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RUBENS 105

1. April 2006

Radioaktiv

Gebäudeserie: RUBION





Jeder von uns kann sich noch an sein erstes Semester an der Ruhr-Uni erinnern. Wer hat sich anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten – diesmal zum RUBION.


Als das Zentrale Isotopenlabor (ZIL) und das Dynamitron-Tandem-Laboratorium (DTL) Anfang der 70er-Jahre zwischen dem Botanischen Garten und den N-Gebäuden gebaut wurden, war ihr Zweck klar: Das ZIL sollte – als zentrale Einrichtung der Ruhr-Uni – der Forschung und Lehre an radioaktivem Material dienen. Das DTL war als gemeinsame Einrichtungen der Unis Bochum, Münster und Dortmund für die Kernforschung mit Ionenstrahlen vorgesehen. Heute stehen die Gebäude, die seit dem 10.01.06 offiziell zu RUBION zusammengefasst sind, weiterhin den Forschern der Ruhr-Uni und deren Kooperationspartnern zur Verfügung; RUBION ist zudem wertvoller Partner vieler Firmen.
Man erreicht RUBION am besten, wenn man von ND/05 aus die gelbe Brücke mit den Bullaugen benutzt, die über die Südstraße führt. Vom angrenzenden Vorraum des RUBION zweigen ein Sekretariat und das Büro des Geschäftsführers Dr. Jan Meijer ab. Die Wände schmücken Plakate über die Arbeit des ZIL und eine Weltkarte mit den Standorten von RUBION-Partnern. Dann steht man vor zwei verschlossenen Glastüren. Die zweite ist mit Radioaktiv-Zeichen versehen, man begreift: Das hier ist ernst, für Unbefugte kein Zutritt.

Nicht ohne Dosimeter

Nur zugangsberechtigte Mitarbeiter und Nutzer können die Türen öffnen. Bevor es weiter geht, müssen in Umkleideräumen Kittel und Überschuhe angelegt werden, sowie ein Dosimeter, das die Strahlungsmenge misst, der der Körper ausgesetzt ist. Derart ausgestattet betritt man den Bereich des ZIL, in dem mit offener Radioaktivität gearbeitet wird.
Der erste Teil ist in drei Abschnitte gegliedert: Rechts befinden sich Labore, die Forschern, Diplomanden und Studierenden in Praktika vorbehalten sind. In der Mitte und links sind sog. Sonderräume, z.B. Kühl- oder Lagerräume. Hier wird auch der „Dackel“ aufbewahrt, eines von vielen speziell angefertigten Geräten. Er dient dazu, Radioaktivität am Boden zu messen.
Die Korridore zwischen den Abschnitten führen zum zentralen Sammelpunkt, einem offenen Raum, der verschiedene Exponate beherbergt. Dazu gehören Keramiken, die mit uranhaltiger Farbe bemalt sind und deshalb die Messgeräte bedrohlich ausschlagen lassen. Gefährlich ist es aber nur, wenn man Uranstaub einatmet. Weiter geht es in eine Abteilung, in der die Wände dicker sind. Hier arbeitet man mit hoher Radioaktivität.
Durch eine Schleuse verlässt man den Kontrollbereich und kann Kittel und Überschuhe wieder ablegen. Ist alles gut gegangen, zeigt das Dosimeter keine Strahlung an. Man befindet sich nun im DTL. Hier wird mit künstlich erzeugten Ionenstrahlen gearbeitet, geladenen Atomen, die mit elektrischen Feldern auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt werden. Drei Beschleunigeranlagen sind im DTL installiert. Der große Teilchenbeschleuniger mit 4 Mio. Volt Spannung ist das Herzstück. Er steht eine Etage tiefer, in einem Komplex, den man wegen Strahlengefahr nur mit passendem Schlüssel betreten kann. Zunächst sieht man einen großen Kontrollraum mit Rechnern. In der Halle daneben befindet sich der Beschleuniger innerhalb einer Ummantelung aus großen Betonblöcken. Die dort erzeugten Ionenstrahlen werden durch hohe Magnetfelder auf verschiedene Experimentierplätze verteilt. Die Ionen dienen der Analyse und der Veränderung von Materialien und werden von Forschern aus dem In- und Ausland sowie der Industrie genutzt (RUBENS 80).

Keine Vorfälle

Zurück im Isotopenlabor, jetzt eine Etage tiefer. Hier ist die Technik, die ein sicheres Arbeiten ermöglicht: große Behälter für kontaminiertes Wasser und andere Stoffe sowie ein komplexes System zum Filtern der Luft in den Räumen. Lange Gänge mit bunten Rohren an den Wänden sowie Filterelemente dominieren diese Ebene. Die riesige Filteranlage besteht aus mehreren Filtern, einem großen Ventilator und anderen Stationen. Das Entscheidende an den Sicherheitsvorkehrungen ist: Sie zahlen sich aus, noch nie ist es zu einem schwerwiegenden Vorfall gekommen.






Milena Kreft
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Letzte Änderung: 31.3.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik