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RUBENS 106

2. Mai 2006

NEWS - NEWS - NEWS


Meldungen vom Campus


Steuerrecht
Die deutschen Hochschulen werden sich in den kommenden Jahren massiv mit steuerrechtlichen Problemen beschäftigen müssen. Zu diesem Ergebnis kamen im März über 100 Steuerrechtsexperten aus Wissenschaft und Praxis. Ihre Tagung an der Ruhr-Uni wurde vom Verein „Wissenschaftsrecht und Wissenschaftspraxis“ organisiert, federführend waren neben dem Münsteraner Rechtswissenschaftler Prof. Klaus Anderbrügge zwei Bochumer Juristen (Prof. Dieter Leuze und Prof. Roman Seer) sowie der Kanzler der Ruhr-Uni, Gerhard Möller.
Der Grund für die Neubewertung ist zum einen die zunehmende Autonomie der Hochschulen, dank der sie wie Unternehmen auftreten können. Zum anderen wirkt EU-Recht auf deutsches Recht ein. Bislang galt bei uns der Grundsatz „Der Staat besteuert sich nicht selbst“, nach dem öffentlich-rechtlich verfasste Organisationen von der Anwendung des Steuerrechts ausgenommen sind.
Auftragsforschung, wissenschaftliche und andere Dienstleistungen, die Vermarktung von Räumen, Infrastruktur und Werbeflächen sind einige Beispiele für Tätigkeitsfelder, in denen Hochschulen zunehmend dem Steuerrecht unterliegen. Einige deutsche Finanzbehörden erkennen darin bereits jetzt steuerbare Leistungen. Würde aber bei einer Betriebsprüfung vom Finanzamt rückwirkend für mehrere Jahre die Umsatzsteuer nachgefordert, könnte sich dies verheerend auf die Finanzsituation einer Hochschule auswirken. In NRW plane man daher, die Hochschulen probeweise mit „Pilotprüfungen“ Schritt für Schritt auf den Ernstfall vorzubereiten, erklärte Steuerrechtler Prof. Seer am Rande der Tagung. Sie war laut Kanzler Möller die erste Veranstaltung, die sich des Themas umfassend und unter breiter Beteiligung aller Akteure angenommen hat.

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Vollstipendium
Bis zum 15. Mai läuft die Bewerbungsfrist für den dritten Jahrgang der Ruhr Graduate School in Economics (RGS Econ). Sie nimmt jedes Jahr acht Doktoranden auf. Diese können, mit einem Vollstipendium versehen, innerhalb von drei Jahren in Volkswirtschaftslehre (VWL) promovieren. Das diesjährige Programm startet am 1. Oktober.
RGS Econ ist eine Verbundinitiative der Unis Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen). Kennzeichen des Programms sind Schwerpunkte in der theoretischen Modellierung und ökonometrischen Analyse sowie eine internationale Ausrichtung. Neben der finanziellen Förderung profitieren die Doktoranden von der Arbeit in kleinen Teams, der intensiven Betreuung, dem strukturierten Ausbildungs- und Forschungsprogramm sowie dem Zugang zu Netzwerken international renommierter Wissenschaftler. Bewerber sollten über einen hervorragenden Abschluss (Diplom, Master etc.) in VWL oder benachbarten Fächern verfügen.
Infos: www.rgs-econ.org

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Streik
Nur 18 Minuten Mehrarbeit pro Tag, das kann doch kein Problem sein, sagen die einen. Es geht um mehr, um Lohnkürzung oder gar um Arbeitsplätze, behaupten andere. Fakt ist, die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen, und davon ist die Ruhr-Uni seit dem 5. April konkret betroffen. Es gab Kundgebungen auf dem Forum, die Teilnehmer zogen lärmend mit Pfeifen und Trommeln über den Campus und behinderten die Einfahrt zum Parkhaus. Vor allem aber haben die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten der Uni ihre Arbeit niedergelegt: Das Druckzentrum druckt nicht, die Hausmeister geben keine Mikrophone an Dozenten aus, der Asta erklärt sich solidarisch und so weiter. Bis zum Redaktionsschluss war nicht abzusehen, inwieweit und wie lange der Streik den universitären Betrieb weiterhin beeinflussen wird. Nach einer Ferienpause um Ostern herum sollte er jedenfalls weitergehen – unbefristet.

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Stiftungsprofessur
Die international tätige und in Essen ansässige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG (PwC) finanziert an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft eine Stiftungsprofessur. Sie soll sich insbesondere an der Studentenausbildung im Schwerpunkt Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling beteiligen und den Forschungsbereich der Unternehmensprüfung ergänzen.
Dekan Prof. Bernhard Pellens dankte Peter Albrecht, Vorstandsmitglied von PwC, für die Unterstützung, die am 4. April besiegelt wurde. Pellens wies darauf hin, dass hiermit an der Ruhr-Uni ein für das Ruhrgebiet einmaliges Kompetenzzentrum für Rechnungswesenforschung und -lehre weiter ausgebaut werden kann. Hierdurch könne die Bochumer Fakultät auch die neu konzipierten Studienschwerpunkte für das Berufsfeld der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung sicherstellen.
Mit der Unterstützung beweist PwC, dass es sich der unternehmerischen Verantwortung auch für gesellschaftliche Aufgaben in der Ausbildung bewusst ist. Zudem wird die langjährige Zusammenarbeit auf dem sich rasch wandelnden Gebiet der internationalen Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung weiter intensiviert sowie die Gewinnung von Nachwuchskräften für PwC gefördert.

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Literaturwettbewerb
Frankreich probt den Aufstand – et voilà, die Regierung pariert und ändert ihren Reformkurs! Wäre dergleichen hierzulande vorstellbar? Wer weiß ... Vielleicht habt ihr euch schon mal kreative Gedanken über Themen wie dieses gemacht und sucht nach einer Form und einem Forum für eure Ideen? Nichts leichter als das! Bis zum 31. Mai habt ihr die Chance, eine passende literarische Antwort – nicht nur auf heiße politische Fragen – zu finden: beim Literaturwettbewerb „AUF-BRUCH-STELLEN“ für Studierende. Die besten 30 Texte werden in einer Anthologie gedruckt, und eine fünfköpfige Jury verleiht im Oktober neben einem Bochumer Sonderpreis, einem Publikumspreis und zwei weiteren Geldpreisen einen Hauptpreis von 650 Euro.
Gesucht werden Erzähltexte, die sich im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umbrüche bewegen. Einsenden könnt ihr unveröffentlichte Kurzerzählungen (4 bis 6 Normseiten) mit Bezug zum gesellschaftlichen Zeitgeschehen, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema „Reform“ befassen. Von sensibel abwägenden bis zu bissig-satirischen Texten ist alles möglich. Der Wettbewerb wird vom Kulturbüro Boskop zusammen mit der Literaturinitiative Treibgut und dem Bochumer Schreibhaus e.V. veranstaltet. Es ist der dritte Literaturwettbewerb, den Boskop – diesmal bundesweit – durchführt.
Info: Einsendungen (ausschließlich per Post) bis zum 31.5. an: Boskop, Sumperkamp 9-15, 44801 Bochum; mehr zum Wettbewerb: www.akafoe.de

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Theatertage
Vom 11. bis 14. Mai finden an der Ruhr-Uni zum 5. Mal die Bochumer Deutsch-Türkischen Theater Tage statt. Erneut bringen die Veranstalter – Studiobühne und Boskop – türkische und deutsche Produktionen auf die Bühne des Musischen Zentrums. Erstmals werden auch die Kammerspiele des Schauspielhauses bespielt: namentlich und ausschließlich am Sonntagabend (14.5., 19 h) vom Staatstheater Istanbul. Die Truppe spielt das Stück „Fools House“.
Los geht’s mit den Theatertagen am Donnerstagabend (11.5., 18 h) im Musischen Zentrum mit der feierlichen Eröffnung inkl. Sektempfang. Anschließend (19 h) wird das Stück „Not“ aufgeführt. Am Freitag steht Kabarett im Mittelpunkt, ganz provokativ unterm Titel „Hitler Kebab“ (12.5., 19 h). Am Samstag (13.5.) werden zwei Produktionen gezeigt: um 19 h „Barfuss“ (Tanztheater) und um 20.15 h „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (Theater).
Die Preise variieren für jeden Tag, mehr dazu im Internet: www.theater-getuerkt.de

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Wein & Salsa
Das Kulturbüro Boskop hat sein Kursangebot mal wieder erweitert. Erstmals im Programm sind Weinseminare. Die sind aber nicht zum Heulen, sondern dienen dem Kennen lernen eines guten Tropfens. An fünf Abenden werden verschiedene Aspekte betrachtet: Über Herkunft und Bewertung bis zur Herstellung und Einkauf werden Weine vorgestellt und z. T. bei Händlern und offenen Proben verköstigt. Nicht neu, aber zusätzlich ist der Salsa-Kurs fürs Wochenende. Da der reguläre Kurs ausgebucht ist, gibt es nun einen weiteren. Infos und Anmeldung zu Wein und/oder Salsa unter -11521.

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Ausschnitte
Die Grundlage meiner Arbeit ist die Freude an Farben, Formen und Strukturen und das Experimentieren mit den unterschiedlichsten Werkstoffen", erklärt Doris Evertz. Evertz (Abteilung für Medizinische Mikrobiologie) befasst sich seit 1990 mit verschiedenen Formen der Malerei und kam 1998 in das Atelier des Musischen Zentrums (Bereich Bildende Kunst). Am 31. Mai wird im MZ-Foyer ihre Ausstellung „Ausschnitte" eröffnet.
Doris Evertz setzt eine spezielle Mischtechnik von Acrylfarben und feinem Sand ein, die den Bildern eine raue, fast steinartige Oberfläche verleiht, wobei der Malgrund oder Bildträger entweder eine halbfeste Faserplatte oder ein auf Keilrahmen gespanntes Maltuch ist. Der freie, großzügige Malvorgang lässt offene Bilder, variable Kompositionen und veränderbare Formen und Farben entstehen, die in einem kontinuierlichen Arbeitsprozess ihre Verdichtung und „vorläufige" Endgültigkeit finden. „Zu Beginn des Malprozesses setze ich Stimmungen, Gedanken und Sichtweisen zunächst spontan in eigenwillige Flächen und Linien um. Erst danach beginnt der zeitaufwändige Prozess des Auftragens neuer Schichten, des Über- und Ausarbeitens mit manchmal neuen und überraschenden Entwicklungen. Es entstehen Verknüpfungen der spontanen malerischen Geste mit der Disziplin der Bildkomposition", so Evertz.
In ihrer Ausstellung zeigt Evertz Ausschnitte aus ihren Werkzyklen und auch, wörtlich genommen, Ausschnitte bereits fertig gestellter Arbeiten: fließende bis drängende „Wolken"-Bilder im Kontrast zu konstruktiven, geometrischen, harten „Stein"-Bildern. „Bei der digital-fotographischen Erfassung meiner Arbeiten habe ich mit wachsendem Interesse auch Ausschnittvergrößerungen erstellt. Faszinierend war, dass diese Ausschnitte wiederum eine in sich stimmige, manchmal gar überlegene Komposition darstellen können", erläutert die Künstlerin. Diese Arbeit schärfte noch einmal den Blick für das Detail, für kleinste Spuren von Farben, Formen und Strukturen, ließen Evertz beim Malen des gewählten Ausschnittmotivs oft noch einmal eintauchen in die Stimmungen und Gefühle, die den damaligen Prozess bei der Entstehung der Ursprungsbildes begleiteten. Es entstanden malerische, fast exakte Ausschnitt-Reproduktionen des Ausgangsmotivs, die jedoch ganz deutlich eine eigene Dynamik, ein klares Eigenleben entwickelten.
Info: Doris Evertz: „Ausschnitte", Ausstellung im MZ-Foyer, Eröffnung: Mittwoch, 31.5., 19 h, Dauer: 1.6.-12.7., Mo-Fr 9-20, Sa 9-13 h

