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RUBENS 106

2. Mai 2006

Editorial

Research School

In diesen Tagen feiert die Ruhr-Universität Bochum eine besondere Premiere. Denn wohl noch nie in ihrer Geschichte waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nahezu sämtlicher Fakultäten (konkret: aus 19 der 20 Fakultäten) zusammengekommen, um einen gemeinsamen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzureichen. Am 18. April war es soweit.
Zum Hintergrund: Die „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder“ sieht in den nächsten Jahren u. a. die Förderung von bis zu 40 Graduiertenschulen an den deutschen Universitäten vor, von denen 20 in der ersten Runde des „Exzellenzwettbewerbs“ bereits am Ende dieses Jahres eingerichtet werden sollen. Auf die Ausschreibung hin gingen 135 Ideenskizzen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein; die der Ruhr-Universität (unter dem Namen „Ruhr-University Research School“) wurde von dem international besetzten Gutachtergremium als eine von 39 ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert. In diesem Kreis der Endrundenteilnehmer ist das Konzept der „Research School“ vermutlich das umfassendste und ambitionierteste.
Das Forschungs- und Promotionskolleg, das im Rahmen der „Research School“ aufgebaut wird, soll Doktorandinnen und Doktoranden aller Wissenschaftsdisziplinen zukünftig in vielfacher Hinsicht bessere Bedingungen für ihre Promotion und persönliche Qualifizierung bieten. Und das auf Gebieten, auf denen die Ruhr-Universität Bochum besondere interdisziplinäre Forschungsstärke besitzt. Die Themen reichen von den Lebenswissenschaften über die Natur- und Ingenieurwissenschaften bis in die Geisteswissenschaften. Sie umspannen also die ganze Vielfalt der Disziplinen auf dem Campus. Mehr noch, die über 70 beteiligten Antragstellerinnen und Antragsteller wollen im Kolleg über alle Disziplinengrenzen hinweg zusammenarbeiten und aktuelle Forschungsthemen gemeinsam diskutieren. Das könnte wegweisend in der Hochschullandschaft werden. Nun heißt es: die Daumen drücken! Der Wettbewerb ist hart, ein Erfolg ist keineswegs garantiert. Die Antragsteller sind dennoch zuversichtlich: Sie sind entschlossen, ihr Konzept zu verwirklichen.
Ohne eine Finanzierung durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft dürfte das allerdings sehr schwierig sein. Aber, wo ein Wille ist, da ist bekanntlich ja auch ein Weg. Und keinesfalls ist nun bloßes Warten auf die Entscheidung der DFG angesagt. Vielmehr wollen die Beteiligten die Konzeption des Forschungs- und Promotionskollegs zügig weiter vorantreiben. Die Ruhr-Universität Bochum könnte einmal mehr beispielgebend sein.


Prof. Elmar W. Weiler, Prorektor für Planung, Struktur und Finanzen
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Letzte Änderung: 2.5.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik