhung der Mehrwertsteuer an, auch das wird nicht spurlos an uns vorübergehen. Zusammen betrachtet kommen einige Millionen an Mindereinnahmen bzw. Zusatzkosten auf die Ruhr-Uni zu. Wenn man bedenkt, dass an jeder Million Euro rechnerisch etwa 20 Stellen hängen, sehe ich zunächst nur eine Möglichkeit …

RUBENS: Studiengebühren?
Elmar Vielhaber: Ja, die Ruhr-Uni wird gar nicht anders können. Rektorat, Senat und Verwaltung müssen jetzt ganz schnell alles in die Wege leiten, um ab dem kommenden Wintersemester Studienbeiträge erheben zu können, zunächst für die Neueingeschriebenen, ein Semester später dann für alle Studierenden, wie es das neue Gesetz erlaubt.
Um noch einmal auf Ihre Ausgangsfrage zurückzukommen: Durch Globalhaushalt und Hochschulfreiheitsgesetz werden sich die Hochschullandschaft und die Binnenstruktur der Ruhr-Uni nach meiner Einschätzung mittelfristig verändern. Und das nicht nur negativ, wie es jetzt vielleicht klingen mag. Es wird viele spannende Aufgaben geben, bei deren Bewältigung ich insbesondere meinem Nachfolger Enno Kruse viel Erfolg wünsche.

Teamentwicklungsprozess

RUBENS: Was hat sich in den letzten 39 Jahren aus Ihrer Sicht an der Ruhr-Uni verändert?
Elmar Vielhaber: Auf der Ebene der Dezernentinnen und Dezernenten hat sich gerade in den letzten zwei Jahren einiges getan, es wurde ein Teamentwicklungsprozess eingeleitet, der vieles verbessern konnte.

RUBENS: Man hört, dass sich die Dezernenten jetzt untereinander duzen!?
Elmar Vielhaber: Das ist nur ein Nebenaspekt, zu dem ich aber ohnehin meine ganz eigene Meinung habe. Nein, der Teamgedanke und der vertrauensvolle Umgang miteinander steht unter den Dezernentinnen und Dezernenten in der Tat im Vordergrund, das ist sehr erfreulich.
Wo ich die Veränderungsprozesse in den letzten fünf, sechs Jahren nicht mehr so gut verfolgen konnte, war in den Fakultäten. Das liegt am Generationswechsel. Die neue Professorengeneration konnte ich nicht mehr so gut kennen lernen wie die alte, mit der ich ja zum Teil über 30 Jahre lang zu tun hatte.

RUBENS: Werden Sie etwas vermissen?
Elmar Vielhaber: Ja, auf jeden Fall. Vor allem meine rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dezernat. Wir sind gut aufgestellt, fachlich und persönlich. Das zeigen auch die vielen positiven Rückmeldungen aus der gesamten Uni, immer wieder wird der konkret praktizierte Dienstleistungsgedanke gelobt. Alle Einzelbereiche sind in guten zuverlässigen Händen. Somit sind auch die Kontinuitäten für die Zeit nach mir gewährleistet, ich kann mit ruhigem Gewissen gehen.

RUBENS: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Elmar Vielhaber: Dazu nur ein paar Stichworte: In erster Linie Haus, Hof und vier Enkel – und zwischendurch immer mal wieder Reisen.

Stationen
Elmar Vielhaber (Jahrgang 1942) kam 1967 direkt nach seiner Ausbildung und auf seinen expliziten Wunsch an die gerade eröffnete Ruhr-Uni. Die Verwaltung war noch in IB untergebracht. Im damaligen Bereich Finanzwesen kümmerte Vielhaber sich u. a. um Drittmittelangelegenheiten. Ab Mitte der 70er-Jahre war er für den Haushalt der Ruhr-Uni zuständig, Anfang der 90er schließlich wurde er Leiter des Dezernats 4 (Haushaltsangelegenheiten, Zentrale Beschaffung und Universitätskasse). Zu dieser Zeit startete in NRW der Modellversuch „Finanzautonomie“, der zunächst in Bochum und Wuppertal durchgeführt wurde.


 

 

 


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