Editorial
Research
School
In diesen Tagen feiert die Ruhr-Universität Bochum
eine besondere Premiere. Denn wohl noch nie in ihrer
Geschichte waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
nahezu sämtlicher Fakultäten (konkret: aus
19 der 20 Fakultäten) zusammengekommen, um einen
gemeinsamen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) einzureichen. Am 18. April war es soweit.
Zum Hintergrund: Die „Exzellenzinitiative des
Bundes und der Länder“ sieht in den nächsten
Jahren u. a. die Förderung von bis zu 40 Graduiertenschulen
an den deutschen Universitäten vor, von denen 20
in der ersten Runde des „Exzellenzwettbewerbs“
bereits am Ende dieses Jahres eingerichtet werden sollen.
Auf die Ausschreibung hin gingen 135 Ideenskizzen bei
der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein; die der Ruhr-Universität
(unter dem Namen „Ruhr-University Research School“)
wurde von dem international besetzten Gutachtergremium
als eine von 39 ausgewählt und zur Antragstellung
aufgefordert. In diesem Kreis der Endrundenteilnehmer
ist das Konzept der „Research School“ vermutlich
das umfassendste und ambitionierteste.
Das Forschungs- und Promotionskolleg, das im Rahmen
der „Research School“ aufgebaut wird, soll
Doktorandinnen und Doktoranden aller Wissenschaftsdisziplinen
zukünftig in vielfacher Hinsicht bessere Bedingungen
für ihre Promotion und persönliche Qualifizierung
bieten. Und das auf Gebieten, auf denen die Ruhr-Universität
Bochum besondere interdisziplinäre Forschungsstärke
besitzt. Die Themen reichen von den Lebenswissenschaften
über die Natur- und Ingenieurwissenschaften bis
in die Geisteswissenschaften. Sie umspannen also die
ganze Vielfalt der Disziplinen auf dem Campus. Mehr
noch, die über 70 beteiligten Antragstellerinnen
und Antragsteller wollen im Kolleg über alle Disziplinengrenzen
hinweg zusammenarbeiten und aktuelle Forschungsthemen
gemeinsam diskutieren. Das könnte wegweisend in
der Hochschullandschaft werden. Nun heißt es:
die Daumen drücken! Der Wettbewerb ist hart, ein
Erfolg ist keineswegs garantiert. Die Antragsteller
sind dennoch zuversichtlich: Sie sind entschlossen,
ihr Konzept zu verwirklichen.
Ohne eine Finanzierung durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft
dürfte das allerdings sehr schwierig sein. Aber,
wo ein Wille ist, da ist bekanntlich ja auch ein Weg.
Und keinesfalls ist nun bloßes Warten auf die
Entscheidung der DFG angesagt. Vielmehr wollen die Beteiligten
die Konzeption des Forschungs- und Promotionskollegs
zügig weiter vorantreiben. Die Ruhr-Universität
Bochum könnte einmal mehr beispielgebend sein.
Prof.
Elmar W. Weiler, Prorektor für Planung, Struktur
und Finanzen
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