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Meldungen vom Campus
Steuerrecht
Die deutschen Hochschulen werden sich in den kommenden
Jahren massiv mit steuerrechtlichen Problemen beschäftigen
müssen. Zu diesem Ergebnis kamen im März über
100 Steuerrechtsexperten aus Wissenschaft und Praxis.
Ihre Tagung an der Ruhr-Uni wurde vom Verein „Wissenschaftsrecht
und Wissenschaftspraxis“ organisiert, federführend
waren neben dem Münsteraner Rechtswissenschaftler
Prof. Klaus Anderbrügge zwei Bochumer Juristen
(Prof. Dieter Leuze und Prof. Roman Seer) sowie der
Kanzler der Ruhr-Uni, Gerhard Möller.
Der Grund für die Neubewertung ist zum einen die
zunehmende Autonomie der Hochschulen, dank der sie wie
Unternehmen auftreten können. Zum anderen wirkt
EU-Recht auf deutsches Recht ein. Bislang galt bei uns
der Grundsatz „Der Staat besteuert sich nicht
selbst“, nach dem öffentlich-rechtlich verfasste
Organisationen von der Anwendung des Steuerrechts ausgenommen
sind.
Auftragsforschung, wissenschaftliche und andere Dienstleistungen,
die Vermarktung von Räumen, Infrastruktur und Werbeflächen
sind einige Beispiele für Tätigkeitsfelder,
in denen Hochschulen zunehmend dem Steuerrecht unterliegen.
Einige deutsche Finanzbehörden erkennen darin bereits
jetzt steuerbare Leistungen. Würde aber bei einer
Betriebsprüfung vom Finanzamt rückwirkend
für mehrere Jahre die Umsatzsteuer nachgefordert,
könnte sich dies verheerend auf die Finanzsituation
einer Hochschule auswirken. In NRW plane man daher,
die Hochschulen probeweise mit „Pilotprüfungen“
Schritt für Schritt auf den Ernstfall vorzubereiten,
erklärte Steuerrechtler Prof. Seer am Rande der
Tagung. Sie war laut Kanzler Möller die erste Veranstaltung,
die sich des Themas umfassend und unter breiter Beteiligung
aller Akteure angenommen hat.
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Vollstipendium
Bis zum 15. Mai läuft die Bewerbungsfrist für
den dritten Jahrgang der Ruhr Graduate School in Economics
(RGS Econ). Sie nimmt jedes Jahr acht Doktoranden auf.
Diese können, mit einem Vollstipendium versehen,
innerhalb von drei Jahren in Volkswirtschaftslehre (VWL)
promovieren. Das diesjährige Programm startet am
1. Oktober.
RGS Econ ist eine Verbundinitiative der Unis Bochum,
Dortmund und Duisburg-Essen mit dem Rheinisch-Westfälischen
Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen).
Kennzeichen des Programms sind Schwerpunkte in der theoretischen
Modellierung und ökonometrischen Analyse sowie
eine internationale Ausrichtung. Neben der finanziellen
Förderung profitieren die Doktoranden von der Arbeit
in kleinen Teams, der intensiven Betreuung, dem strukturierten
Ausbildungs- und Forschungsprogramm sowie dem Zugang
zu Netzwerken international renommierter Wissenschaftler.
Bewerber sollten über einen hervorragenden Abschluss
(Diplom, Master etc.) in VWL oder benachbarten Fächern
verfügen.
Infos: www.rgs-econ.org
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Streik
Nur 18 Minuten Mehrarbeit pro Tag, das kann doch kein
Problem sein, sagen die einen. Es geht um mehr, um Lohnkürzung
oder gar um Arbeitsplätze, behaupten andere. Fakt
ist, die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen,
und davon ist die Ruhr-Uni seit dem 5. April konkret
betroffen. Es gab Kundgebungen auf dem Forum, die Teilnehmer
zogen lärmend mit Pfeifen und Trommeln über
den Campus und behinderten die Einfahrt zum Parkhaus.
Vor allem aber haben die gewerkschaftlich organisierten
Beschäftigten der Uni ihre Arbeit niedergelegt:
Das Druckzentrum druckt nicht, die Hausmeister geben
keine Mikrophone an Dozenten aus, der Asta erklärt
sich solidarisch und so weiter. Bis zum Redaktionsschluss
war nicht abzusehen, inwieweit und wie lange der Streik
den universitären Betrieb weiterhin beeinflussen
wird. Nach einer Ferienpause um Ostern herum sollte
er jedenfalls weitergehen – unbefristet.
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Stiftungsprofessur
Die international tätige und in Essen ansässige
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
AG (PwC) finanziert an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
eine Stiftungsprofessur. Sie soll sich insbesondere
an der Studentenausbildung im Schwerpunkt Rechnungswesen,
Wirtschaftsprüfung und Controlling beteiligen und
den Forschungsbereich der Unternehmensprüfung ergänzen.
Dekan Prof. Bernhard Pellens dankte Peter Albrecht,
Vorstandsmitglied von PwC, für die Unterstützung,
die am 4. April besiegelt wurde. Pellens wies darauf
hin, dass hiermit an der Ruhr-Uni ein für das Ruhrgebiet
einmaliges Kompetenzzentrum für Rechnungswesenforschung
und -lehre weiter ausgebaut werden kann. Hierdurch könne
die Bochumer Fakultät auch die neu konzipierten
Studienschwerpunkte für das Berufsfeld der Wirtschaftsprüfung
und Steuerberatung sicherstellen.
Mit der Unterstützung beweist PwC, dass es sich
der unternehmerischen Verantwortung auch für gesellschaftliche
Aufgaben in der Ausbildung bewusst ist. Zudem wird die
langjährige Zusammenarbeit auf dem sich rasch wandelnden
Gebiet der internationalen Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung
weiter intensiviert sowie die Gewinnung von Nachwuchskräften
für PwC gefördert.
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Literaturwettbewerb
Frankreich probt den Aufstand – et voilà,
die Regierung pariert und ändert ihren Reformkurs!
Wäre dergleichen hierzulande vorstellbar? Wer weiß
... Vielleicht habt ihr euch schon mal kreative Gedanken
über Themen wie dieses gemacht und sucht nach einer
Form und einem Forum für eure Ideen? Nichts leichter
als das! Bis zum 31. Mai habt ihr die Chance, eine passende
literarische Antwort – nicht nur auf heiße
politische Fragen – zu finden: beim Literaturwettbewerb
„AUF-BRUCH-STELLEN“ für Studierende.
Die besten 30 Texte werden in einer Anthologie gedruckt,
und eine fünfköpfige Jury verleiht im Oktober
neben einem Bochumer Sonderpreis, einem Publikumspreis
und zwei weiteren Geldpreisen einen Hauptpreis von 650
Euro.
Gesucht werden Erzähltexte, die sich im Spannungsfeld
gesellschaftlicher Umbrüche bewegen. Einsenden
könnt ihr unveröffentlichte Kurzerzählungen
(4 bis 6 Normseiten) mit Bezug zum gesellschaftlichen
Zeitgeschehen, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema
„Reform“ befassen. Von sensibel abwägenden
bis zu bissig-satirischen Texten ist alles möglich.
Der Wettbewerb wird vom Kulturbüro Boskop zusammen
mit der Literaturinitiative Treibgut und dem Bochumer
Schreibhaus e.V. veranstaltet. Es ist der dritte Literaturwettbewerb,
den Boskop – diesmal bundesweit – durchführt.
Info: Einsendungen (ausschließlich
per Post) bis zum 31.5. an: Boskop, Sumperkamp 9-15,
44801 Bochum; mehr zum Wettbewerb: www.akafoe.de
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Theatertage
Vom 11. bis 14. Mai finden an der Ruhr-Uni zum 5. Mal
die Bochumer Deutsch-Türkischen Theater Tage statt.
Erneut bringen die Veranstalter – Studiobühne
und Boskop – türkische und deutsche Produktionen
auf die Bühne des Musischen Zentrums. Erstmals
werden auch die Kammerspiele des Schauspielhauses bespielt:
namentlich und ausschließlich am Sonntagabend
(14.5., 19 h) vom Staatstheater Istanbul. Die Truppe
spielt das Stück „Fools House“.
Los geht’s mit den Theatertagen am Donnerstagabend
(11.5., 18 h) im Musischen Zentrum mit der feierlichen
Eröffnung inkl. Sektempfang. Anschließend
(19 h) wird das Stück „Not“ aufgeführt.
Am Freitag steht Kabarett im Mittelpunkt, ganz provokativ
unterm Titel „Hitler Kebab“ (12.5., 19 h).
Am Samstag (13.5.) werden zwei Produktionen gezeigt:
um 19 h „Barfuss“ (Tanztheater) und um 20.15
h „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“
(Theater).
Die Preise variieren für jeden Tag, mehr dazu im
Internet: www.theater-getuerkt.de
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Wein & Salsa
Das Kulturbüro Boskop hat sein Kursangebot mal
wieder erweitert. Erstmals im Programm sind Weinseminare.
Die sind aber nicht zum Heulen, sondern dienen dem Kennen
lernen eines guten Tropfens. An fünf Abenden werden
verschiedene Aspekte betrachtet: Über Herkunft
und Bewertung bis zur Herstellung und Einkauf werden
Weine vorgestellt und z. T. bei Händlern und offenen
Proben verköstigt. Nicht neu, aber zusätzlich
ist der Salsa-Kurs fürs Wochenende. Da der reguläre
Kurs ausgebucht ist, gibt es nun einen weiteren. Infos
und Anmeldung zu Wein und/oder Salsa unter -11521.
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Ausschnitte
Die Grundlage meiner Arbeit ist die Freude an Farben,
Formen und Strukturen und das Experimentieren mit den
unterschiedlichsten Werkstoffen", erklärt
Doris Evertz. Evertz (Abteilung für Medizinische
Mikrobiologie) befasst sich seit 1990 mit verschiedenen
Formen der Malerei und kam 1998 in das Atelier des Musischen
Zentrums (Bereich Bildende Kunst). Am 31. Mai wird im
MZ-Foyer ihre Ausstellung „Ausschnitte" eröffnet.
Doris Evertz setzt eine spezielle Mischtechnik von Acrylfarben
und feinem Sand ein, die den Bildern eine raue, fast
steinartige Oberfläche verleiht, wobei der Malgrund
oder Bildträger entweder eine halbfeste Faserplatte
oder ein auf Keilrahmen gespanntes Maltuch ist. Der
freie, großzügige Malvorgang lässt offene
Bilder, variable Kompositionen und veränderbare
Formen und Farben entstehen, die in einem kontinuierlichen
Arbeitsprozess ihre Verdichtung und „vorläufige"
Endgültigkeit finden. „Zu Beginn des Malprozesses
setze ich Stimmungen, Gedanken und Sichtweisen zunächst
spontan in eigenwillige Flächen und Linien um.
Erst danach beginnt der zeitaufwändige Prozess
des Auftragens neuer Schichten, des Über- und Ausarbeitens
mit manchmal neuen und überraschenden Entwicklungen.
Es entstehen Verknüpfungen der spontanen malerischen
Geste mit der Disziplin der Bildkomposition", so
Evertz.
In ihrer Ausstellung zeigt Evertz Ausschnitte aus ihren
Werkzyklen und auch, wörtlich genommen, Ausschnitte
bereits fertig gestellter Arbeiten: fließende
bis drängende „Wolken"-Bilder im Kontrast
zu konstruktiven, geometrischen, harten „Stein"-Bildern.
„Bei der digital-fotographischen Erfassung meiner
Arbeiten habe ich mit wachsendem Interesse auch Ausschnittvergrößerungen
erstellt. Faszinierend war, dass diese Ausschnitte wiederum
eine in sich stimmige, manchmal gar überlegene
Komposition darstellen können", erläutert
die Künstlerin. Diese Arbeit schärfte noch
einmal den Blick für das Detail, für kleinste
Spuren von Farben, Formen und Strukturen, ließen
Evertz beim Malen des gewählten Ausschnittmotivs
oft noch einmal eintauchen in die Stimmungen und Gefühle,
die den damaligen Prozess bei der Entstehung der Ursprungsbildes
begleiteten. Es entstanden malerische, fast exakte Ausschnitt-Reproduktionen
des Ausgangsmotivs, die jedoch ganz deutlich eine eigene
Dynamik, ein klares Eigenleben entwickelten.
