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RUBENS 105

1. April 2006

Teure Bildschirmschoner

Uni-Leitung verbietet virtuelle Aquarien


Aktuelle Berechnungen aus dem Rechenzentrum haben die Verwaltung der Ruhr-Uni zu einer ungewöhnlichen Energiesparmaßnahme veranlasst. Ab April dürfen in der Ruhr-Uni nach einem gerade veröffentlichten Rundschreiben an die Mitarbeiter nicht mehr die beliebten Aquarien als Bildschirmschoner am Computer laufen. Das Verbot gilt auch für andere aufwändige, Energie fressende Bildschirmschoner. Wer partout nicht auf sie verzichten will, muss sich das von der Verwaltung genehmigen lassen und muss sich an den höheren Verbrauchskosten beteiligen. Ein entsprechendes Antragsformular ist in Internet abrufbar: http://www.rub.de/aktuell/energiesparen. Die Betriebstechnik plant, demnächst getrennt abzurechnende Steckdosen zu installieren.
Fast doppelt soviel Energie verbrauchen Bildschirmschoner mit virtuellen Fischen als ein echtes Aquarium mit Wasser und Fischen. Messungen des Rechenzentrums ergaben für die beliebten Bildschirmschoner eine Verbrauchsleistung von rund 190 Watt, für ein normales Aquarium wurden 100 Watt gemessen. Fast gar keinen Energiehunger hat ein dagegen ein Computer im stand-by-Betrieb ohne Bildschirmschoner.

220.000 Euro sparen

Geht man davon aus, dass in der Ruhr-Uni tagtäglich rund 7.000 PCs von morgens bis spätabends an sind, aber nicht im Dauerbetrieb benötigt werden und stattdessen als Dekoration der Bildschirmschoner läuft, so lässt sich leicht errechnen, wie viel Energie die Ruhr-Uni allein durch diese Maßnahme der Verwaltung einsparen kann: Bei einer Leistungsaufnahme von rund 1.300 Kilowatt und bei 15 Cent Kosten für eine kWh ergibt das einen stündlichen Verbrauch von rund 200 Euro für 7.000 Rechner mit aktivem Bildschirmschoner. Die Verwaltung geht davon aus, dass nur die Hälfte aller Rechner gleichzeitig aktiv sind, und rechnet daher mit Einsparungen von 100 Euro pro Stunde, wenn alle nicht-aktiven PCs auf die Strom fressenden Bildschirmschoner verzichten – aufs Jahr gerechnet sind das mehr als 220.000 Euro.
Wer aber auf sein „virtuelles Aquarium“ nicht verzichten will, kann einen entsprechenden Antrag in der Verwaltung einreichen. Mit dessen Genehmigung wird vom jeweiligen PC-Nutzer eine monatliche Gebühr von 20 Euro vom Gehalt einbehalten. Diese nur auf den ersten Blick harte Maßnahme begründet die Verwaltung mit den steigenden Energiekosten und den befürchteten weiteren Haushaltsrisiken, die der Globalhaushalt und noch mehr das in Vorbereitung befindliche Hochschulfreiheitsgesetz in sich bergen. Der Ruhr-Uni laufen schlicht die Energiekosten davon. So ist weiterhin aus Berechnungen des Rechenzentrums bekannt, dass die Uni weitere 300.000 Euro jährlich einsparen könnte, wenn alle Mitarbeiter ihre PCs übers Wochenende herunterfahren würden.
Wer übrigens statt des virtuellen Aquariums ein echtes in seinem Büro betreiben will, der muss nur mit der Hälfte der Kosten rechnen und er bekommt zudem beim Naturschutzbeauftragten der RUB Rat und Hilfe.




jk
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Letzte Änderung: 31.3.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik