Optimale Optionen
Ruhr-Uni
siegt beim Wettbewerb „Schlüsselqualifikationen
plus“
Mit ihrem „vorbildlichen Modell“,
Schlüsselqualifikationen fachübergreifend
zu vermitteln, gehört die Ruhr-Uni zu den Siegern
des bundesweiten Wettbewerbs „Schlüsselqualifikationen
plus“. Vier Hochschulen zeichneten der Stifterverband
für die Deutsche Wissenschaft und die Stiftung
Mercator mit je 100.000 Euro aus. Die anderen Gewinner
sind die International University Bremen, die Uni der
Bundeswehr München und die Uni Witten/Herdecke.
Insgesamt hatten sich 93 Hochschulen beworben.
„Erneut setzen wir mit dem Weg, den wir eingeschlagen
haben, Maßstäbe für andere Universitäten“,
sagte Rektor Prof. Gerhard Wagner, der das Bochumer
Konzept bei der Wettbewerbsjury überzeugend präsentiert
hatte. Verankert ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen
im Optionalbereich der Ruhr-Uni: Studierende eignen
sich hier außerfachliche Kompetenzen an, z. B.
in den Bereichen Fremdsprachen, Informationstechnik
und Präsentation/Moderation/Argumentation. Ursprünglich
für das 2-Fach-Bachelor- und Masterprogramm konzipiert,
ist das Modell inzwischen so erfolgreich, dass auch
Fächer, die 1-Fach-Bachelor- und -Master-Studiengänge
anbieten, dieses strukturierte Angebot in ihre Studiengänge
integrieren.
Auf Einladung des Gemeinsamen Ausschusses für den
Optionalbereich nahm Bettina Jorzik, (Stifterverband
für die Deutsche Wissenschaft, Mitglied der Jury
von „Schlüsselqualifikationen plus“)
am 20. März an einer Ausschusssitzung teil. Sie
erläuterte dort, warum die Ruhr-Uni als einzige
große staatliche Universität zu den Gewinnerinnen
gehört und wo ihre Stärken liegen. Ein absoluter
Pluspunkt ist demnach die Institutionalisierung des
Optionalbereiches an der Ruhr-Uni mit seiner funktionierenden
Organisationsform: Studiendekan, Geschäftsstelle
und Gemeinsamer Ausschuss, dem Vertreter der Fakultäten
angehören. Zudem steht die gesamte Universität
hinter dem Optionalbereich und der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen.
Hervorzuheben ist laut Jortzig weiterhin die enorme
Breite des Angebots mit rund 250 Modulen für mehr
als 7.500 Studierende.
Die zweistündige Sitzung wurde auch dazu genutzt,
nach vorn zu blicken und konkret zu umreißen,
für welche Zwecke das Preisgeld eingesetzt wird.
Zum einen soll die Beratung weiter verbessert werden.
Ziel ist eine umfassende Studien- und Karriereplanung
für die Studierenden. Außerdem möchten
Optionalbereich und Universität neue Lehrangebote
initiieren – etwa in Form von Summer Schools und
anderen Blockveranstaltungen, die zu einem engeren Kontakt
von Studierenden und Dozenten führen.
Noch ein Preis
Der dritte Bereich, der optimiert werden soll, betrifft
zugleich den einzigen Kritikpunkt, den Bettina Jorzik
vorbrachte. Im Angebot des Optionalbereichs entdeckt
sie zu viel „Handwerkszeug“. Als Beispiel
nennt sie den reinen Erwerb einer Fremdsprache, ohne
etwas über Kultur etc. des jeweiligen Landes zu
erfahren. Insgesamt kommen ihr die geistigen und akademischen
Komponenten etwas zu kurz. Vermittelt werden sie in
Bochum im Bereich „Interdisziplinäre Studieneinheiten
und/oder ergänzende Studieneinheiten anderer Fächer“.
Dieser Bereich soll mit dem Preisgeld weiter ausgebaut
und profiliert werden.
Bei der Ausschusssitzung machte der Studiendekan des
Optionalbereichs, Prof. Manfred Tietz, deutlich, dass
der erste Preis eine Bestätigung für die erfolgreiche
Arbeit der Geschäftsstelle sowie des Gemeinsamen
Ausschuss ist. Wie erfolgreich die Arbeit ist, zeigt
ein anderes Beispiel: Etwa zeitgleich mit der Benachrichtigung
über den Sieg bei „Schlüsselqualifikationen
plus“ erhielt Tietz ein Schreiben der irischen
Regierung. Sie stellt dem Optionalbereich 11.304 Euro
zur Verfügung – als Belohnung für die
Förderung der irischen (gälischen) Sprache.
jw/ad
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