Info: Doris Evertz: „Ausschnitte", Ausstellung
im MZ-Foyer, Eröffnung: Mittwoch, 31.5., 19 h,
Dauer: 1.6.-12.7., Mo-Fr 9-20, Sa 9-13 h
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Baustelle in Bildern
Der Umbau der Mensa ist größtenteils überstanden,
das Campusleben kehrt in dieses Herzstück der Ruhr-Uni
zurück. Unter der Mensa, auf der Ebene der ehemaligen
Kleinen Mensa, hat die Uni ein Veranstaltungszentrum
mit anpassbaren Sälen erhalten. An der 100 m langen
Rückwand dieses Bereichs zeigt Heidi Träbert
seit Ende April auf großformatigen Fotos Erinnerungen
an den Umbau. Sie durchstreifte während der Bauphasen
mit „hartem Hut“ die anfangs kahlen Säle,
stieg aufs Dach und über Hintertreppen in den Keller,
sah den Trockenbauern, Klimatechnikern, Heizungsmonteuren
und Malern zu, verfolgte das Wetter draußen (Eiszapfen
und Spiegelungen in den Pfützen) sowie Licht und
Schatten drinnen. Aus einem Fundus von über 1.500
Bildern hat sie 100 ausgewählt. Hinzu kommen Großdrucke
auf Bannern, die die neuen Drucktechniken der Hausdruckerei
vorstellen.
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Neue Träger
Die NRW-Landesregierung hat im April beschlossen, das
Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen neu
zu organisieren. Noch 2006 wird es aus dem Verbund des
Wissenschaftszentrums herausgelöst und als eigenständiges
Institut in die Trägerschaft der drei Ruhrgebiet-Universitäten
Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen überführt.
In einem noch zu schließenden Kooperationsvertrag
wird die enge und intensive Zusammenarbeit des Instituts
mit den drei Unis vereinbart. Die Eigenständigkeit
des KWI – inhaltlich durch seine Konzentration
auf die Kulturwissenschaften und strukturell durch seine
Projektstruktur mit Elementen der Kollegstruktur einzigartig
in der deutschen Wissenschaftslandschaft – bleibt
erhalten. Das Institut wird weiter unter seinem Namen
und in den derzeitigen Räumlichkeiten tätig
sein und seine unabhängige Leitungsstruktur behalten.
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Ruder-Elite
Das Top-Ruder-Ereignis der Ruhruniversitäten steht
vor der Tür – der UNI-CUP Ruhr 2006. Zum
6. Mal ruft der Initiativkreis Ruhrgebiet (IR) die Hochschulen
der Region zum Wettstreit auf. Die spannende Frage lautet
wie üblich: Welche Uni gewinnt das Rennen im Riemenvierer
auf der 500-Meter-Sprintstrecke? Dortmund, Duisburg-Essen,
Witten-Herdecke oder zum 6. Mal hintereinander die Ruhr-Uni?
Das Rennen startet am 14. Mai (Sonntag) um 15.30 h im
Rahmen der internationalen Wedau-Regatta auf der Regattabahn
in Duisburg. Der zweite Höhepunkt des Nachmittags
ist die „Achter-Challenge“. Dann starten
die beiden besten Vierer-Teams zusammen im „Ruhr-Achter“
gegen den diesjährigen Gewinner des legendären
„Boat Race“ auf der Themse, den Achter aus
Oxford, der in Original-Besetzung antritt. Wer hier
siegt, ist absolute europäische Spitze.
Die vier Rektoren der Ruhrgebietsunis sind beim Wettkampf
dabei und steigen vielleicht sogar selbst ins Boot.
beim traditionellen Eröffnungslauf. Dort tritt
u.a. die mit Unternehmensmanagern prominent besetzte
IR-Crew gegen einen Presse-Vierer an.
Zum UNI-CUP Ruhr sind alle Zuschauer/innen bei freiem
Eintritt herzlich eingeladen. Für die Studierenden
der Revierunis steht ein kostenloser Bus-Shuttle von
ihrem Campus an die Regattastrecke und zurück bereit
– Partystimmung mit Freibier inklusive.
Anmeldung und Infos unter www.i-r.de.
ad
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