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Baustelle in Bildern
Der Umbau der Mensa ist größtenteils überstanden, das Campusleben kehrt in dieses Herzstück der Ruhr-Uni zurück. Unter der Mensa, auf der Ebene der ehemaligen Kleinen Mensa, hat die Uni ein Veranstaltungszentrum mit anpassbaren Sälen erhalten. An der 100 m langen Rückwand dieses Bereichs zeigt Heidi Träbert seit Ende April auf großformatigen Fotos Erinnerungen an den Umbau. Sie durchstreifte während der Bauphasen mit „hartem Hut“ die anfangs kahlen Säle, stieg aufs Dach und über Hintertreppen in den Keller, sah den Trockenbauern, Klimatechnikern, Heizungsmonteuren und Malern zu, verfolgte das Wetter draußen (Eiszapfen und Spiegelungen in den Pfützen) sowie Licht und Schatten drinnen. Aus einem Fundus von über 1.500 Bildern hat sie 100 ausgewählt. Hinzu kommen Großdrucke auf Bannern, die die neuen Drucktechniken der Hausdruckerei vorstellen.

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Neue Träger
Die NRW-Landesregierung hat im April beschlossen, das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen neu zu organisieren. Noch 2006 wird es aus dem Verbund des Wissenschaftszentrums herausgelöst und als eigenständiges Institut in die Trägerschaft der drei Ruhrgebiet-Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen überführt.
In einem noch zu schließenden Kooperationsvertrag wird die enge und intensive Zusammenarbeit des Instituts mit den drei Unis vereinbart. Die Eigenständigkeit des KWI – inhaltlich durch seine Konzentration auf die Kulturwissenschaften und strukturell durch seine Projektstruktur mit Elementen der Kollegstruktur einzigartig in der deutschen Wissenschaftslandschaft – bleibt erhalten. Das Institut wird weiter unter seinem Namen und in den derzeitigen Räumlichkeiten tätig sein und seine unabhängige Leitungsstruktur behalten.

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Ruder-Elite
Das Top-Ruder-Ereignis der Ruhruniversitäten steht vor der Tür – der UNI-CUP Ruhr 2006. Zum 6. Mal ruft der Initiativkreis Ruhrgebiet (IR) die Hochschulen der Region zum Wettstreit auf. Die spannende Frage lautet wie üblich: Welche Uni gewinnt das Rennen im Riemenvierer auf der 500-Meter-Sprintstrecke? Dortmund, Duisburg-Essen, Witten-Herdecke oder zum 6. Mal hintereinander die Ruhr-Uni?
Das Rennen startet am 14. Mai (Sonntag) um 15.30 h im Rahmen der internationalen Wedau-Regatta auf der Regattabahn in Duisburg. Der zweite Höhepunkt des Nachmittags ist die „Achter-Challenge“. Dann starten die beiden besten Vierer-Teams zusammen im „Ruhr-Achter“ gegen den diesjährigen Gewinner des legendären „Boat Race“ auf der Themse, den Achter aus Oxford, der in Original-Besetzung antritt. Wer hier siegt, ist absolute europäische Spitze.
Die vier Rektoren der Ruhrgebietsunis sind beim Wettkampf dabei und steigen vielleicht sogar selbst ins Boot. beim traditionellen Eröffnungslauf. Dort tritt u.a. die mit Unternehmensmanagern prominent besetzte IR-Crew gegen einen Presse-Vierer an.
Zum UNI-CUP Ruhr sind alle Zuschauer/innen bei freiem Eintritt herzlich eingeladen. Für die Studierenden der Revierunis steht ein kostenloser Bus-Shuttle von ihrem Campus an die Regattastrecke und zurück bereit – Partystimmung mit Freibier inklusive.
Anmeldung und Infos unter www.i-r.de.


 

 


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