Partnerschaft als Herausforderung
RUBENS präsentiert: Deutsch-Polnisch-Ukrainische
Begegnung
Bis Ende Mai dauert das Deutsch-Polnische Jahr, doch
wie steht es um das Verhältnis der Nachbarn? Jetzt,
wo Polen zur EU gehört, als gleichberechtigter
Partner Deutschlands? Und was ist mit der Ukraine, die
ebenfalls auf dem Weg in die EU ist? Antworten sucht
am 25. April die Deutsch-Polnisch-Ukrainische Europabegegnung
an der Ruhr-Uni: mit Diskussionen, Infoständen
und Kultur.
Eingeladen sind Studierende und Beschäftigte der
Ruhr-Uni sowie alle Menschen, die mehr über Polen
und die Ukraine erfahren möchten. Organisiert wird
die Begegnung von der polnischen Robert Schuman Stiftung,
der Poland-America-Ukraine Cooperation Initiative, dem
Seminar für Slawistik und dem Lotman-Institut der
Ruhr-Uni sowie von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft
in der Auslandsgesellschaft NRW; RUBENS ist Medienpartner.
Offiziell geht’s um 16 h mit der Begrüßung
in Hörsaal 1 im Audimax los. Es folgt eine zweigeteilte
Podiumsdiskussion: „Polen & Deutschland im
gemeinsamen Europa und ihre Beziehung zur Ukraine –
Partnerschaft als Herausforderung“. Eingeladen
sind Expertinnen und Experten aus Deutschland und Polen,
u. a. Bundestagspräsidentin a. D. Rita Süssmuth,
zurzeit Vorsitzende des Kuratoriums der Deutsch-Polnischen
Gesellschaft. Das erste Panel (16.30-18 h) beschäftigt
sich mit dem Thema „Zwischen Brüssel und
Moskau – Hoffnungen und Ängste der neuen
EU-Mitglieder“. Im Mittelpunkt steht die Politik,
während das zweite Panel („Uns gehört
die Zukunft Europas?“, 18.15-19.45 h) Menschen
beleuchtet und nach der Rolle nichtstaatlicher Organisationen
(NGO) fragt.
Noch vor den Diskussionen (10.30-14 h) wird im Audimax-Foyer
(bei schönem Wetter draußen) der sog. Markt
der Möglichkeiten eröffnet. An Infoständen
präsentieren deutsche, ukrainische und polnische
Organisationen sich selbst und ihre Arbeit. Es können
Kontakte geknüpft und gemeinsame Projekte besprochen
werden. Beendet wird die Veranstaltung mit einem polnisch-ukrainischen
Kulturabend im Euro-Eck.
Infos im Netz: www.schuman.org.pl/
– Stichwort „Projects“
Interview: „Vergessener Nachbar“
Agata Grzenia gehört zu den Organisatorinnen der
Europabegegnung. Die 24-jährige Praktikantin der
Robert Schuman Stiftung stammt aus Bydgoszcz (Bromberg),
sie studiert seit 2001 Germanistik und Slawistik an
der Ruhr-Uni. Mit ihr sprach Arne Dessaul.
RUBENS: Wie kamen Sie auf die Idee, die Europabegegnung
zu organisieren?
Agata Grzenia: Ich war bei vielen internationalen Projekten
als Teilnehmerin dabei und wollte gerne mal solch ein
Projekt selber organisieren. Gerade jetzt, im Deutsch-Polnischen
Jahr, möchte ich den Studenten meiner Uni Polen
als „Neuling“ in der EU näher bringen.
Agnieszka Lada von der Robert Schuman Stiftung habe
ich bei einem deutsch-französisch-polnischen Projekt
der Stiftung Genshagen in Berlin getroffen, so kam es
zur Idee und unserer Zusammenarbeit.
RUBENS: Wer hat außer den Trägern noch alles
geholfen?
Agata Grzenia: Finanzielle Unterstützung gibt es
von der Konrad Adenauer Stiftung, vom Bildungswerk Dortmund
und von der Heinrich Böll Stiftung NRW. Hilfe kommt
außerdem von Boskop, vom Institut für Deutschlandforschung
der Ruhr-Uni und von der Fachschaft Slawistik.
RUBENS: Gab es Schwierigkeiten?
Agata Grzenia: Ja, finanzielle. Wir hatten auf Unterstützung
des polnischen Außenministeriums gehofft, aber
das hat nicht geklappt. Außerdem mussten wir das
Programm immer wieder aktualisieren, wenn beispielsweise
eingeladene Referenten nicht kommen konnten.
RUBENS: Was erhoffen Sie sich von der Europabegegnung?
Agata Grzenia: Ich hoffe, dass Polen als der hier im
Westen Deutschlands „vergessene Nachbar“
ins Gespräch kommt. Es geht darum, nicht nur theoretisch
über die deutsch-polnische Freundschaft zu sprechen,
sondern sie aktiv zu erleben und zu zeigen, dass sie
in der EU wichtig ist.
RUBENS: Welche konkreten Angebote gibt es für die
Studierenden der RUB?
Agata Grzenia: Auf dem Markt der Möglichkeiten
sagen wir, wie und wo man in Polen oder in der Ukraine
studieren oder ein Praktikum absolvieren kann. Wir möchten
auch zeigen, dass die Polonistik innerhalb der Slawistik
einen wichtigen Platz einnimmt, weil sie Sprache und
Kultur Polens nach Deutschland trägt. Die EU wurde
um viele Länder Mittel- und Osteuropas erweitert.
Auf der anderen Seite schließt man die Slawistik-Institute,
wie in Münster. Auch die Bochumer Polonistik war
eine Zeitlang in Gefahr.
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