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RUBENS 106

2. Mai 2006


Jenseits des Atlantiks



Serie Partneruniversitäten: Texas A &M



Seit die Texas A&M University (TAMU) am 4. Oktober 1876 ihre Tore für die ersten 40 Studenten öffnete, hat sich hier viel verändert. Sie fing an als Militärhochschule mit den beiden für Texas wichtigsten Disziplinen: Landwirtschaft und Maschinenbau. Heute ist die TAMU eine der Topunis der USA mit mehr als 150 Studiengängen aus allen Bereichen. Aus 40 Studierenden sind über 46.000 geworden, die sich auf den 21 Quadratkilometer großen Campus verteilen. Manche Studierende nutzen die über 10.000 Betten der Uni, andere leben in privaten Wohnheimen in College Station. Die Stadt entstand zusammen mit der Hochschule und ist eigentlich nur ein Gürtel um den Campus herum.

Klassischer Gegner

Ein Teil der militärischen Struktur der Schule, die seit 1963 den Titel "Universität" trägt und auch Frauen aufnimmt, ist erhalten geblieben: Neben den „normalen“ Studierenden gibt es rund 2.000 Cadetts – Studentinnen und Studenten in Uniform. Auf sie gehen viele der TAMU-Traditionen und Organisationen zurück, wie die Aggie-Band, eine Militärkapelle, die in Halbzeitpausen von Footballspielen das 82.000 Zuschauer fassende Kyle-Stadium zum Toben bringt. Der Schlachtruf „Gig ’em’ Aggies’ soll besonders der University of Texas in Austin das Fürchten lehren, dem klassischen Gegner der TAMU.
Die Treue zur Alma mater bleibt auch bei Texanern nach dem Abschluss bestehen. Dies äußert sich in einem umfangreichen Mäzenatentum und Geldspenden durch die Ehemaligen, die „old boys“. Bemerkbar macht sich diese Großzügigkeit auch wissenschaftlich: So besitzt die Uni z.B. einen Forschungstank zum Simulieren von Strömungen, eine Zyklotron-Forschungseinrichtung mit Teilchenbeschleuniger, Technologieparks und ein komfortables „Memorial Student Center“ - eine Einrichtung, die sowohl Gedenkstätte für die gefallenen TAMU-Studenten als auch Begegnungszentrum ist.
Von diesem Angebot profitierten auch die 145 Bochumer Maschinenbau-Studierenden, die ein Semester in Texas verbringen konnten. Der Austausch ist das Herzstück der seit 1981 bestehenden Kooperation zwischen der TAMU und der Ruhr-Uni (hier vor allem die Fakultäten Philologie, Sozialwissenschaft und Maschinenbau). In den letzten 25 Jahren gab es neben dem Studierendenaustausch zahlreiche Forschungsaufenthalte an der jeweiligen Partneruni.

Einwandererbriefe gesammelt

Die erfolgreiche Forschungspartnerschaft zeigt sich auch in 27 gemeinsamen Veröffentlichungen. Hervorzuheben ist das Projekt „The US Civil War in the Eyes of German Immigrants“, das zur größten deutschen Sammlung von Einwandererbriefen geführt hat (Nordamerika-Briefsammlung in Gotha, ehemals Bochumer Auswandererbriefsammlung). Der Bochumer Partnerschaftsbeauftragte ist Prof. Dr.-Ing. Viktor Scherer (Maschinenbau), an der A&M betreut Prof. Taher Schobeiri (Department of Mechanical Engineering) das Programm.
Zur Feier der 25-jährigen Partnerschaft lädt die Ruhr-Uni am 12. und 13. Mai zu einer Veranstaltung für ehemalige Stipendiaten des Austauschprogramms ein. Die Teilnehmer erwartet ein ausgefülltes Programm in den Tagungsräumen unter der neuen Mensa. Kooperationsbeteiligte aus Bochum und Texas werden über Erfolge und Ziele der Partnerschaft sprechen. Zudem berichten zwei ehemalige deutsche Austauschstudenten über ihre Zeit in Texas.
Der Festakt am 12. Mai ist gleichzeitig eine Sondersitzung des Senats der Ruhr-Uni, und Rektor Prof. Gerhard Wagner wird die Gäste begrüßen. Der zweite Tag ist der Besichtigung der Kokerei auf dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein vorbehalten. Diese erste zentral organisierte Alumni-Veranstaltung hat vor allem ein Ziel: Sie soll Ausgangspunkt eines Netwerkes der Ehemaligen des Austauschprogramms sein.

Info: Texas A&M im Netz: www.tamu.edu

 

 

 


Milena Kreft
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Letzte Änderung: 2.5.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik