„Ein echtes Sahnestück“
Neue Holzbearbeitungsmaschine für die Schreinerei
der Biologen
Die Schreinerei der Biologen hat eine neue Holzbearbeitungsmaschine
bekommen. Das 7,5 Tonnen schwere Wunderwerk der Technik
bringt Schreinermeister und Dekan ins Schwärmen.
Fast vergessen sind da die Mühen, die diese Anschaffung
kostete: Eine Wand musste raus, Fußboden und Elektrik
der Schreinerei wurden erneuert.
Eine Menge Steine musste er aus dem Weg räumen,
doch nun ist es geschafft: Prof. Thomas Stützel,
Dekan der Fakultät für Biologie, konnte Mitte
Dezember in der hauseigenen Schreinerei das neue Holzbearbeitungszentrum
einweihen. Der Weg dahin war, wie gesagt, ziemlich steinig,
denn der 7,5 Tonnen-Koloss passte mit einer Länge
von 7 Metern und einer Breite von 2,30 Metern durch
keine Tür. „Wir mussten eine komplette Wand
der Werkstatt einreißen und hinterher wieder hochziehen,
um die Maschine an ihren Platz zu bringen“, sagt
Stützel, der noch Glück hatte, dass sich die
Schreinerei im Erdgeschoss des ND-Gebäudes befindet.
Auch der Fußboden der Werkstatt musste rausgerissen
und durch verstärkten Estrich ersetzt werden, sonst
wäre das Prachtstück nach einiger Zeit möglicherweise
ein Stockwerk tiefer gelandet. Ganz zu schweigen von
der Elektrik, die im ganzen Raum erneuert werden musste.
Sägen, bohren, kleben
Der Trubel hat sich jedoch gelohnt, da sind sich Dekan
und Werkstattleiter Hans-Dieter Knoop einig. „Die
neue Maschine ist ein echtes Sahnestück. Sie sägt,
bohrt, beklebt Kanten, und vereint so mehrere einzelne
Maschinen in einer. Das ermöglicht uns, sehr viel
schneller und effizienter zu arbeiten als vorher“,
schwärmt Schreinermeister Karl-Heinz Sandermann,
der sich auf Messen und bei Firmen intensiv informiert
hat, bevor seine Wahl auf ein Modell der deutschen Firma
Homag fiel.
Für die Biologen ist die hohe Flexibilität
der Schreinerei von unschätzbarem Wert, da sie
für ihre Forschung teilweise innerhalb kürzester
Zeit neue oder veränderte Versuchsaufbauten brauchen.
„Würden wir die Aufträge an externe
Firmen vergeben, müssten wir viel länger auf
die Sachen warten. dadurch ergäben sich bei einigen
Experimenten echte Probleme“, erklärt Stützel.
Neben der Schreinerei befindet sich im Gebäude
ND auch eine Metall- und Kunststoffwerkstatt sowie eine
Elektrik-Abteilung. Die Glasbläserei der benachbarten
Chemie-Fakultät hilft, wenn Glaskolben, Pipetten
oder ähnliches benötigt werden.
Eine kleine Demonstration seiner neuen Wundermaschine
gab Schreinermeister Sandermann dem staunenden Publikum
bei der Einweihungsfeier. Innerhalb weniger Minuten
schreinerte er einen kompletten Schrank, denn auch für
die Büromöbel der Fakultät ist er zuständig.
Früher hätte er dafür nach eigenen Angaben
mehrere Stunden benötigt.
Zusätzlicher Mitarbeiter
Auch wenn das Holzbearbeitungszentrum viel Arbeitszeit
einspart, muss in der Werkstatt niemand um seinen Job
fürchten. Im Gegenteil, um in Zukunft möglichst
viele Aufträge bearbeiten zu können, wird
die Schreinerei von einem auf zwei Mitarbeiter aufgestockt.
„Wir wollen jetzt auch Aufträge anderer Fakultäten
bearbeiten. Nur so rentiert sich die Maschine für
uns“, sagt Stützel. 250.000 Euro hat sie
gekostet, ein stattlicher Betrag in Zeiten knapper Haushalte,
der nur durch hausinterne Kredite aufgebracht werden
konnte. Realisiert werden konnte das Vorhaben nur dank
der ungewöhnlich guten Zusammenarbeit von Fakultät,
Verwaltung und Bau- und Liegenschaftsbetrieb, erklärt
der Dekan. „Alle haben an einem Strang gezogen,
um das Projekt zu verwirklichen. So etwas erlebt man
heute nicht mehr häufig, und deshalb freut es mich
besonders.“
Kontakt: Schreinermeister Karl-Heinz
Sandermann, Tel.: 0234/ 32-24562; Werkstattleiter Hans-Dieter
Knoop, Tel.: 0234/ 32-24550
Raffaela
Römer
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